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Pfälzer Museumstour

Schätze des Alltags

Ein praktischer Gegenstand mit einer interessanten Geschichte, ein konzentrierter Blick auf das Leben in vergangener Zeit und ein Buch, das für viele fest in ihren Alltag gehört. Viele Museen in der Pfalz legen den Fokus auf Dinge, die einen konkreten Bezug zum Leben der Menschen haben. So führt die Museumstour dieses Mal zum Ziegeleimuseum in Jockgrim, ins Puppenstubenmuseum in Jakobsweiler und in das Bibelmuseum in Neustadt.

Fotos: Julia Köller
Mehrere Ziegel auf einem Ständer im Museum
RELIKTE DER VERGANGENHEIT In Jockrim findet sich eine Auswahl verschiedenster Ziegel.

In der Ortsgemeinde Jockgrim stand einst eine der weltweit größten Ziegeleien. Die Falzziegelwerke Carl Ludowici waren 1896 vollständig von Ludwigshafen in die neu errichteten Fabrikgebäude gezogen und galten mit einer Jahresproduktion von etwa 24 Millionen Ziegeln als Marktführer in Europa. Bis in die 1970er- Jahre war die Ziegelei in Betrieb, ehe ein Brand große Teile der Werke zerstörte. Das restaurierte Pressehaus der Ziegelei steht heute noch und beherbergt seit 1996 das Ziegeleimuseum, in dem die Geschichte der Ziegelherstellung in Jockgrim dokumentiert ist. Ein Blickfang ist das Backsteingebäude auch von außen, denn das Dach ist mit farbigen Ziegeln in einem auffälligen Muster gedeckt und somit selbst ein Aushängeschild der ehemaligen Fabrik. Eine Auswahl verschiedenster Ziegel findet sich zudem im Innern des Museums, denn sie können sowohl in Form als auch in der Farbe stark variieren.

Revolverpresse läuft heute noch

Sabine Baumann
Sabine Baumann


Eine Besonderheit der Firma der Familie Ludowici ist der damals einzigartige Falzziegel Z1, den sich sein Erfinder Wilhelm Ludowici, Sohn des Firmengründers, 1881 patentieren ließ. Auch die Revolverpresse, mit der sich die Ziegel einfacher und schneller fertigen ließen, war seine Erfindung. Ein im Museum ausgestelltes Exemplar lässt sich sogar noch in Gang setzen. „Die Ludowicis sind wegen der guten Tonqualität hierher gekommen“, weiß die scheidende Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann, die während ihrer Amtszeit für das Museum zuständig war. Für die Gemeinde war die Fabrik als Arbeitgeber wichtig, auch wenn es in der Bevölkerung unterschiedliche Ansichten dazu gegeben habe. „Heute sind wir froh über die Ziegelei und zeigen sie auch gern“, so Baumann.

Ringofen ist vollständig begehbar

Ringofen im Ziegelmuseum
BESONDERER HÖHEPUNKT Der begehbare Ringofen ist zu großen Teilen erhalten.

Das Museum widmet sich unter anderem der Darstellung des Herstellungsprozesses, die mit dem Holzmodell beginnt und mit dem fertigen Ziegel endet. Ein Höhepunkt ist dabei der noch zu großen Teilen erhaltene Ringofen, der vollständig begehbar ist. „Die Brenntemperatur betrug bis zu 1150 Grad Celsius“, erklärt die 60-Jährige. „Die Ziegel waren zuvor in der oberen Etage vorgetrocknet worden.“ Von der Seite des ovalen Ofens wurden die Ziegel ausgetauscht, im Gang brannte das Feuer. Beispielhaft sind noch einige Ziegel so aufgeschichtet, wie es damals praktiziert wurde.

Ein Ingenieur mit vielen Ideen

Heute befindet sich über dem Ringofen die Verwaltung der Verbandsgemeinde, in deren Neubau das alte Gemäuer integriert wurde. Da die Zugänge zum Ofen vom Eingangsbereich aus sichtbar sind, bekommen alle Besucher des Bürgerhauses einen Einblick in die Geschichte des Ortes. Zu dieser Geschichte zählen aber neben den Ziegeln auch verschiedene Erfindungen von Johann Wilhelm Ludowici, der die Fabrik ab 1923 leitete. Der Ingenieur hatte viele Ideen, die mal mehr und mal weniger Beachtung fanden. Das „Dachhaus“ etwa, von dem ein Modell im Museum ausgestellt ist, habe sich nicht durchsetzen können, berichtet Sabine Baumann.

Von Jockgrim bis nach London

Historische Aufnahme eines Kugelhauses auf der Themse in London
WEIT GEREIST Das Kugelhaus, eine der Erfindungen von Johann Wilhelm Ludowici, wurde 1958 in London auf der Themse transportiert.

Für mehr Aufsehen sorgte da schon das so genannte Kugelhaus, das der findige Unternehmer entwarf. Gedacht war es als leicht transportierbares und platzsparendes Zwei-Personen-Haus, das aufgrund seiner runden Form kein Fundament benötigt. Bei einem Durchmesser von 4,50 Metern enthielt es voll ausgestattet alles, was man zum Wohnen braucht: Küche, Essplatz, Wohn-Schlafzimmer und ein kleines Bad. Die Erfindung aus Jockgrim fand weltweit Beachtung. So zeigen Bilder etwa, wie eines der Kugelhäuser 1958 auf der Themse in London transportiert wurde. Ludowici habe sich ganze Siedlungen mit diesen Häusern vorgestellt. „Es kam aber nie über einen Prototypen hinaus“, so Baumann. Zumindest auf seinem Platz vor dem Museum lässt sich das Raumwunder aber auch heute noch bestaunen.

Lebenswelten im Kleinformat

Während das Kugelhaus schon als klein bezeichnet werden kann, sind die Wohnräume, die in Jakobsweiler ein Museum füllen, geradezu winzig. Das passt gut, denn auch das Gebäude selbst ist nicht sonderlich groß, da es sich um das frühere Milchhäuschen der Ortsgemeinde im Donnersbergkreis handelt. Seit 2001 beherbergt es das Puppenstubenmuseum, das auf knapp 40 Quadratmetern Exponate aus den 1930er- und 1950er-Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen zeigt.

Puppenstube im Museum
Puppenstube im Museum
KLEIN, ABER FEIN Das Puppenstubenmuseum in Jakobsweiler zeigt Exponate aus den 1930er- und 1950er-Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen.

Viel mehr als nur altes Spielzeug

Die liebevoll in Glasvitrinen arrangierten Miniatur-Lebenswelten sind viel mehr als nur altes Kinderspielzeug. Sie sind ein Abbild des damaligen Lebensstils und Lebensgefühls und vermitteln durch einzelne Accessoires auch einen Einblick in historische Zusammenhänge. „Es ist ein Stück Zeitgeschichte“, betont Rosemarie Hahn, die als 1. Vorsitzende des Fördervereins Puppenstubenmuseum für das Museum verantwortlich ist. So stehe etwa in mehreren Wohnzimmern aus den 1930er-Jahren der sogenannte Volksempfänger – ein preiswertes Rundfunkgerät, das im „Dritten Reich“ entwickelt wurde, damit möglichst jeder Einwohner die Propagandareden empfangen konnte.

Schlafzimmer einer Puppenstube
EINBLICKE Bei der Einrichtung der Puppenstuben wurde großer Wert darauf gelegt, dass sämtliche Details in die jeweilige Zeit passen.
Küche einer Puppenstube

Lyrikerin weckt Sammelleidenschaft

Dem Zweiten Weltkrieg ist es denn auch geschuldet, dass sich bei den Exponaten eine Lücke auftut. „In den 1940er-Jahren gab es nicht so viele Puppenstuben“, sagt Hahn. Die 75-Jährige selbst hat dem Museum zahlreiche Exponate aus den 1930er- Jahren zur Verfügung gestellt. Mit der Sammelleidenschaft infiziert worden sei sie von der Lyrikerin Susanne Faschon, die in Jakobsweiler ein Ferienhaus besaß und Puppenstuben aus dem 19. Jahrhundert sowie bis 1920 gesammelt habe. Faschons Schwester Ingeborg Michno, die ebenfalls bis zu ihrem Tod in Jakobsweiler lebte, habe sich derweil auf Exemplare aus den 1950er-Jahren konzentriert. „Ich habe dann das gesammelt, was gefehlt hat“, erzählt Hahn schmunzelnd. Auch Ingeborg Michno brachte ihre Puppenstuben in das Museum ein und arbeitete selbst lange Zeit im Museumsteam mit. Von ihrer Schwester Susanne Faschon konnte zumindest ein Exemplar für die Ausstellung gesichert werden – ein Wohn-Esszimmer aus den 1920er-Jahren mit originalgetreu nachgebauten Möbeln des elterlichen Zimmers.

Details passen in die jeweilige Zeit

Bei der Einrichtung der Puppenstuben wurde darauf geachtet, dass jedes Detail in die jeweilige Zeit passt – von der Tapete über die Möbel und Dekoration bis hin zur mit Püppchen dargestellten Szene. So sieht man in Küchen aus den 1930er-Jahren, wie mit einem auf dem Herd erhitzten Eisen gebügelt oder in einer Zinnwanne ein Kind gebadet wird. „Die Mädchen haben die Puppenstuben damals auch bekommen, um sie auf ihr Leben als Hausfrau vorzubereiten“, erklärt Rosemarie Hahn. Männer aus dieser Zeit sind im Museum derweil unter anderem in einem mit dunklen Möbeln eingerichteten Herrenzimmer zu finden.

Poster von Elvis und Peter Kraus

In den 1950ern waren die Rollenmodelle offenkundig schon ein wenig verändert. In einem mit Elvis- und Peter-Kraus-Postern dekorierten Jugendzimmer wird wild getanzt. Und in den Küchen aus dieser Zeit sind viele Geräte zu sehen, die den Frauen die Arbeit erleichtern. Gegenüber dem opulenteren Möbelstil mit Verzierungen und Intarsien in den 1930ern hatte sich der Geschmack 20 Jahre später gewandelt: In den neueren Puppenstuben finden sich klare Formen und viel Plastik. „Nierentisch und Tütenlampen, das steht für die 1950er-Jahre“, sagt Sammlerin Hahn. „Und der Gummibaum“, fügt sie hinzu. Selbstverständlich ist auch er in der Ausstellung zu finden.

Nachbau bis ins kleinste Detail

Wer sich Zeit nimmt und die Puppenstuben genauer betrachtet, wird immer wieder neue faszinierende Details entdecken. Die Vielfalt der Rundfunkgeräte im Radioladen zum Beispiel, das Kind eines schwarzen GIs, eines US-amerikanischen Soldaten, in einer typischen Ein-Raum-Wohnung aus den 1950ern, selbst verlegtes Parkett im Miniaturformat oder auch die Nachbildung einer der frühen Registrierkassen mit Laufband. Sogar eine Kirche aus den 1950ern gibt es im Puppenstubenmuseum. Und es ist nicht einfach irgendein ausgedachtes Gotteshaus. „Ein Pfarrer hat sie seiner Kirche nachbauen lassen, um seinen Neffen zum Priestertum zu animieren“, verrät Rosemarie Hahn. Der Plan ist ihr zufolge am Ende nicht aufgegangen. Doch Freude bereitet hat das besondere Puppenhaus dem Kind bestimmt.

Das Buch der Bücher im Mittelpunkt

Die kleine Kirche würde auch gut in ein weiteres Museum passen, das sich einem ganz speziellen Thema widmet. Was genau den Besucher im Pfälzischen Erlebnis-Bibelmuseum in Neustadt erwartet, lässt der Name schon erahnen. Doch erst im Innern ist zu erkennen, dass sich über das Buch der Bücher tatsächlich ein ganzes Museum füllen lässt. Als das Bibelhaus des Pfälzischen Bibelvereins 1992 eröffnet wurde, war es noch gar nicht als Museum angelegt. Zwar befand sich neben einer Buchhandlung schon damals eine Ausstellung in den Räumen, doch war sie noch anders aufgebaut und nicht so umfangreich wie heute.

Erleben und Mitmachen

Mittlerweile stehen im ersten Teil der Ausstellung das Erleben und Mitmachen im Mittelpunkt. Dabei kommt auch das imposanteste Exponat in diesem Bereich zum Einsatz: der Nachbau einer hölzernen Druckerpresse wie zu Zeiten Johannes Gutenbergs. Als Teil der „Lernstraße Bibelwelt“ wird an dieser Station der Psalm 23 im Schriftbild der Luther-Bibel aus dem Jahr 1545 gedruckt. Wie Gemeindediakon und Museumspädagoge Tim Versteegen weiß, ein besonderes Erlebnis vor allem für Schulklassen, die den Großteil der Besucher ausmachen.

Tim Versteegen (links) und Michael Landgraf
Exponate im Bibelmuseum
AUF ZEITREISE Im Bibelmuseum lassen Tim Versteegen (links) und Michael Landgraf auch durch das Ausstellen archäologischer Fundstücke die biblischen Geschichten lebendig werden.

Zeitreise beginnt etwa 3000 vor Christus

„Eine Führung beginnt meistens beim Erzähl-Zelt“, sagt der 41-Jährige. „Ich nehme die Kinder mit auf eine Zeitreise.“ Die beginnt etwa 3000 vor Christus und damit, wie Menschen damals Geschichten aufgeschrieben haben. Vom Stein und Ton führte der Weg über Wachstafeln bis zum Papyrus, das lange Zeit für Schriftrollen gebräuchlich war. Später gab es zwar Papier, doch das Teilen von Geschichten – auch der Heiligen Schrift – war immer noch eine mühsame Angelegenheit. „Die Mönche schrieben die Bibel ab“, erklärt der Experte. Und um selbst zu erleben, wie anstrengend und zeitaufwendig das war, können die Besucher sich in der Schreibwerkstatt selbst an dem kunstvollen Schreiben mit der Feder versuchen. Die Reise führt weiter in die Zeit von Martin Luther, über den im Bibelmuseum einiges zu erfahren ist. Nicht zuletzt gehört auch ein Exemplar der letzten von ihm selbst bearbeiteten Bibelausgabe, die „letzte Hand“ von 1545, zu den Exponaten. Diese seltene Bibel liegt jedoch hinter Glas in der Schatzkammer des Museums, die sich noch eine Etage tiefer befindet.

Biblische Szenen mit Lego nachgestellt

Die Lernstraße Bibelwelt wurde vom Theologen und Historiker Michael Landgraf, Museumsleiter und Leiter des Religionspädagogischen Zentrums Neustadt, analog zu seiner Lernmaterialien-Reihe „ReliBausteine“ entwickelt. „Wir versuchen, die Vielfalt der Bibel darzustellen“, sagt der 62-Jährige. Und dazu gehören auch Bibeln, die auf den ersten Blick gar nicht als solche zu erkennen sind. So gibt es dort auch eine „Bibel für Minecrafter“, die biblische Geschichten in die Welt des Computerspiels Minecraft katapultiert. Für die „Berliner Bibel“ wurden biblische Szenen mit Lego nachgestellt. Und in „Manga Messias“ sind Jesus und seine Begleiter im Manga-Stil gezeichnet. Es gehe darum, die Bibel in Sprachen zu übersetzen, die verstanden werden, erklärt Landgraf. „Lego ist eine Sprache, Manga ist ebenfalls eine Sprache.“ Und auch jede Mundart habe ihre eigene Bibelausgabe, natürlich auch das Pfälzische.

Fundstücke machen Geschichten lebendiger

Archäologische Fundstücke lassen die biblischen Geschichten noch lebendiger werden. Dabei sieht ein ganz besonderes Exponat gar nicht so spektakulär aus: Es handelt sich um ein kleines Tongefäß. „Das ist ein Kochtopf für eine Person aus der Zeit Jesu, der auf Reisen mitgenommen wurde“, so Landgraf. Gefunden worden sei er am See Genezareth. Auch eine Auswahl an historischen Öllampen findet sich in den Vitrinen.

Wertvollste Exponate in der Schatzkammer

Die wertvollsten Stücke, die seltenen und teils jahrhundertealten Bibeln, werden in der Schatzkammer aufbewahrt. „Wir haben eine der größten Sammlungen reformierter Bibelausgaben, die es gibt“, sagt der Museumsleiter stolz. Den Schwerpunkt lege das Museum auf Neustadter Bibeln. Sie seien auch die ersten mit Verszählung gewesen, erklärt der Fachmann. Seit 2019 ist das Museum sogar stolzer Besitzer einer Prachtausgabe der Neustadter Bibel von 1594, die im Zentrum der Bibelausstellung in der Schatzkammer steht. Allein in diesem Raum werden so viele besondere Exemplare der Heiligen Schrift präsentiert, dass fachkundige Besucher Stunden in der Schatzkammer verbringen können. Auch Michael Landgraf gerät ins Schwärmen, wenn er über die Exponate spricht. „Sie gilt als die wohl schönste Bibel der vorlutherischen Bibeldrucke“, sagt er etwa über die mit Holzschnitten verzierte Koberger-Bibel von 1483. Außergewöhnlich seien auch die erste koreanische Bibel, eine tibetanische und sogar eine Bibel aus Ghana.

Ein Exponat im Bibelmuseum
Ein Exponat im Bibelmuseum
BESONDERE EXPONATE Eine der größten Sammlungen reformierter Bibelausgaben, die es gibt, wird im Erlebnis-Bibelmuseum ausgestellt.
Ein Exponat im Bibelmuseum
Blick ins Bibelmuseum

Die größte und die kleinste Bibel der Welt

Nicht besonders alt, aber dennoch sehr besonders sind auch zwei Bibeln, die wiederum als Teil der „Lernstraße Bibelwelt“ gezeigt werden: „Wir haben hier die größte und die kleinste Bibel der Welt“, verrät Tim Versteegen. Zugegeben, von der größten Bibel sind nur kleine Teile im Museum, denn sie bedeckte als Plane bei der „Weltausstellung Reformation“ 2017 in Wittenberg einen 30 Meter hohen Turm. Die kleinste Bibel dagegen ist kaum zu sehen: In ein Kreuz, das an einer Kette getragen werden kann, ist ein winziger Chip eingearbeitet. 4 x 4 Millimeter reichen in diesem Fall aus, um das gesamte Alte und Neue Testament in Nano-Schrift stets bei sich zu tragen.

Ziegeleimuseum

Untere Buchstraße 22a in Jockgrim. Geöffnet Mi und Sa von 14 bis 17 Uhr sowie So von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro, Kinder unter 14 Jahre sowie Schulklassen sind frei. Eine Saisonkarte kostet 37 Euro. Führungen sind nach Anmeldung möglich. Mehr Informationen im Internet oder unter Telefon 07271 52895.

Puppenstubenmuseum

Rosenweg 3 in Jakobsweiler. Geöffnet von April bis November, So von 14 bis 17 Uhr. In den Wintermonaten sowie an Wochentagen sind Besuche nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt kostet zwei Euro, Kinder ab 8 Jahre zahlen einen Euro.

Pfälzisches Erlebnis-Bibelmuseum

Stiftstraße 23 in Neustadt an der Weinstraße Für Einzelbesucher Di und Do (außer an Feiertagen) von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppen und Schulklassen können unter Telefon 06321 84772 auch an anderen Tagen Führungen vereinbaren. Der Eintritt kostet 4,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder und Jugendliche. Mitglieder des Pfälzischen Bibelvereins zahlen 3 bzw. 2 Euro.

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Pfälzer Museumstour

Mit Liebe fürs Detail

Im Miniaturformat können auch besonders große Dinge Platz in einem Museum finden. So hat das Bachbahn Museum eine ganze Eisenbahnstrecke unter ein Dach bekommen und im Bajasseum steht der kleinste Zirkus der Welt. Im Museum Tausendsassa Alkohol dagegen haben die meisten Exponate Original-Größe, der Blick wird dennoch auf kleine, aber feine Details gelenkt.

Fotos: Julia Köller

Schillernd, bunt und vielleicht auch ein wenig frivol ging es früher in Enkenbach-Alsenborn zu. Denn der Ortsteil Alsenborn war einst weithin als Heimat der Seiltänzer bekannt. Artisten, Dompteure und Puppenspieler tummelten sich vor allem in den Wintermonaten im Ort und gingen von dort aus auf Tournee. Auch für die Einheimischen gaben sie so manche Vorstellung. An diese bewegte Zeit erinnert heute das Zirkusmuseum Bajasseum. Gästeführerin Inge Schwarz hat die Artisten in ihrer Kindheit noch selbst erlebt. „Sie haben in Enkenbach vom Kirchturm aus ein Seil gespannt“, erzählt die 83-Jährige und hat dabei noch die Seiltänzerinnen mit ihren schwarzen Schillerlocken und Tutus vor Augen. „Da waren wir Mädchen ganz begeistert.“ Die Glanzzeit der Alsenborner Künstlerfamilien war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon vorüber.

Hereinspaziert ins Bajasseum

Modell des kleinsten Circus der Welt
BAJASSEUM Seit 30 Jahren zeigt die Schau die Zirkus-Vergangenheit Alsenborns.

Ihren Ursprung hatte die Artistengeschichte des Ortes im 19. Jahrhundert, als viele Menschen in der Region unter Armut und Hunger litten. „Not macht erfinderisch“, sagt Inge Schwarz. „Der Alltag war damals so übel, dass die Leute sich etwas überlegen mussten.“ Die Menschen entdeckten den Zirkus als Alternative zur Auswanderung, was unter anderem daran lag, dass ein Musikant aus Alsenborn – Karl Lorenz Schramm – im Jahr 1847 die Seiltänzerin Elisabetha Wolf aus Kirrweiler heiratete. Doch schon in den Jahren davor zogen erste Wandermusikanten aus dem Dorf durch die Lande. Kostüme, Requisiten und Fotos aus der Zirkus-Vergangenheit Alsenborns sind im Bajasseum ausgestellt, das 1994 im ehemaligen Feuerwehrhäuschen eröffnet wurde. Und dort heißt es fast immer „Hereinspaziert!“, denn die Türen werden morgens um 9 Uhr geöffnet und erst abends um 18 Uhr wieder geschlossen. So kann das Museum jederzeit und kostenlos besucht werden.

Gästeführerin Inge Schwarz
Gästeführerin Inge Schwarz.

Der kleinste Zirkus der Welt

Wer durch den geöffneten Vorhang tritt, wird sogleich ein ganz besonders faszinierendes Exponat entdecken: den kleinsten Zirkus der Welt. Das vom Modellbauer Herbert Guth angefertigte Modell zeigt eine komplette Zirkusvorstellung von der Tierdressur über Akrobatiknummern bis zum Seiltanz sowie die um das Zelt herum aufgestellten Wagen der Artisten. Ursprünglich lief das Programm mechanisch ab, doch wegen eines Defekts ist die äußerst detailreich gestaltete Szene aktuell nur im Stillstand zu bewundern. Ein weiterer Blickfang ist ein mit Glitzersteinen besetztes rosafarbenes Kleid der wohl berühmtesten Seiltänzerin aus Alsenborn. Elisabeth Endres trat schon als kleines Kind in der Manege auf, wie ein Foto beweist, auf dem sie als Vierjährige zu sehen ist. Ihre größten Erfolge feierte die Artistin, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA auswanderte, in den 1930er-Jahren.

Akrobatik und Anekdoten

Mehrere bekannte Zirkusfamilien hatten ihren Sitz seinerzeit in Alsenborn. Wilhelm Althoff gehörte ebenso dazu wie Andreas Bügler, dessen Kinder zu den besten Artisten ihrer Zeit zählten. Doch neben vielen Berichten über ihre Erfolge und akrobatischen Leistungen beleuchtet die Ausstellung im Bajasseum auch besondere Ereignisse aus der Zirkus-Zeit. Die tragischste Anekdote dreht sich um den Frisör Peter Feierabend, der 1911 im Löwenkäfig den Menageriebesitzer rasieren sollte. Vor den Augen des entsetzten Publikums griff einer der Löwen den Frisör an – wahrscheinlich, weil er einen Angriff auf seinen Herrn vermutete – und tötete ihn.

Elefant als Feldarbeiter

AUSHILFSJOB Weil Pferde während des Ersten Weltkrieges an der Front gebraucht wurden, spannten Bauern Elefanten vor den Pflug. Auch daran erinnert das Zirkusmuseum.

Amüsant ist dagegen die Erzählung, die dem Ort Alsenborn eine beeindruckende Steinskulptur auf einem Kreisverkehr an der Grenze zu Enkenbach bescherte. Sie zeigt einen Elefanten, der von einem Bauern vor den Pflug gespannt worden ist. Und genau so soll es sich während des Ersten Weltkriegs zugetragen haben. Weil die Pferde im Krieg eingesetzt wurden, habe ein Bauer sich einen der Zirkuselefanten für die Feldarbeit ausgeliehen. Auch ein vermeintliches Foto dieser Szene existiert und ist als Nachdruck in vielen Haushalten in Alsenborn zu finden. Die Einwohner hätten ein zwiespältiges Verhältnis zu den Zirkusleuten gehabt, berichtet Inge Schwarz. Einerseits hätten sie Geld in den Ort gebracht, andererseits seien sie stets Fremde geblieben.

Alsenborner, die Possenreißer

Der Ausdruck Bajasse, von dem sich auch der Name des Museums ableitet und der heute noch scherzhaft als Spitzname für die Alsenborner benutzt wird, spiegelt dies wider. Denn Bajasse kommt vom italienischen Wort Bajazzo, was so viel heißt wie Possenreißer. Die Artisten seien aber in jedem Fall Trendsetter gewesen. „Sie haben die Mode und das Verhalten verändert.“ Und definitiv haben sie dem Ort zu einer besonderen Vergangenheit und einem außergewöhnlichen Museum verholfen.

Die Welt des Alkohols

Recht neu auf der Liste der außergewöhnlichen Museen in der Pfalz ist derweil „Tausendsassa Alkohol“ in Germersheim – als „PAN Das Museum“ Teil des Konzepts für die heutige Nutzung der früheren PAN Brennerei Berkel. Mathias Berkel, Geschäftsführer des Familienunternehmens Berkel, hat es im vergangenen Jahr „statt der üblichen Feierlichkeiten“ zum 175-jährigen Jubiläum der mittlerweile in Ludwigshafen ansässigen Firma eröffnet. „Die Botschaft des Museums ist, dass der Alkohol ein Tausendsassa ist, der viel mehr kann, als nur getrunken zu werden“, sagt der 63-Jährige. Auf rund 350 Quadratmetern werden in dem 1899 erbauten Gebäude nun Einblicke in die vielfältige Welt des Alkohols gegeben. Das beginnt schon in der lichtdurchfluteten Halle im Erdgeschoss, obwohl das eigentliche Museum eine Etage höher liegt. Alte Werbeplakate versetzen den Betrachter im Nu in die Zeit zurück, als in dem alten Backsteinbau noch der bekannte Wodka Pan und andere Spirituosen gebrannt wurden. Erst später wurde die 1847 gegründete Firma nach dem Wodka benannt. „Nach dem Krieg hatten der Cousin meines Vaters und mein Großvater die Idee“, berichtet Mathias Berkel. Neben der Brennerei habe die Fabrik, zu der auch eine Mühle gehörte, damals noch eine weitere Funktion gehabt: „Wir waren der erste Stromlieferant in Germersheim.“

Die Ursprünge des Alkohols

Mathias Berkel.

Das Museum erzählt die Geschichte des Alkohols. „Wahrscheinlich wurde Alkohol von arabischen Medizinern das erste Mal gewonnen, um Kräuter zu lösen“, so Berkel. Früher sei Alkohol, gemeint ist der Stoff Ethanol, etwas für Spezialisten gewesen und kein Massenprodukt wie heute. „Als Genussmittel entdeckt wurde er erst im 15. Jahrhundert.“ Unter anderem haben Mönche viel experimentiert und den Wein, den man ja schon seit Tausenden Jahren kannte, dabei auch mal erwärmt, erfährt der Besucher in der Ausstellung. Der Geruch, der dabei durch den entweichenden Alkohol wahrzunehmen gewesen sei, hätten sie als den „Geist des Weines“ bezeichnet, verrät Diplom-Brennmeister Mathias Berkel. „Davon kommt auch der Begriff Spirituosen.“ Ethanol nur aus Wein zu gewinnen, wäre jedoch zu kostspielig. „In der Regel gewinnt man ihn heute aus Getreide, Kartoffeln und Obst“, zählt der Fachmann auf. Im Museum werden nicht nur die Verfahren erklärt, sondern auch verschiedene Geräte zur Alkoholherstellung präsentiert. Von der Schwarzbrennerblase, wie sie vielleicht manch einer verbotenerweise im Hinterzimmer hatte, bis zur professionellen Anlage. Natürlich, so verlangt es das Gesetz, sind diese Gerätschaften nicht mehr voll funktionsfähig. Aber dennoch bestens geeignet, den Prozess der Destillation nachvollziehbar zu machen.

Informativ, interaktiv, innovativ

Das Museum ist in sechs Themenwelten unterteilt: Dargestellt werden die Anfänge des Alkohols, die Technik des Brennens, die Arbeit im Labor, das Thema Alkohol in der Gesellschaft, der Tausendsassa Alkohol und die Zukunft. Aspekte wie Alkoholmissbrauch werden dabei ebenso wenig ausgelassen wie die Vielfalt der Produkte, in denen Alkohol enthalten ist und die problemlos einen Einkaufswagen füllen, seien es Reinigungsmittel, Kosmetika oder auch Schuhcreme. In dem offen gestalteten Raum ist es allerdings nicht zwingend nötig, alle Stationen der Reihe nach zu studieren. So kann jeder Besucher nach dem Betrachten der alten Alkoholmessgeräte oder des Modells einer modernen Rektifikationsanlage noch einmal zu den Anfängen zurückwandern oder sich an den interaktiven Tischen eingehender informieren. Weitere Informationen soll bald eine Audioführung mit der Stimme des Firmenchefs bieten, die derzeit in Arbeit ist.

Alkohol in der Kunst

Es lohnt sich durchaus, sich in die Erklärungen zu vertiefen. Denn wer nicht gerade selbst Chemiker oder ausgewiesener Experte für Alkohol ist, erfährt im PAN-Museum viel Neues und teilweise Überraschendes. Etwa, dass Rohsprit nicht für Lebensmittel verwendet werden kann oder dass reines Ethanol nur gewonnen wird, indem der Alkohol am Ende dehydriert wird. Wer das ehemalige Kesselhaus neben der Halle betritt, entdeckt zudem noch eine weitere Themenwelt: PAN Die Kunst. Denn als Kunstliebhaber hat Mathias Berkel einige Gemälde gesammelt sowie Schautafeln mit berühmten Werken drucken lassen, in denen Alkohol ebenfalls eine Rolle spielt. Verschiedene Zitate berühmter Menschen und Retro-Metallschilder zeigen dabei, dass man das Thema durchaus mit einem Augenzwinkern aufgreifen kann.

UNTERHALTSAM In den sechs Themenbereichen des Museums wird kein Aspekt des Alkohols ausgelassen.

Detailliebe im Bachbahn Museum

An Humor fehlt es auch den Modellbauern nicht, die das Bachbahn Museum in Kaiserslautern-Erfenbach mit einer Miniaturlandschaft gefüllt haben. Entlang der weitgehend originalgetreu nachgebildeten ehemaligen Bahnstrecke von Lampertsmühle-Otterbach nach Reichenbach ist unter anderem eine Szene zu entdecken, die an das Lied „Ein Bett im Kornfeld“ erinnert. Mitten im Getreide hat es sich ein leicht bekleidetes Pärchen bequem gemacht, obwohl bereits der Mähdrescher naht. Auch ein mit Hippie-Motiven verzierter Bulli ist nicht weit. Es sind die vielen liebevollen Details, die die Modellbahn-Anlage im Obergeschoss des Gebäudes zu etwas ganz Besonderem machen. Teile der Strecke gab es schon, bevor das Museum vor einigen Jahren in der Scheune und Stallungen des 1820 erbauten Bauernhofs eröffnet wurde. „Wir wollten Erfenbach zum 100-jährigen Bestehen der Bachbahn 2014 einen Bahnhof bauen“, erinnert sich Jürgen Stemler, Vorsitzender des Trägervereins Bachbahn. Damit hatten er und einige Mitstreiter schon 2005 angefangen.

Bahnverkehr 1996 eingestellt

Aus einem Bahnhof wurden jedoch mehr und mehr Module, die sich für Ausstellungen zu einer Strecke zusammensetzen ließen. Als dann der heutige stellvertretende Vorsitzende Paul-Peter Götz den ehemaligen Schermerhof erwarb, um ihn vor dem Abriss zu bewahren, und ihn den Modellbauern zu einer kleinen Miete anbot, war es beschlossene Sache, dauerhaft ein Museum einzurichten. Die 16,5 Kilometer lange Strecke der Bachbahn wurde 1989 zunächst auf einem Teilstück und 1996 ganz stillgelegt. Seit 1914 hatte sie die Orte Otterbach, Erfenbach, Siegelbach, Rodenbach, Weilerbach, Schwedelbach und Reichenbach miteinander verbunden und verdankt ihren Namen den einheitlichen Endungen der Bahnhöfe. Viele der Bahnhofsgebäude sind heute zwar noch erhalten, werden jedoch anders genutzt und sind teilweise baulich verändert worden.

1000 Bilder, 1000 Bäume

Vorsitzender des Trägervereins Bachbahn Jürgen Stemler und Vereinsmitglied und Bahnenthusiast Helge Ebling.

Im Bachbahn Museum sind alle Gebäude im Originalzustand zu sehen. Wie viele Stunden Arbeit darin stecken, vermag Jürgen Stemler nicht zu sagen. Allein die 1300 einzelnen Doppelfalzziegel auf den Nachbau des ehemaligen Hotels Müller in Otterbach zu kleben, habe etwa eine Woche gedauert, schätzt der 70-Jährige. Vielleicht hat er deshalb eine Figur, die ihn selbst darstellen soll, gerade vor dieses Haus platziert. Um noch näher am Original zu sein, arbeiten die Modellbauer daran, den Hintergrund maßstabsgetreu mit Fotos der entsprechenden Streckenabschnitte zu gestalten. Vereinsmitglied Helge Ebling und sein Vater haben dafür rund 1000 Bilder gemacht. Viel Arbeit steckt auch in den Bäumen, die das Team aus Kostengründen selbst bastelt. „Da wir im Pfälzerwald sind, brauchen wir ja ein paar“, sagt Ebling lachend. Ein paar – das sind etwa 1000 Bäume.

Original Werkslok vor der Tür

BACH-VERBINDUNG Die sogenannte Bachbahn fuhr auf der 16,5 Kilometer langen Strecke zwischen Otterbach und Reichenbach bis 1996.

Detailgetreu sind nicht zuletzt auch die Züge, die auf der 180 Meter langen Spur-0-Strecke fahren: „Unser Ziel ist, dass hier nur Lokomotiven und Triebfahrzeuge fahren, die auch auf der Bachbahn gefahren sind“, bekräftigt Stemler. Zu den Modellfahrzeugen kommt noch ein besonderes Ausstellungsstück vor der Tür hinzu: eine Original-Diesellok von 1970, die einst für die Spinnerei Lampertsmühle unterwegs war. Seit 2022 steht die Werkslok auf eigens verlegten Schienen vor dem Bachbahn Museum und wird nun restauriert. Auch weitere Exponate rund um die Bachbahn und die Eisenbahn im Allgemeinen hat der Trägerverein zusammengetragen. Bahnhofsschilder, ein Fahrkartenschalter und sogar ein nachgebauter Speisewagen mit Original-Interieur von 1934 lassen im Erdgeschoss – dem ehemaligen Kuhstall – Bahnromantik erlebbar werden. Im Speisewagen oder am „Gleis 3“ sowie im Biergarten vor dem Museum gibt es zudem das vor Ort gebraute Bachbahn-Bräu.

Bauende: Oktober 2075

Auch rund um die Modellbahnstrecke sind viele Utensilien ausgestellt, die für den Bahnbetrieb vonnöten waren. Alte Lampen etwa, ein Morseapparat oder riesige Schrauben. Auf ein Ausstellungsstück ist Stemler dabei besonders stolz, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Der gebürtige Erfenbacher hat einen Pfosten des Erfenbacher Bahnhofs retten können, der von einem Bauern für einen Weidezaun benutzt worden war. „Der Bahnhof ist abgerissen worden, aber ich habe noch dieses Relikt“, sagt er. Stemler und Ebling sind während der Öffnungszeiten des Museums in der Regel immer vor Ort. Ebenso wie weitere Modellbauer des Vereins, denn an der Strecke wird kontinuierlich weitergearbeitet. Eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es auch bereits, wenn die Museumsbetreiber an ihre Grenzen stoßen sollten. So wird die Bachbahn im Miniaturformat wohl eine unendliche Geschichte werden. „Wir haben uns einen Fertigstellungstermin gesetzt“, verrät der Vorsitzende zwar. Doch als er den nennt, muss er selbst lachen: „Oktober 2075!“

Zirkusmuseum Bajasseum

Rosenhofstraße 87 in Enkenbach-Alsenborn. Täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

PAN Das Museum – Tausendsassa Alkohol

Klosterstraße 2 in Germersheim (ehemaliges Fabrikgebäude der Firma Berkel). Ein Besuch ist bei einer Stadtführung von April bis Oktober an jedem ersten Samstag im Monat (Treffpunkt um 16 Uhr am Ludwigstor) oder in Gruppen für bis zu 25 Personen nach Terminvereinbarung unter Telefon 07274 960301 oder 0621 5495918 möglich. Der Eintritt kostet 90 Euro für Gruppen bis 25 Personen oder 9 Euro einzeln. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren sind frei.

Bachbahn Museum

Siegelbacher Straße 113 in Kaiserslautern-Erfenbach. Öffnungszeiten: an jedem ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr (mit Fahrbetrieb), Di und Do von 16 bis 17 Uhr für Modellbau-Interessierte. Eintritt frei.

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