Sonntagstour

Rätselhafte Zeitzeichen

Am Nordrand des Pfälzerwaldes liegt die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. In der Region vor den Toren Kaiserslauterns sind zahlreiche Spuren aus der Zeit keltischer und römischer Besiedelung zu finden. Die Sonntagstour führt uns über den Schanzenweg rund um den Ortsteil Alsenborn. Er ist Teil des Wegenetzes der „Rätselhaften Zeitzeichen“.

Fotos: Julia Reichelt

Direkt am Start des Schanzenweges erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die Dieburg. Der Nachbau aus steingefüllten Gabionen ist exakt auf den Überbleibseln der mittelalterlichen Burg platziert. Ein Scherbenfund, der bei den Rekonstruktionsarbeiten ans Tageslicht kam, lässt sogar vermuten, dass an dieser Stelle bereits eine römische Anlage stand.

Erste Zeitzeichen

Von der Dieburg aus verläuft der Schanzenweg zunächst in Richtung Norden über den Sonnenhof. Nachdem wir eine alte Bahnlinie unterquert haben, geht es bergauf in den Wald. Am höchsten Punkt sind rechts und links des Weges furchenartige Vertiefungen im Boden zu erkennen. Vermutlich handelt es sich um Gruben, in denen zu keltischen Zeiten nach oberflächennahen Eisenerzen geschürft wurde.

die Dieburg, ein Nachbau aus steingefüllten Gabionen
DIEBURG Der Nachbau aus steingefüllten Gabionen steht auf den Überbleibseln der mittelalterlichen Burg.

Keltenstämme und Kriegsschauplätze

Wenige Meter weiter zeichnen sich links des Wegs die Grabhügel vom Eckelsberg ab, datiert aus der Eisenzeit. Danach wendet sich der Weg bald nach Osten. Nach einem knappen Kilometer erwartet uns die Station „Stämme der Gallier“. Hier wird deutlich, dass es „die Kelten“ gar nicht gab, sondern vielmehr verschiedene keltische Stämme. Kindern können beim Spiel „Wer ist so schnell wie Asterix?“ einige davon kennenlernen – die Spielanleitung befindet sich vor Ort auf einer Tafel.

Ein römischer Signalturm?

Einen guten Kilometer weiter, kurz nach dem Überqueren der Landesstraße, gelangen wir an den Billeskopf. Ein Hügel auf der Höhe markiert das zugehörige Zeitzeichen: Vieles spricht dafür, dass hier einst ein römischer Signalturm gestanden hat.

Ausblick auf Alsenborn vom Schanzenweg aus
ENTDECKUNGSTOUR Nicht immer sind die Zeitzeichen entlang der Route direkt zu erkennen. Unübersehbar sind dafür die Ausblicke, die sich den Ausflüglern bieten.

Zeitsprung ins späte Mittelalter

Danach springen wir ein gutes Stück vorwärts in der Geschichte. Der Gedenkstein am „Franzosenwasen“ erinnert an einen Kriegsschauplatz. Hier fanden vor rund 230 Jahren gefallene Franzosen ihre letzte Ruhe. Einen knappen Kilometer weiter türmt sich eine Schanze, die – ebenfalls zur Zeit der Revolutionskriege – als Wallanlage genutzt worden war.

Eigene Zeichen hinterlassen

Beim Erreichen des Ortsrands knickt der Weg direkt wieder ab in den Wald. Wir erklimmen den Rand eines Steinbruchs. Oben gibt es freie Sicht ins ehemalige Gallien. Ein Stück weiter folgt der nächste Steinbruch. Davor wartet ein Felsbrocken darauf, dass Besucher mittels bereitliegender Werkzeuge ihre eigenen Zeitzeichen hinterlassen.

Hammer und Meißel auf einem Stein
HAMMER UND MEISSEL Wer sich einmal als Steinmetz ausprobieren möchte, findet hier Gelegenheit dazu.

Schanzenweg von Hohlwegen durchzogen

Die nächste Station ist ein Felsklotz mit dem Namen „Das Felschen“, der einst als Opferstelle gedient haben könnte. Kurz danach macht der Weg kehrt und führt uns am Schorlenberg entlang, der teils von Hohlwegen durchzogen ist. Sie dienten als Zubringer zur Fernhandelsroute auf dem Bergrücken, wo heute der Verkehr über die A6 braust. Am Waldrand entlang geht es dann zurück nach Alsenborn. Beim Erreichen der ersten Häuser lohnt sich ein letzter Abstecher nach links – erst über einen ausgebauten Fahrweg, dann über Treppenstufen. Hier entdecken wir eine weitere Schanze. Zurück am Ortseingang ist es nur noch ein Katzensprung zurück zum Ausgangspunkt.

Schanzenweg (Markierung: stilisiertes weißes Auge auf blauem Grund)

Streckenlänge: 12,5 km mit 250 Metern Höhenunterschied

Start: Parken ist am Warmfreibad in Alsenborn möglich. Gegenüber vom Schwimmbadeingang informiert eine Übersichtstafel über Verlauf und Stationen des Schanzenwegs. Unterwegs geben Info-Stelen Aufschluss über die Spuren der Vergangenheit.

Variante: Abkürzen lässt es sich an zwei Stellen, die direkt am Ort vorbeiführen: Nach 6 km zwischen Schanze und Steinbrüchen (8 km insgesamt) oder nach 9,5 km nach dem Abstieg vom Schorlenberg (11 km insgesamt).

Mehr Infos: enkenbach-alsenborn.de

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