Pfalz persönlich – von der Marktfrau bis zur Food-Bloggerin

Regionale Produkte, kreative Küche, gute Ideen. Davon gibt es viel in der Pfalz, ganz viel. Und dahinter stehen interessante Menschen: eine Food-Bloggerin, ein Sternekoch, eine Marktfrau, eine Künstlerin und ein Weinbaum-Macher, eine Einkäuferin im BASF Weinkeller und eine Floristmeisterin, jemand vom Pfälzerwald-Verein, von der Lebenshilfe und einer Vinothek.


Veronika Pommer, Künstlerin

„Pfalz bedeutet für mich vor allem Inspiration", sagt Veronika Pommer. Und damit meint die Künstlerin aus Bad Dürkheim nicht nur die wundervollen Lichtstimmungen in der Pfalz, sondern auch die kleinen Szenen am Rande - sei es der Kaffee auf dem Marktplatz oder das kleine Rotkehlchen im Garten. 1968 in München geboren, lebt Pommer seit 1973 in der Pfalz. Und dort findet sie ihre Motive, die sie mit verschiedenen Techniken wie Öl, Acryl, Aquarell, aber auch in Radierungen oder Fotografien umsetzt. Die Pfalz steht für Pommer zudem für eine äußerst lebendige Kunstszene und einen regen Austausch mit anderen Künstlern. 

 

Text: red | Foto: M. Funk Photography/frei | Kontakt: www.veronika-pommer.de

Manfred Krause, Weinbaum-Macher

Der Liebe wegen ist der gebürtige Rheinländer in die Pfalz gezogen. Hat seine Leidenschaft für die See nach vielen Jahren in Kiel gegen die Begeisterung fürs Pfälzer Rebenmeer getauscht. Mancher mag ihn noch von Kleinkunst-Veranstaltungen im Keller "Krakel" in Obrigheim kennen. Dort lebt Krause seit 25 Jahren mit seiner Frau in deren Elternhaus. Noch länger begleitet ihn nur seine Liebe zu Holz. "Es ist ein Werkstoff, mit und aus dem man wunderschöne Dinge gestalten und formen kann und der sich so gut anfühlt." Vor allem große Hölzer bearbeitet Krause gerne. Zunächst hat er aus Balken alter Abrisshäuser Weinständer gefertigt. Dann wurden die Hölzer noch größer und es entwickelten sich die WeinBäume, die Krause inzwischen bis nach Berlin verkauft.

 

Text: utg | Foto: Walter Weishaar/frei

Theo Biefel, Vorsitzender der Ortsgruppe Sondernheim des Pfälzerwald-Vereins

Die Pfalz ohne Wandern und Hüttenkultur ist nicht denkbar. Möglich wird dies, weil sich viele Menschen dafür engagieren. So wie Theo Biefel beispielsweise im Pfälzerwald-Verein. Der begeisterte Wanderer schloss sich der Ortsgruppe Sondernheim des Pfälzerwald-Vereins an. Seit 2013 ist er deren Vorsitzender. Theo Biefel ging zu Beginn seines Ruhestandes dorthin, wo er 1948 geboren wurde: in die Festungsstadt Germersheim. In Diez an der Lahn wuchs er auf, fast 30 Jahre lebte er in Trier. Wenn man nach Jahrzehnten in die Pfalz zurückkehrt und das Gefühl hat zu Hause zu sein, dann war und ist das wohl Heimat. „Es ist die Mentalität der Pfälzer, der pfälzische Dialekt, die vielfältige Natur und die bodenständige und schmackhafte Küche – von den charaktervollen pfälzischen Weinen ganz zu schweigen“, zählt Biefel auf, was ihn spüren lässt, nie wirklich weg gewesen zu sein. Seine zweite Leidenschaft ist die Fotografie, die sich wunderbar mit seinem anderen Lieblingshobby, dem Wandern, verbinden lässt. Die anschließende Einkehr in eine der gemütlichen Hütten des Pfälzerwald-Vereins nach so einer Wandertour versteht sich für ihn von selbst. Und allen Radfahrern und Rheinspaziergängern kann man sein „Sunnemer Schleusenhaus“ zur Rast nur empfehlen. 

 

Text: utg | Foto: Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Sondernheim e.V./frei | Kontakt: www.pwv-sondernheim.dewww.pwv.de

Renate Fleischer, Einkäuferin im BASF Weinkeller

"Genuss wird hier in der Pfalz groß geschrieben.“ Renate Fleischer, geboren 1974, ist gelernte Winzerin und Diplom-Ingenieurin für Weinbau und Kellerwirtschaft. Seit 17 Jahren ist die gebürtige Würzburgerin im BASF Weinkeller tätig, zuerst im Weinfachgeschäft und seit 2001 im Weineinkauf. Im 1901 gegründeten Weinkeller des Ludwigshafener Chemieunternehmens betreut sie den Einkauf der Schaumweine und Spirituosen, sowie der rund 350.000 Flaschen deutschen Weins, wobei die pfälzischen Tropfen davon ca. 90 Prozent ausmachen. „Die Pfalz ist ein unglaublich vielfältiges Weinbaugebiet mit Rebsorten für jeden Geschmack.“ Das Arbeiten mit Wein ist für sie eine Berufung. „Wein bedeutet für mich das pure Leben“, erklärt sie. Dass sie die Liebe zum Wein mit ihren Kunden teilen kann, macht den Beruf für sie zum schönsten der Welt. „Verstärkt wird das durch die tolle Landschaft und die herzliche Art der Pfälzer. Das alles macht es einem sehr leicht, sich hier heimisch zu fühlen.“ Für Einsteiger, die die Region, den Wein und das Pfälzer Lebensgefühl richtig kennenlernen wollen, empfiehlt Fleischer den Besuch eines Weinfestes und die obligatorische trockene Riesling-Schorle. „Danach kann man sich dann auf die Suche nach seinem persönlichen Lieblingswein machen.“

 

Text: red | Foto: BASF/frei | Kontakt: www.weinkeller.basf.de

Jasmin Centner, Floristmeisterin

Mit ihr wird die Pfalz noch bunter, zauberhafter, phantasievoller, schmuckvoller, festlicher,  spannender und vielseitiger. Wenn Floristmeisterin Jasmin Centner Hand anlegt, dann werden aus Blumen, Blüten, Gräsern und Moos wahre Kunstwerke. Sie verwendet, was die Pfalz hergibt, aus Wäldern, Wiesen und Weinbergen. In den Kirchen, Restaurants und Innenhöfen der Region hinterlässt sie ihre floralen Spuren. Ihren Werkraum für Blumengestaltung im alten Winzeranwesen "Villa Kaul" in Weisenheim am Berg verlässt sie zudem regelmäßig, um als Dozentin unter anderem in Japan und Korea zu arbeiten und Zuschauern der SWR-Sendung "Kaffee oder Tee" Ideen für die eigenen Blumenarrangement oder Tischdekorationen zu geben. Ihr Leitsatz heißt: "Natur formt - ich forme etwas aus der Natur und die Natur formt mich." Dabei sei das Handwerk des Floristen stets die Basis all ihrer Arbeiten. Was daraus entsteht, spiegelt wider, wie Centner die Pfalz empfindet: lebendig und vielfältig, sowie als gelungene Kombination aus Tradition und Moderne.  

 

Text: utg | Foto: Werkraum/frei | Kontakt: www.jasmincentner.de

Karl-Emil Kuntz, Sternekoch

„Wir leben im Paradies, weil wir alles vor der Haustür haben. Wunderbares Gemüse, wunderbares Obst und natürlich den Wein.“ Karl-Emil Kuntz, Spitzenkoch aus Herxheim-Hayna, gerät beim Thema Vielfalt der Pfalz geradezu ins Schwärmen. Seit 30 Jahren – ununterbrochen seit 1986 – leuchtet der Michelin-Stern nunmehr über seinem Gourmet-Restaurant im Hotel „Krone“. Und auch in den „Pfälzer Stuben“ werden seine variantenreich komponierten Köstlichkeiten serviert. Koch, Konditor, Küchenmeister, Sternekoch – auf diesen kurzen Nenner lässt sich die Karriere des Haynaer Urgewächses bringen. Neben dem Kochen hat der 58-Jährige eine weitere Leidenschaft: das Laufen. Der erfolgreiche Marathoni zieht nach wie vor jeden Morgen die Laufschuhe an und dreht seine Runde. Neben dem Kochen und dem Sport liebt er schnelle Autos und natürlich seine Familie.

 Text: dot | Foto: Björn Kray Iversen/frei | Kontakt: www.hotelkrone.de

Kirsten Hall, Food-Bloggerin

„Die Pfalz ist für mich Heimat, Freunde und Familie. Eine Region, die in meinem Herzen wohnt.“ Kirsten Hall, in Landau geboren, lebt seit 1998 mit ihrer Familie in Douglas County, Colorado, am Fuße der Rocky Mountains auf 2000 Meter Höhe. Sie vermisst ein wenig die direkte und herzliche Umgangsweise der Pfälzer. Weil sie großen Wert auf gute Küche legt, hat sie 2010 einen eigenen Foodblog gestartet. Hier finden ihre Leser auch einige traditionelle Pfälzer Rezepte. Etwa den „favorit sweet“ ihres amerikanischen Ehemanns Doug: Pfälzer Rhabarberkuchen. Kirsten Hall hingegen freut sich bei jedem Heimatbesuch auf leckere Leberknödel und eine gute trockene Rieslingschorle.

 

Text: dot | Foto: Kirsten Hall/frei | Kontakt: www.myKitchenintheRockies.com

Regina Wahl, Marktfrau

„Die Pfalz ist ein Gemüseparadies, die Region der Dialekte und hat für mich den besten Riesling.“ Mit einem Strahlen in den Augen bringt Regina Wahl auf den Punkt, was für sie in erster Linie die Vielfalt der Pfalz ausmacht. Die 54-jährige Marktfrau aus Schifferstadt ist nun seit genau drei Jahrzehnten mit ihrem Stand auf Marktplätzen vertreten. 25 Jahre davon montags, mittwochs und freitags auf dem Stadtmarkt in Ludwigshafen. Dieser ist für Regina Wahl, die sich mit einem Schmunzeln als „zuverlässig, aber nicht pünktlich“ beschreibt, nicht nur Arbeitsplatz, sondern vor allem Begegnungsstätte. Sie schätzt die Menschen, den direkten Kontakt und den Austausch auf allen Ebenen. Mit ihrem Markenzeichen, der Schürze von Tante Herta aus Limburgerhof, ist Regina Wahl für viele auch Ratgeber und Rezepte-Lieferantin. So liebt sie etwa Feldsalat mit frisch geriebenem Meerrettich. Ein traditionelles Essen, wenn sie ihren Geburtstag feiert. 

Text und Foto: dot

Christine Ludt, Geschäftsführerin

„Die Pfalz ist für mich Heimat.“ Für Christine Ludt, war von Januar 2014 bis Ende 2016 Geschäftsführerin der Vinothek Par Terre in Landau, machen Architektur, Klima, Dialekt und der spezifische Klang der Region die Vielfalt der Pfalz aus. Als weitere wichtige Merkmale nennt sie die Mentalität der Einwohner, das kulturelle Angebot und die Bräuche. „Alle zusammen machen die Pfalz zu etwas ganz Besonderem mit viel Charme und Individualität“, betont Christine Ludt. Die 1983 geborene „Landauerin mit Leib und Seele“ hat eine Ausbildung zur Winzerin gemacht und außerdem in Geisenheim Weinbau studiert. 

Text: dot | Foto: Kilian Kuntz/frei

Jonas Frey, Lebenshilfe-Mitarbeiter

„Das Herbsten macht mir am meisten Spaß.“ Jonas Frey gehört zum Team des Weinbaus der Lebenshilfe Bad Dürkheim. Der 30-Jährige aus Neuwied, der seit acht Jahren in der Pfalz lebt, übernimmt viele Arbeiten im Keller. Er putzt Tanks sowie Fässer und befüllt diese auch. Und er hilft immer im Herbst mit, die Trauben für den nächsten Jahrgang zu ernten. Jonas' Opa bewirtschaftete an der Mosel Weinberge. Als es darum ging, wo Jonas bei der Lebenshilfe in Deutschland arbeitet, fiel vor diesem Hintergrund schnell die Entscheidung für den „grünen Bereich“ in Bad Dürkheim. Die Vielfalt der Pfalz bringt Jonas auf einen kurzen Nenner: „Wandern, Leute treffen, deren Offenheit und – Schorle trinken.“ Deshalb schlägt sein Herz für die Pfalz und für die Heimat gleichermaßen. Hier die Arbeit und seine Wohngemeinschaft, dort die Familie.

Text: dot | Foto: Melanie Hubach/frei | Weinbau der Lebenshilfe

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