Pfälzer Warenkunde

B wie Birne

In der Pfalz werden Birnen auf etwa 92 Hektar gewerblich angebaut. Ab September bis Dezember gibt es sie aus heimischem Anbau zu kaufen. Während sich die Sorten für den Handel auf eine Handvoll beschränken, ist die Vielfalt auf hiesigen Streuobstwiesen deutlich größer. Die Frankelbacher Orsborner Mostbirne zum Beispiel wächst ausschließlich in der Westpfalz, wo sie zum traditionellen „Beerewei“ verarbeitet wird.

Foto: Daria Shatova/Unsplash

Frau Prof. Schlich, welche Nährstoffe und gesundheitlichen Vorteile bieten Birnen als Teil einer ausgewogenen Ernährung?

Birnen (Pyrus communis) gehören zum Kernobst und zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Säuregehalt von Birnen ist niedriger als der von Äpfeln, und die besondere Genusssäure ist die Chlorogensäure, die mit 35 mg je 100 g in höherer Konzentration vorliegt. Ihr werden ein blutzuckersenkender Effekt sowie eine positive Wirkung auf den Blutdruck nachgesagt. Zudem hat dieser sekundäre Pflanzenstoff antioxidative Eigenschaften, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Birnen enthalten mit 1,2 mg pro 100 g deutlich mehr Kaempferol als Äpfel. Kaempferol ist ein Phytoöstrogen, das sich positiv auf die postmenopausale Osteoporose auswirken kann. Birnen enthalten zudem eine nennenswerte Menge an Folsäure.

Wieso sind Birnen besonders bekömmlich und leicht verdaulich?

Birnen verfügen über weniger Gesamtsäure als Äpfel und sind daher bekömmlicher. Sie enthalten besonders viel Lignin (ein unlöslicher Ballaststoff), der sich positiv auf die Darmtätigkeit auswirkt und aufgrund seines Quellvermögens zu einem längeren Sättigungsgefühl führen kann.

Das Rezept zur Warenkunde

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Ein hoher Zuckergehalt bei Obst wird oft kritisch gesehen. Wie schneiden Birnen hier ab?

Birnen enthalten insgesamt etwa 10 g Zucker pro 100 g, der sich aus Glucose, Fructose und Saccharose zusammensetzt. Damit gehören sie zu den Obstsorten, die einen mittleren Zuckergehalt haben. Bananen zum Beispiel liefern 17 g, Weintrauben und Mangos rund 15 g und Beerenfrüchte rund 4,5 g Zucker, jeweils pro 100 g.

Birnen und Walnüsse: Diese Kombi gilt als „Brainfood“, welches das Denkvermögen unterstützen kann. Stimmt das?

Birnen liefern verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien sowie leicht verfügbare Kohlenhydrate, die sich als schnelle Energielieferanten positiv auf die Gehirnleistung auswirken können. Walnüsse liefern mehrfach ungesättigte Fettsäuren und verschiedene Vitamine der B-Gruppe, die gut für das Nervensystem sind. Damit gehören beide zu einer ausgewogenen und gesundheitsförderlichen Ernährung und sind somit wertvolle Lebensmittel.

Sollten Birnen im Kühlschrank gelagert werden?

Birnen sind klimakterische Früchte, denn sie werden vor der Vollreife geerntet und reifen unter Kühllagerung nach. Sie haben nur eine kurze Genussreifezeit und lassen sich nicht lange lagern. Birnen werden am besten im Gemüsefach des Kühlgeräts gelagert. Zudem sollten sie nicht mit Obstsorten, die viel Ethen abgeben, gelagert werden. Dazu gehören zum Beispiel Äpfel und Zwetschgen.

Das Interview führte Kathrin Engeroff.

Zur Person

(apl.) Prof. Dr. Michaela Schlich ist Ernährungswissenschaftlerin und arbeitet als Akademische Direktorin an der Universität Koblenz. Dort vertritt sie professoral das Fachgebiet Ernährungs- und Verbraucherbildung.

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