Veranstaltungs­tipps

Tipps für Genuss-Events in der Pfalz: Das VielPfalz-Team recherchiert für Sie empfehlenswerte Veranstaltungen in der Pfalz, die vielfältigen Genuss versprechen – von der Weinprobe über die Städteführung bis zum Fest, Markt oder Konzert. Welches Event Sie auch immer anspricht, wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

Sonntagstour

Wilde Natur auf dem Otterbachbruchweg

Rheinzabern liegt an den Ausläufern des Bienwalds. Der Otterbach, der dort den Wald durchfließt, prägt die Landschaft und sorgt für fruchtbaren Boden. Unsere Sonntagstour auf dem Otterbachbruchweg erschließt die ursprüngliche Schönheit dieser Landschaft.

Fotos: Julia Reichelt

Wir starten unsere Entdeckungsrunde durch das Naturschutzgebiet Bruchbach-Otterbachniederung an der Bauernwaldhütte des Pfälzerwald-Ortsvereins in Rheinzabern (Landkreis Germersheim). Der Weg führt uns direkt in einen Mischwald, der überwiegend von Laubbäumen geprägt ist. Nach den ersten 500 Metern teilt er sich und die eigentliche Runde beginnt. Wir halten uns links, unterqueren die Bahnstrecke und laufen am Ortsrand entlang, bis wir die Landstraße erreichen. Nach 400 Metern parallel zur L 540 geht es wieder in den Wald.

Bärlauch am Waldboden
FRÜHLINGSBOTE Bei warmer Witterung auch schon Ende Februar breitet sich am Waldboden der Bärlauch teppichartig aus.

Bärlauch am Bachufer

Kurz hinter der ersten Wegkreuzung taucht zum ersten Mal der Otterbach sichtbar rechts neben uns auf. Er windet sich in zahlreichen Kurven durch den Wald. Insgesamt macht die Landschaft hier einen wilden und naturbelassenen Eindruck. Totholz darf am Boden liegen bleiben. Kletternder Efeu verpasst vielen Baumstämme einen grünen Blättermantel. Mit Frühjahrsbeginn, bei warmer Witterung auch schon Ende Februar, breitet sich hier am Waldboden der Bärlauch teppichartig aus. Vor allem die Senken in Bachnähe bieten ihm einen optimalen Lebensraum.

Der Gedenkstein des Generalsgrabs
GEDENKSTEIN Das sogenannte Generalsgrab erinnert an frühere Schlachten auf dem Schweinheimer Feld.

Brücke zum Römerbad

Am Wendepunkt der westlichen Schleife geht es hinaus ins Niederschwanheimer Feld. Dort bietet sich ein kurzer Abstecher zum Generalsgrab ab. Der Gedenkstein unter alten Eichen erinnert an einen im Revolutionskrieg gefallenen französischen General. Zurück im Wald, erreichen wir bald einen Rastplatz. Dort zweigt ein Weg in Richtung „Römerbad“ ab, das dort einst stand. Heute zeugt ein Gedenkstein von der römischen Vergangenheit Rheinzaberns. Diesen ebenfalls kurzen Abstecher nehmen wir gerne mit, denn auf dem Weg zur Gedenkstelle überquert eine Brücke den Otterbach. So kommen wir in der Nähe einer kurvigen Stelle ganz nah ran ans Wasser.

Markierung des Oberbachbruchwegs an einem Baumstamm
QUALITÄTSWEG Die Streck ist durchgängig gut ausgeschildert und führt durch das Naturschutzgebiet Bruchbach-Otterbachniederung mit einem beinahe unberührten Bachverlauf.

Im Mundatwald entsprungen

Zurück auf der Strecke, durchqueren wir bald ein Stück von Rheinzabern und finden danach den Otterbach wieder. Die Ostschleife lässt uns weitere schöne Kurven des Fließgewässers erkunden, das in Nähe der Burgruine Guttenberg, im sogenannten Mundatwald gelegen, seinen Anfang nimmt und schließlich bei Leimersheim in einen Altrheinarm mündet. Auch dort sprießt Bärlauch, an einigen Stellen sogar hoch bis an den Rand des Wegs. Und kurz bevor die Runde endet und wir uns auf den Rückweg zur Bauernwaldhütte machen, lädt noch ein Rastplatz zur Pause ein.

Grafische Darstellung des Otterbachbruchwegs

Otterbachbruchweg (Markierung: grün-blau mit stilisiertem Bachlauf und Grundriss des Römerbads): Er führt größtenteils über feste Erdwege oder mit Kies versetzte breitere Waldwege in durchgehend flachem Gelände.

Streckenlänge: 8,8 km (9,6 km inklusive Abstecher) mit rund 20 Metern Höhenunterschied, auch für ungeübte Wanderfreunde in gut 2,5 Stunden bequem zu laufen.

Start: Parken ist möglich an der Bauernwaldhütte des Pfälzerwald-Vereins (PWV) Rheinzabern (von der Hauptstraße abbiegen in die Straße „An der Freizeitanlage“). Nach der Tour genießen kann man in der Gastronomie in Rheinzabern. Die Bauernwaldhütte des PWV ist nicht bewirtschaftet.

Tipp: Wer sich für die römische Geschichte von Rheinzabern interessiert, kann die Tour mit einem Besuch des dortigen Terra-Sigillata-Museums verbinden (Donnerstag/Freitag 11 bis 14 Uhr; Samstag 11 bis 15 Uhr; Sonntag/Feiertag, 11 bis 17 Uhr, Einlass jeweils bis eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit). Im Museum wird die Geschichte des einstigen Industriestandorts beleuchtet, an dem in der Antike hochwertiges Geschirr in großem Maßstab produziert wurde.

Mehr Infos: terra-sigillata-museum.de

Weitere Sonntagstouren

  • Februar 2024
    Diese Sonntagstour führt uns über den Schanzenweg rund um Alsenborn am Nordrand des Pfälzerwaldes. Er ist Teil des Wegenetzes der „Rätselhaften Zeitzeichen“.
  • Dezember 2023
    Das Dahner Felsenland mit seinen beeindruckenden Buntsandsteinfelsen bietet die ideale Umgebung, um mehr über das Gestein herauszufinden, das die Erde seit Urzeiten zusammenhält. Unsere Sonntagstour …
  • Oktober 2023
    Das „Billigheimer Bruch“ ist ein einzigartiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Ein Naturschutzprojekt dient der Wiederbelebung dieses Feuchtgebietes. Unsere Sonntagstour verbindet einen ausgedehnten Spaziergang mit Umweltbildung unter …

Veranstaltungs­tipps

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Sonntagstour

Rätselhafte Zeitzeichen

Am Nordrand des Pfälzerwaldes liegt die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. In der Region vor den Toren Kaiserslauterns sind zahlreiche Spuren aus der Zeit keltischer und römischer Besiedelung zu finden. Die Sonntagstour führt uns über den Schanzenweg rund um den Ortsteil Alsenborn. Er ist Teil des Wegenetzes der „Rätselhaften Zeitzeichen“.

Fotos: Julia Reichelt

Direkt am Start des Schanzenweges erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die Dieburg. Der Nachbau aus steingefüllten Gabionen ist exakt auf den Überbleibseln der mittelalterlichen Burg platziert. Ein Scherbenfund, der bei den Rekonstruktionsarbeiten ans Tageslicht kam, lässt sogar vermuten, dass an dieser Stelle bereits eine römische Anlage stand.

Erste Zeitzeichen

Von der Dieburg aus verläuft der Schanzenweg zunächst in Richtung Norden über den Sonnenhof. Nachdem wir eine alte Bahnlinie unterquert haben, geht es bergauf in den Wald. Am höchsten Punkt sind rechts und links des Weges furchenartige Vertiefungen im Boden zu erkennen. Vermutlich handelt es sich um Gruben, in denen zu keltischen Zeiten nach oberflächennahen Eisenerzen geschürft wurde.

die Dieburg, ein Nachbau aus steingefüllten Gabionen
DIEBURG Der Nachbau aus steingefüllten Gabionen steht auf den Überbleibseln der mittelalterlichen Burg.

Keltenstämme und Kriegsschauplätze

Wenige Meter weiter zeichnen sich links des Wegs die Grabhügel vom Eckelsberg ab, datiert aus der Eisenzeit. Danach wendet sich der Weg bald nach Osten. Nach einem knappen Kilometer erwartet uns die Station „Stämme der Gallier“. Hier wird deutlich, dass es „die Kelten“ gar nicht gab, sondern vielmehr verschiedene keltische Stämme. Kindern können beim Spiel „Wer ist so schnell wie Asterix?“ einige davon kennenlernen – die Spielanleitung befindet sich vor Ort auf einer Tafel.

Ein römischer Signalturm?

Einen guten Kilometer weiter, kurz nach dem Überqueren der Landesstraße, gelangen wir an den Billeskopf. Ein Hügel auf der Höhe markiert das zugehörige Zeitzeichen: Vieles spricht dafür, dass hier einst ein römischer Signalturm gestanden hat.

Ausblick auf Alsenborn vom Schanzenweg aus
ENTDECKUNGSTOUR Nicht immer sind die Zeitzeichen entlang der Route direkt zu erkennen. Unübersehbar sind dafür die Ausblicke, die sich den Ausflüglern bieten.

Zeitsprung ins späte Mittelalter

Danach springen wir ein gutes Stück vorwärts in der Geschichte. Der Gedenkstein am „Franzosenwasen“ erinnert an einen Kriegsschauplatz. Hier fanden vor rund 230 Jahren gefallene Franzosen ihre letzte Ruhe. Einen knappen Kilometer weiter türmt sich eine Schanze, die – ebenfalls zur Zeit der Revolutionskriege – als Wallanlage genutzt worden war.

Eigene Zeichen hinterlassen

Beim Erreichen des Ortsrands knickt der Weg direkt wieder ab in den Wald. Wir erklimmen den Rand eines Steinbruchs. Oben gibt es freie Sicht ins ehemalige Gallien. Ein Stück weiter folgt der nächste Steinbruch. Davor wartet ein Felsbrocken darauf, dass Besucher mittels bereitliegender Werkzeuge ihre eigenen Zeitzeichen hinterlassen.

Hammer und Meißel auf einem Stein
HAMMER UND MEISSEL Wer sich einmal als Steinmetz ausprobieren möchte, findet hier Gelegenheit dazu.

Schanzenweg von Hohlwegen durchzogen

Die nächste Station ist ein Felsklotz mit dem Namen „Das Felschen“, der einst als Opferstelle gedient haben könnte. Kurz danach macht der Weg kehrt und führt uns am Schorlenberg entlang, der teils von Hohlwegen durchzogen ist. Sie dienten als Zubringer zur Fernhandelsroute auf dem Bergrücken, wo heute der Verkehr über die A6 braust. Am Waldrand entlang geht es dann zurück nach Alsenborn. Beim Erreichen der ersten Häuser lohnt sich ein letzter Abstecher nach links – erst über einen ausgebauten Fahrweg, dann über Treppenstufen. Hier entdecken wir eine weitere Schanze. Zurück am Ortseingang ist es nur noch ein Katzensprung zurück zum Ausgangspunkt.

Schanzenweg (Markierung: stilisiertes weißes Auge auf blauem Grund)

Streckenlänge: 12,5 km mit 250 Metern Höhenunterschied

Start: Parken ist am Warmfreibad in Alsenborn möglich. Gegenüber vom Schwimmbadeingang informiert eine Übersichtstafel über Verlauf und Stationen des Schanzenwegs. Unterwegs geben Info-Stelen Aufschluss über die Spuren der Vergangenheit.

Variante: Abkürzen lässt es sich an zwei Stellen, die direkt am Ort vorbeiführen: Nach 6 km zwischen Schanze und Steinbrüchen (8 km insgesamt) oder nach 9,5 km nach dem Abstieg vom Schorlenberg (11 km insgesamt).

Mehr Infos: enkenbach-alsenborn.de

Weitere Sonntagstouren

  • April 2024
    Rheinzabern liegt an den Ausläufern des Bienwalds. Der Otterbach, der dort den Wald durchfließt, prägt die Landschaft und sorgt für fruchtbaren Boden. Unsere Sonntagstour erschließt …
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  • Oktober 2023
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Sonntagstour

Fladenstein und Kegelberg

Das Dahner Felsenland mit seinen beeindruckenden Buntsandsteinfelsen bietet die ideale Umgebung, um mehr über das Gestein herauszufinden, das die Erde seit Urzeiten zusammenhält. Unsere Sonntagstour verbindet eine Runde auf dem Geopfad bei Bundenthal mit der aussichtsreichen Jüngstberg-Tour.

Fotos: Julia_Reichelt

Wir starten unsere Sonntagstour in der Ortsmitte von Bundenthal und folgen der gelben Markierung der Jüngstberg-Tour. Zunächst geht es ein kurzes Stück steil nach oben zum Sportplatz, wo sich der Einstieg in den Geopfad befindet. Auf dem unteren Teil des Geopfads laufen wir in regelmäßigen Abständen an Infotafeln vorbei, die allgemein den Aufbau der Erde, die Erdzeitalter, die Vielfalt der Gesteinsarten sowie deren Bildung und Verwitterung vorstellen. Beschilderte Steinblöcke wiederum erzählen Wissenswertes über die geologischen Bodenschätze der Pfalz.

250 Millionen Jahre altes Gestein

Der obere Teil des Geopfads führt entlang der Fladensteine, die wie aufgestellte Brotlaibe (Fladen) aussehen sollen. Die sieben, teils miteinander verbundenen Buntsandsteintürme, die durch die Baumwipfel ragen, sind an sich schon einen Besuch wert. Zusätzlich sind an den von Wind und Wetter erschaffenen Kunstwerken weitere Infotafeln aufgestellt. Sie erklären unter anderem, wie der Sandstein vor rund 250 Millionen Jahren entstanden ist, was wir an seiner Schichtung ablesen können und woher er seine typische Färbung hat.

Kegel mit Kanzel

Eine gute Stunde lässt es sich auf dem Geopfad verweilen. Danach folgen wir wieder der Jüngstberg-Tour entlang der Fladensteine, die uns später aus dem Wald und in eine Wiesenlandschaft führt. Links von uns ragt bereits der kegelförmige Jüngstberg auf, der der Tour seinen Namen verleiht. Nach einem weiteren Kilometer erreichen wir eine sehr gepflegte Schutzhütte, die mit Sitzmöglichkeiten innen wie außen zur Pause einlädt. Zurück im Wald heißt das nächste Etappenziel Waldsofa. Auf dieser hölzernen Wellness-Liege genießt man den Ausblick in Richtung Bundenthal, bevor wir den Jüngstberg erklimmen. Ein Seil hilft beim Start. Belohnt werden Wanderfreudige mit feinsten Pfälzer „Pädle“, Gesteinsformationen am Wegesrand, moosigen Ecken und einer von der Natur geschaffenen Aussichtskanzel mit Rundumblick.

Blick auf Burg Drachenfels

Beim Abstieg bietet sich nach etwa einem Kilometer ein kurzer „Abstecher“ an. An einer Wegspinne weist ein Schild auf den nur wenige Schritte entfernten Drachenfelsblick hin. Von dort aus sind es noch vier bequeme und überwiegend waldige Kilometer zurück nach Bundenthal.

Jüngstberg-Tour (Markierung: Berg mit Kanzel auf gelbem Grund)

Streckenlänge inklusive Geopfad etwa 9 km mit 270 Metern Höhenunterschied;

Start: Parken am Dr.-Hermann-Eichler-Platz (bei der Feuerwehr) in Bundenthal. Wer sich den ersten Anstieg sparen möchte, startet direkt am Sportplatz (nicht offiziell als Wanderparkplatz ausgewiesen). Mehr Infos unter dahner-felsenland.de

Nach der Tour genießen:
Landgasthaus zur Krone in der Ortsmitte. Dort gibt es regionale sowie traditionelle Gerichte und saisonale Spezialitäten, Telefon 06394 301, Online-Tischreservierung möglich, sonntags von 16.30 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Weitere Sonntagstouren

Veranstaltungs­tipps

Tipps für Genuss-Events in der Pfalz: Das VielPfalz-Team recherchiert für Sie empfehlenswerte Veranstaltungen in der Pfalz, die vielfältigen Genuss versprechen – von der Weinprobe über die Städteführung bis zum Fest, Markt oder Konzert. Welches Event Sie auch immer anspricht, wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

Sonntagstour

Laufen und lernen

Das „Billigheimer Bruch“ ist ein einzigartiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Ein Naturschutzprojekt dient der Wiederbelebung dieses Feuchtgebietes. Unsere Sonntagstour verbindet einen ausgedehnten Spaziergang mit Umweltbildung unter freiem Himmel.

Fotos: Michael Dostal

Äcker und Weiden. Wechselfeuchte Wiesen, Schilfgebiete und Sumpfwald mit Fließ- und Stillgewässern. Das Mosaik an unterschiedlichen Naturräumen auf rund 54 Hektar Fläche bei Billigheim-Ingenheim (Landkreis Südliche Weinstraße) ist ausgesprochen vielfältig und reizvoll. Für Amphibien, Insekten, Schmetterlinge und Vögel, aber auch für den Menschen. Unsere knapp zehn Kilometer lange Sonntagstour zum Laufen und Lernen startet im Ortsteil Mühlhofen an der Kirche. Wir wählen die Tour „Durchs Tiefenthal“, weil sie am neu eröffneten „Erlebnispfad“ vorbeiführt. Eingerichtet hat ihn der Naturschutzverband Südpfalz (NVS), der zudem fünf Rundwege zwischen knapp 6 und gut 27 Kilometern Länge konzipiert hat. Alle machen ein Landschafts- und Naturerlebnis möglich.

Folge dem weißen Schmetterling

Wir folgen der Markierung „Weißer Schmetterling im lila Kreis“. Durch die Oberdorf- und Weinbergstraße geht es über den Wingertsberg durchs Tiefental zum Mühlhofener Wald. Informationstafeln vermitteln unterwegs Wissen zu Ackerrandstreifen als Zufluchtsort für seltene Wildpflanzen und Kleinlebewesen oder zum Landschaftselement Streuobstwiese. Auf unbefestigtem Pfad geht es vom Ober- zum Unterwald, der komplett durchquert wird.

Acht Mitmach-Stationen

Hier stößt man schon bald auf den im August eröffneten „Erlebnispfad“. Er liegt, direkt am Spazierweg, am nordwestlichen Rand des Bruchs, das man zunächst durch ein „Aussichtsfenster“ betrachten kann. Acht interaktive Info-Stationen, etwa symbolische Fernrohre, eine nachempfundene Lupe oder ein Globus, vermitteln in der Folge Wissenswertes. Sie verdeutlichen zudem, was die Erhaltung der Natur für alle bedeutet – vor der eigenen Haustür und auf globaler Ebene. Es versteht sich von selbst, dass die eigentlichen Biotopflächen nicht betreten werden dürfen.

Enorme Artenvielfalt

Im ehemaligen torfreichen Moorgebiet herrscht heute wieder große Vielfalt. Hier gedeihen Wiesen-Schaumkraut, Sumpf-Dotterblume oder Gelbe Schwertlilie. Die Naturschützer haben mehr als 100 Vogelarten beobachtet, darunter Bekassine, Kiebitz, Rohrweihe oder Wendehals. Gleiches gilt für seltene Schmetterlingsarten wie Ameisenbläuling, Feuer- oder Zitronenfalter. Amphibien, etwa Laubfrösche oder Erdkröten, Libellen, Heuschrecken oder Käfer zählen ebenso zu den Bewohnern.

NATURERLEBNIS Das „Aussichtsfenster“ gehört wie der „Globus“ zum neuen Erlebnispfad
am Billigheimer Bruch.

Pflege durch NVS NaturStiftung Südpfalz

Das „Billigheimer Bruch“, die gesamte Fläche ist im Besitz der Gemeinde Billigheim-Ingenheim, hat die NVS NaturStiftung Südpfalz seit 2020 für 30 Jahre gepachtet. Zusammen mit dem Naturschutzverband Südpfalz und der Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim erfolgt seitdem die Biotoppflege vor Ort. Es geht dabei um Gehölzarbeiten, die Verbuschung verhindern, oder um das Entwickeln von artenreichem Grünland durch Staffelmahd und Altgrasstrukturen. Auch Wasserbüffel helfen mit, das Lebensraumangebot für Fauna und Flora zu sichern. Nun geht es zurück in Richtung Mühlhofen.

Tour-Info

Tour „Durchs Tiefental“ (Markierung: Weißer Schmetterling im lila Kreis), mehr Infos im Faltblatt „Landschaft und Natur bei uns erleben“

Streckenlänge: 9,4 Kilometer mit 160 Metern Höhenunterschied

Nach der Tour einkehren
In Billigheim-Ingenheim gibt es eine Reihe von Gaststätten. So zum Beispiel die Weinstube Dyck im Ortsteil Mühlhofen, die in gemütlicher Atmosphäre Pfälzer Spezialitäten und andere Leckereien auftischt. Beliebt sind auch Schlemmereien zum Wein und die Vesperkarte. Weinstube Dyck, Telefon 06349 1241, sonntags von 16.30 bis 22 Uhr geöffnet.

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Sonntagstour

Von Königen, Kreuzen und Kriegen

Gewandert wird in der Pfalz das ganze Jahr. Im September und goldenen Oktober erreicht die Saison ihren Höhepunkt. Für alle, die nicht nur die Weite der bunten Herbstlandschaft genießen, sondern historischen Spuren folgen möchten, empfehlen wir in dieser Sonntagstour den Adolf-von-Nassau-Wanderweg um Göllheim.

Foto: Ute Günther

Er galt als klug und tapfer: Adolf von Nassau wurde um 1250 geboren, 1292 wurde der Graf zum König gekrönt. Doch allzu lange währte sein Glück nicht, bereits sechs Jahre später musste er seine Krone auf dem Schlachtfeld bei Göllheim verteidigen. Der Prädikatswanderweg, der den Namen des einstigen Königs trägt, folgt den historischen Spuren. Technisch oder konditionell herausfordernd ist diese Tour nicht, aber mit fast 17 Kilometern eine Wanderung, die ihren Namen verdient. Wir kommen an vielen geschichtsträchtigen Weg- und Wendepunkten vorbei und verstehen so nach und nach die königlichen Pfade der Region sowie den Mythos um die Zweikönigsschlacht am Hasenbühl.

Donnersberg in Sicht

Foto: Ute Günther

Wir starten am Königskreuz in Göllheim, das an den Regenten des 13. Jahrhunderts erinnert. Das gelbe Königskreuz auf blauem Grund weist fortan den Weg. Das erste Zwischenziel folgt nach noch nicht einmal einem Kilometer: der alte Jüdische Friedhof von Göllheim. Im weiteren Verlauf genießen wir die Aussicht auf den Donnersberg. Wald und Wiesen wechseln sich ab, offene Ackerflächen lassen den Blick weit über die Landschaft schweifen. Die Strecke durch den Laubwald ist an heißen Tagen äußerst wohltuend. Und so sollten wir genügend Kraft haben, um den kleinen Abstecher bergauf zum Kessler Kreuz zu meistern.

Hütteneinkehr ab Ende August

Vom einstigen Kloster Rosenthal, unserem nächsten Etappenziel, ist zwar nicht mehr allzu viel übrig, doch ist es ein besonders schöner, ja fast schon romantischer Ort. Das mag sicherlich auch an dem eindrucksvollen Landschaftsweiher liegen, den wir passieren. Monumental wirkt dagegen die Ludwigshalle, an der wir später vorbeikommen. Dazwischen liegt die beliebte Kriegsberghütte des Pfälzerwaldvereins Göllheim. Ab Ende August ist die Vereinshütte sonntags geöffnet und lädt dann zur Einkehr ein. Über das Schlachtfeld vor den Toren der nordpfälzischen Gemeinde, wo Adolf von Nassau den Kampf um seine Krone 1298 verlor, gehen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Königskreuz in Göllheim.

Sehenswert

Historische Bauten und denkwürdige Stätten säumen unseren Weg. Da ist das 1776 erbaute Kerzenheimer Tor in Göllheim. Der alte Friedhof Rosenthal und natürlich die Ruine des Klosters Rosenthal, in dem König Adolf von Nassau bis 1309 begraben lag. Wir kommen vorbei am Schlachtfeld Hasenbühl, wo der König 1298 ums Leben kam. Im Stil eines griechischen Tempels wurde 1890 die Ludwigshalle erbaut – zu Ehren von König Ludwig II. von Bayern.

Tour-Info

Streckenlänge: ca. 17 Kilometer, reine Gehzeit ca. 4,5 Stunden

Unterwegs einkehren
Im ehemaligen Jagdschlösschen werden seit mehr als 200 Jahren Gäste bewirtet, das Göllheimer Häuschen ist eines der ältesten Wirtshäuser der Nordpfalz. Wer sich hungrig gewandert hat, findet hier deftige Speisen und Sonntagskuchen bei durchgehender Küche: Göllheimer Häuschen, Telefon 06357 339, göllheimer-häuschen.de

Nach der Tour einkehren
Traditionelle umbrische Küche kreativ aufgepeppt mit selbstgemachter Pasta, Polenta und Pinse, Stockfisch, Wildkräutersalat und knuspriger Zitrone: Das italienische Restaurant Grifo mit kleinem Biergarten in Kerzenheim lohnt sich auch unabhängig von der Sonntagstour: Restaurant Grifo, Telefon 06351 3991950, griforestaurant.de, sonntags 12 bis 14 Uhr und ab 17.30 Uhr geöffnet.

Weitere Sonntagstouren

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Sonntagstour

Kühles Nass für heiße Tage

Im Sommer sind Ausflugsziele zum Abkühlen genau das Richtige. Unsere Empfehlung für die ersten heißen Tage: Südlich von Ludwigshafen radeln wir bei dieser Sonntagstour von einem See zum nächsten.

Foto: Ute Günther

Blaue Adria, Schlicht, Steinerne Brücke, Wolfgangsee – welche Badestelle südlich von Ludwigshafen die schönste ist, da gehen die Meinungen auseinander. Mag man es eher trubelig, mit bewachtem Badestrand und Kiosk? Oder lieber familiär und überschaubar? Die Auswahl ist groß, die Distanzen von einem See zum andern dagegen gering. Also schauen wir uns einfach alle an und entscheiden dann selbst.

Fährräder zum Leihen

Wir könnten die Tour zu Fuß gehen, doch das wäre zumindest an heißen Sommertagen eine echte Kraftanstrengung. Mit dem Fahrrad ist es dagegen eine gemütliche Runde. Der große Vorteil: Mehrere S-Bahnhöfe liegen in der Nähe, sodass man problemlos mit seinem eigenen Rad anreisen kann. Oder aber man steigt auf ein VRN-Nextbike um, Stationen für die Leihfahrräder gibt es beispielsweise in Ludwigshafen oder in Limburgerhof (vrnnextbike.de).

Foto: Ute Günther

Start in Neuhofen

Die Sonntagstour startet am Badeweiher „An der steinernen Brücke“ in Neuhofen. Der kleine, eher beschauliche See bietet inzwischen jede Menge Annehmlichkeiten. Über einen großen Steg kommt man barrierefrei ins Wasser, es gibt einen Matschspielplatz für die Kleinen und ein Beachvolleyballfeld für die größeren Badegäste. Nach dem entspannten Einstieg fahren wir weiter zur Schlicht, dem in der Region wohl bekanntesten Badesee. Auch dort wird einiges geboten, ruhig ist es im Sommer meist nur in den Morgenstunden. Doch der Uferweg ist lang und so findet man eigentlich immer einen passenden Platz. Sei es zum Ballspielen in der flachen Hauptbucht, für den romantischen Sonnenuntergangsblick zu zweit oder zum Chillen in der Gruppe. Es gibt zahlreiche kleine Badestellen, sodass der See trotz vieler Badegäste nicht überlaufen wirkt.

Blaue Adria ist ein Muss

Wer den Blick weit über den See schweifen lässt, sieht bereits das nächste Etappenziel: Gegenüber liegt der Wolfgangsee, kalt und klar, beliebt bei Familien und Schwimmern. Nach diesen intensiven Badestopps fahren wir anschließend ein gutes Stück am Altrhein entlang. Möglichkeiten, die Decke auf die Wiese zu legen, gibt es mehrere, die Badesachen holen wir dagegen erst wieder an der Blauen Adria hervor. Das große Naherholungsgebiet ist auch weit über die Region hinaus ein Begriff, ein Muss auf unserer Badeseenstrecke. Ob es uns dort gefällt, können wir nun am Ende der Sonntagstour selbst am besten entscheiden!

Nicht vergessen!

Dieses Mal packen wir neben einer Flasche Wasser unbedingt ein Handtuch, Badesachen und Sonnencreme ein. So können wir an jedem Badeweiher einen Zwischenhalt einlegen. Schwimmen, sonnen, spielen – an jedem See testen wir ausgiebig die Wassertemperatur, die Liegewiesen und die zusätzlichen Serviceangebote. Schließlich wollen wir am Ende der Sonntagstour unsere persönlich schönste Badestelle küren.

ERFRISCHEND Gerade am Anfang der Saison ist die Wassertemperatur
der Badeseen noch herrlich kühl. Foto: Adam Winger/Unsplash

Tour-Info

Streckenlänge: rund 22 Kilometer, reine Fahrzeit etwa 1 Stunde, 15 Minuten.

Nach der Tour einkehren
An den Badeweihern direkt beziehungsweise in der Nähe gibt es immer Erfrischungen und Snacks. Leckere vegetarische und vegane Gerichte bietet der Kiosk an der Schlicht in Neuhofen, die Gaststätten am Altrhein zwischen Waldsee und Altrip haben auch deftige und reichhaltige Speisen auf der Karte.

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