W wie Wildbret - Pfälzer Warenkunde

Wildtiere sind freilebend, ständig in Bewegung und ernähren sich natürlich. Daher gilt ihr Fleisch als besonders hochwertig, denn es enthält in der Regel keine Fremdstoffe wie Hormone oder Medikamente. Dr. Michaela Schlich klärt uns im Interview über die positiven Eigenschaften von fettarmem, proteinreichem Wildbret, wie es in der Jägersprache genannt wird, auf.



Frau Dr. Schlich, welche Tierarten fasst der Begriff Wildbret zusammen?

Michaela Schlich: Unterschieden wird in Haarwild- und Federwildarten. Zum Haarwild gehören alle felltragenden Tiere, unter anderem sind das Wildschwein, Hase, Reh, Rot- und Damwild. Zu den Federwildarten gehören beispielsweise Fasane, Rebhühner, Wachteln, Wildtauben, Wildenten und Wildgänse.

Mit welchen Inhaltsstoffen kann Wildbret in Sachen Gesundheit punkten?

Wild ist reich an Vitaminen der B-Gruppe und an Magnesium, Eisen und Zink, wobei die Nährstoffkonzentrationen auch artenabhängig sind. Das Fleisch ist fettarm, verfügt jedoch über einen höheren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren – unter anderem an Omega-3-Fettsäuren – als Fleisch von Tieren aus Intensivhaltung. Protein- und Cholesteringehalte sind mit denen von Rind und Schwein vergleichbar, der Puringehalt von Wild ist niedriger, was vor allem Gicht-Patienten entgegenkommt.

Welche Vorteile hat Wildfleisch außerdem gegenüber anderen Fleischsorten?

Wir müssen hier zwischen freilebendem Wild und Wild aus dem Gehege unterscheiden, denn bei letzterem wird in der Regel zugefüttert und diese Tiere werden auch geschlachtet. Freilebende Wildtiere hingegen ernähren sich natürlich, im jahreszeitlichen Zyklus. Bei der „Wildbretproduktion“, also der Jagd, werden die Tiere abgeschossen, nicht geschlachtet. Sie erleben dabei keinen Stress und die Fleischqualität ist dadurch erheblich besser. Kommt das Fleisch zudem noch aus der Region, sind die Transportwege kürzer und die Herkunft ist für den Verbraucher transparenter.

Gibt es bestimmte Saisonzeiten für Wild?

Die Jagdzeiten, die vom Bund beziehungsweise den Ländern festgelegt werden, sind je nach Wildart etwas unterschiedlich. Die Jagdsaison bei Rehwild ist von Mitte Mai bis Februar. Beim Rotwild und Wildschwein sind die Jagdzeiten von Juni bis Ende Januar, bei Hasen von Oktober bis Ende Januar.

Wie geht es nach dem Abschuss des Wildtieres eigentlich weiter?

Der Jäger ist für die gesundheitlich unbedenkliche Beschaffenheit des Wildbrets verantwortlich und gesetzlich verpflichtet, alles für den menschlichen Verzehr bestimmte Wild unmittelbar nach dem Erlegen auszuweiden. Verkauft er sein Wild an Dritte, zählt er zu den Lebensmittelunternehmern und muss bestimmte Rechtsvorschriften beachten. Jäger, die das Fleisch auch zerlegen, müssen sich bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung registrieren lassen und über Kühlkammern und entsprechende Räume für das Zerlegen verfügen. Dies gilt auch für kleine, selbstschlachtende Metzgereien oder Direktvermarkter. Ist das Wild lediglich für den Eigenverbrauch bestimmt, muss der Jäger mindestens an einer Schulung in Wildbrethygiene teilgenommen haben. Die Einweisung in die Trichinenprobeentnahme und –untersuchung bei Schwarzwild ist ebenfalls Pflicht. Übrigens: Auf den Seiten des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz finden Verbraucher interessantes Hintergrundwissen und auch Bezugsquellen für Wildbret (ljv-rlp.de/wildbret).

 

Noch mehr Warenkunde

B wie Brennnessel - Pfälzer Warenkunde

B wie Brennnessel - Pfälzer Warenkunde

Vor allem Hobbygärtner rücken während der Freiluftsaison Brennnessel, Löwenzahn und anderen vermeint...

F wie Feldsalat - Pfälzer Warenkunde

F wie Feldsalat - Pfälzer Warenkunde

Ackersalat, Vogerlsalat, Rapunzelsalat oder Nüssli-Salat. Es gibt zahlreiche Namen für den beliebten...

M wie Mandel - Pfälzer Warenkunde

M wie Mandel - Pfälzer Warenkunde

In der Weihnachtszeit kommt kaum ein Plätzchenrezept ohne seine gemahlenen Samen aus. Seine Blüte in...

E wie Esskastanie - Pfälzer Warenkunde

E wie Esskastanie - Pfälzer Warenkunde

Herbstzeit ist in der Pfalz Keschdezeit. Bei Spaziergängen entlang des Pfälzer Keschdewegs, der von...

T wie Tafeltrauben - Pfälzer Warenkunde

T wie Tafeltrauben - Pfälzer Warenkunde

Denkt man an die Pfalz, hat man in der Regel als Erstes ein endlos scheinendes Rebenmeer vor Augen....

VielPfalz empfiehlt

Anzeigen