Veranstaltungs­tipps

Tipps für Genuss-Events in der Pfalz: Das VielPfalz-Team recherchiert für Sie empfehlenswerte Veranstaltungen in der Pfalz, die vielfältigen Genuss versprechen – von der Weinprobe über die Städteführung bis zum Fest, Markt oder Konzert. Welches Event Sie auch immer anspricht, wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

Was wissen

Wie beeinflusst der Klimawandel den Winzeralltag?

In unserer Rubrik zum Thema Weinwissen erläutert Rudolf Litty dieses Mal, wie Winzerinnen und Winzer ihre Weinberge für heißere und trockenere Sommer fit machen, welche Rebsorten und Bewässerungsmethoden sie wählen.

Trauben von der Sonne beleuchtet
Foto: Pixabay

Als die Mostgewichte bei den Trauben jedes Jahr höher ausfielen, hatte man das vor einigen Jahrzehnten nicht gleich mit dem sich veränderten Klima in Verbindung gebracht. Aber Winzer erkannten bald, dass bisher geringwertig eingestufte Weinbergslagen durch die steigenden Temperaturen höhere Weinqualitäten hervorbrachten. Durch die zunehmend wärmeren Temperaturen treiben die Reben früher aus, was zu einer früheren Weinlese führt. Dies ermöglicht den Winzern, die Trauben länger reifen zu lassen und höhere Mostgewichte zu erzielen. Allerdings erhöht das auch das Risiko von Schäden durch Spätfröste im Mai und Wasserstress aufgrund warmer und trockener Sommer.

Neue Umweltbedingungen

Die Weingüter müssen sich daher auf die neuen Umweltbedingungen einstellen. Das beginnt mit der Auswahl der Rebsorten. Hier muss der Winzer überlegen, auf welchem Standort zum Beispiel die Neupflanzung von Rieslingrebstöcken, die eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahre haben, in Zukunft noch sinnvoll ist. Den Rieslingtrauben bekommt ein langer warmer Sommer nicht gut. Der Wein entwickelt tendenziell mehr Alkohol und weniger seine charakteristische Säure. Besonders bei trockenen Standorten wird versucht, spätreifende Sorten zu pflanzen und sie früher zu ernten. Bei Neuanlagen wird zudem häufig eine Tröpfchenbewässerung mit installiert, um bei Bedarf den Boden gezielt bewässern zu können.

Pilzkrankheiten als Herausforderung

Während der Pflanzenschutzsaison sind aufgrund unbeständiger Witterungen besonders Pilzkrankheiten eine Herausforderung. Peronospora (falscher Mehltau) und Oidium (echter Mehltau) können bei einem Befall der grünen Blätter und an jungen grünen Beeren zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Denn nur aus gesunden, ausgereiften Trauben kann ein guter Wein ausgebaut werden. Dazu müssen die Reben vorbeugend gegen den Pilzbefall geschützt werden. Gerade hier eigenen sich neue pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwis), die mit wenigen Pflanzenschutzbehandlungen auskommen.

Intensive Sonderkultur

Weinbau war und ist eine intensiv zu bewirtschaftende Sonderkultur. Neben fachlicher Handarbeit ist ein hoher maschineller Einsatz für die Boden- und Laubarbeiten sowie das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln für die Erzeugung gesunder Trauben notwendig. Nicht nur Bio-Betriebe, sondern auch konventionell arbeitende Winzer wirtschaften mit Blick auf die Folgen des Klimawandels zunehmend umweltschonender und können mit einer Ökobilanz die Umweltbelastung ihres Weingutes genau ermitteln. Darin enthalten sind der Stromverbrauch für die Erzeugung je Liter Wein, der Dieselverbrauch, das Heizöl, der Wasserverbrauch und die Bodenbeanspruchung mit Maschinenstunden für die Bewirtschaftung je Hektar Rebfläche. Aus diesen verschiedenen Parametern lässt sich der CO₂-Ausstoß je Liter Wein berechnen.

Der Experte

Rudolf Litty ist ehemaliger Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Beim Weinbauamt Neustadt/Weinstraße war er für die amtliche Qualitätsweinprüfung verantwortlich. Litty, geboren 1951, lebt in Klingenmünster und organisiert Weinseminare.

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