R wie Radieschen – Pfälzer Warenkunde

Scharf, knackig und gesund. Radieschen gehören fast das ganze Jahr auf einem Pfälzer Vesperteller dazu. 85 Prozent der gesamten deutschen Radieschen-Ernte stammt aus der Pfalz. Wieso Radieschen der ideale Snack sind, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Michaela Schlich im Interview.


Ab März bis zum ersten Frost kommt das Knollengemüse, das sich auf Lehm-Löss-Böden wohlfühlt, aus Pfälzer Freilandanbau. Auf mehr als 2.500 Hektar Ackerland werden Radieschen in der Rheinebene angebaut. Keinem anderen Gemüse wird mehr Platz gewährt. Ihren Ursprung sollen die Kreuzblütler im Mittelmeerraum und Südwestasien haben. Als Snack oder würzige Zugabe zu Salaten sind Radieschen hierzulande besonders beliebt.

Frau Dr. Schlich, Radieschen gelten als Fitmacher. Zu Recht?

Radieschen (lat. Raphanus sativus) zählen zur Familie der Brassicaceae und zur Gattung der Rettiche. Radieschen sind Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, denn sie liefern nennenswerte Mengen an Kalium, Calcium und Vitamin C. Schauen wir auf die Menge, die wir im Rahmen einer Mahlzeit zu uns nehmen, so können Radieschen zur Bedarfsdeckung einiger Vitamine beitragen. Die übliche Menge beträgt bei fünf mittelgroßen Radieschen circa 60 Gramm.

Die in den Radieschen enthaltenen Senföle sorgen für einen scharfen Geschmack. Haben sie auch positive Effekte auf unsere Gesundheit?

Radieschen enthalten neben anderen sekundären Pflanzenstoffen Kaempferol und Senfölglykoside (Senföle). Die scharf schmeckenden Senföle wirken gegen Bakterien und Viren und können positive Effekte bei Blasen- und Harnwegsentzündungen sowie bei Erkältungen ausüben. Kaempferol kann als Phytoöstrogen wirken und hat antioxidative Eigenschaften.

Was ist an der Faustregel „Je kleiner, desto schärfer, desto gesünder“ dran?

Grundsätzlich sind solche pauschalen Aussagen bezogen auf den Gesundheitswert von Lebensmitteln kritisch zu betrachten. Ein Zuviel an Senfölen kann Schleimhäute, Rachen und Speiseröhre reizen. Das gilt insbesondere für Menschen, die Probleme mit Sodbrennen, eine Magenschleimhautentzündung oder eine Nierenerkrankung haben.

Wie unterscheiden sich die Radieschen-Sorten?

Radieschen gibt es in runder, seltener in länglicher Form. Ihre rote Farbe ist für sie typisch. Aber auch rot-weiße, weiße, gelbe, violette und sogar schwarze Sorten sind im Handel erhältlich. Bei den Pflanzen unterscheidet man zwischen den frühen Sorten und den Sommerradieschen.

Was sollte beim Kauf und der Lagerung von Radieschen beachtet werden?

Die Radieschenknolle sollte eine pralle Oberfläche ohne „Knitterfalten“ aufweisen und das Grün frisch aussehen. Im Gemüsefach des Kühlgeräts können Radieschen in ein feuchtes Tuch eingeschlagen zwei bis drei Tage lagern, dabei vorher das Blatt entfernen.

Roh sind frische, knackige Radieschen ein toller Snack. Auf welche Weise kann man die Knollen noch zubereiten? Ist das Grün auch für den Verzehr geeignet?

Das Radieschengrün kann in der Küche verwendet werden, wenn es noch frisch und grün ist. Ob als Salat, püriert in einer Soße, als Radieschen-Pesto oder gedünstet als Beilage. Die Knolle kann zu einer leckeren Suppe oder zu einem Radieschen-Dip verarbeitet werden.

(apl.) Prof. Dr. Michaela Schlich. Foto: privat

Dr. Michaela Schlich ist promovierte Ökotrophologin mit der Fachrichtung Ernährungswissenschaft und arbeitet als Akademische Direktorin an der Universität Koblenz-Landau. Dort leitet sie das Fachgebiet Ernährungs- und Verbraucherbildung. Das Interview führte Kathrin Engeroff.

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