Sonntagstour – Sternenweg bei Klingenmünster

Diesmal geht es für Sonntagswanderer bei Klingenmünster „immer den Sternen nach“. Die Schleife des Sternenwegs ist nicht nur für Jakobspilger ein historisch bedeutsamer Streckenabschnitt, sondern auch für an Geschichte interessierte Wanderer eine echte Besonderheit.


Folgt man den Spuren der mittelalterlichen Jakobspilger, so findet man in der Pfalz zahlreiche Knoten- und Sammelpunkte der einstigen spirituellen Wanderer. Damals wies unter anderem die Sternenspur der Milchstraße in Richtung Santiago de Compostela, heute nimmt ein Modellprojekt des Regionalverbandes Saarbrücken symbolisch Bezug auf das Pilgern entlang der Sterne Europas.

Die Klingenmünsterer Schleife des Sternenwegs hat sich an das Projekt angeschlossen und punktet mit gleich vier unter dem Schutz der Unesco stehenden Gebäudekomplexen entlang der Strecke.

Noch ist die Schleife des Sternenwegs nicht komplett ausgeschildert und auch die Info-Tafeln an den historischen Gebäuden fehlen noch. Diese Sonntagstour ist also perfekt für Entdecker und Neugierige, ein Geheimtipp sozusagen. Die Strecke deckt sich über weite Teile mit dem Premiumrundwanderweg „Drei-Burgenweg“ (Markierung stilisierter Turm). Lediglich der Einstieg gestaltet sich etwas anders.


Start

Wir starten an der Klosterkirche im Ortszentrum (kostenlose Parkplätze an der Klingbachhalle). Die Kirche an der ehemaligen Benediktinerabtei ist tagsüber geöffnet und auch der Klostergarten kann besucht werden. Noch tiefer in die Geschichte eintauchen kann man auf einem Rundgang durch den historischen Ortskern. Man erfährt, warum August Becker, pfälzischer Heimatdichter im 19. Jahrhundert und berühmtester Sohn von Klingenmünster, sein Heimatdorf als einen der Glanzpunkte der Pfalz bezeichnete.

1. Etappe

Für unseren Weg gehen wir allerdings direkt zum Hof des Stiftsgutes Keysermühle. Von dort benutzen wir den Pfad längs der ehemaligen Klostermauer, laufen über die Klingbachbrücke, biegen nach etwa 50 Metern links ab. Wir queren die Lettgasse und kommen über den Kahngarten zum Verkehrskreisel, an dem wir die B48 in den Magdalenenweg überqueren und auf der Alten Straße hinauf gehend die spätromanische Nikolauskapelle erreichen (von Mai bis Oktober samstags, sonntags, feiertags und am 1. und 3. Mittwoch im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Kapellenführung möglich).

2. Etappe

Am Waldrand oberhalb der Kapelle gelangen wir auf die ab hier ausgeschilderte Burgen-Wegstrecke, zur Burg Schlössel aus salischer Zeit und der Fliehburg Heidenschuh. Mit dem Martinsturm auf dem Gipfel des Treutelsberges wird der höchste Punkt erreicht, bevor der Weg immer leicht bergab die Burg Landeck ansteuert (täglich geöffnet, auch die Gastronomie). Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt.

Länge

Rund drei bis vier Stunden sollte man sich für diese etwa neun Kilometer lange Sonntagstour mindestens Zeit nehmen.

 

Sehenswert

• Die Burg Landeck ist die jüngste Schutzburg des Klosters Klingenmünster und wurde vermutlich um 1180 erbaut. Doch auch die anderen mittelalterlichen Baurelikte dieser Tour sind absolut lohnenswert.

• Das ehemalige Benediktinerkloster in Klingenmünster stammt aus dem 12. Jahrhundert, der erste Bau der Abtei geht sogar auf die karolingische Zeit um 780 zurück.

 

• Der steinerne Wall rings um die ca. 1030/1050 gebaute Adelsburg Schlössel ist noch deutlich zu sehen.

• Die Ruine Heidenschuh, eine frühmittelalterliche Fliehburg, stammt vermutlich aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, geblieben sind einige Mauerreste.

• Ein echtes Kleinod ist wegen der bemerkenswerten spätromanischen Sakralarchitektur und ihrer Lage die Nikolauskapelle.

Das ehemalige Kloster, die Nikolauskapelle, Schlössel, Heidenschuh und Landeck sind denkmal- und Unesco-geschützt, der 1886 erbaute Martinsturm bietet zudem eine tolle Panorama-Fernsicht.

Nach der Wanderung genießen

Die Gastronomie der Burg Landeck sowie die örtliche Gastronomie in Klingenmünster bietet für den kleinen und großen Hunger etwas. Bitte beachten Sie hierbei die aktuellen Corona-Regelungen. [utg]

INFO

sternenweg.netburglandeck-stiftung.de

Alle Fotos sind von Peter Michael Lupp, Grafik: Dostal.

 

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