Pfalz persönlich – von der Theatermacherin bis zum Bewegungsfreund

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Gabriele Twardawa, Theatermacherin

Jungen Menschen dabei helfen, ihre Kreativität und Vielseitigkeit zu entdecken sowie Selbstvertrauen und Vertrauen zu gewinnen. So lassen sich die Ziele des AdRem-Jugendtheaters in Ludwigshafen auf einen kurzen Nenner bringen. „Theater ist nicht nur Event. Es schafft vor allem Möglichkeiten für Jugendliche, sich auszuprobieren“, erklärt Gabriele Twardawa. Als freischaffende Regisseurin ist sie der Kopf des Theaterprojekts, das heute seinen Sitz in der Ludwigstraße inmitten der City hat. Die 1962 in Polen geborene Theatermacherin studierte an der Akademie für Kultur- und Bildungsarbeiten in Oppeln Theaterpädagogik. 1986 kam sie nach Deutschland und hängte ein Sozialpädagogik-Studium an der Fachhochschule für Sozialwesen in Ludwighafen an. Seit 1996 arbeitet sie in der Schultagesstätte einer Ludwigshafener Grundschule. Das inzwischen mit Auszeichnungen auf internationaler Ebene bedachte Adrem-Jugendtheater, für das sich Gabriele Twardawa ehrenamtlich mit viel Leidenschaft engagiert, entstand aus einem Projekt für sozial benachteiligte Jugendliche heraus. Es umfasst auch Arbeit in den Bereichen Sprache, Musik, Film und Bild. Im Mittelpunkt stehen jedoch die Theaterstücke. Gabriele Twardawas Erfolgsrezept dafür: „Man spielt Rollen nicht, man lebt sie.“

Text: dot | Foto: Robert Skrobich/AdRem| Info: adrem-jugendtheater.de

Hedi Rink, Sterneköchin

„Die Pfalz ist ein Paradies der Produkte“, erklärt Hedi Rink strahlend. Für die Küchenchefin im Restaurant Urgestein in Neustadt an der Weinstraße ist dies doppelt wichtig. Zum einen bleibt sie mit ihrem Kochstil gerne ganz nah am Produkt. Zum anderen macht ihr die Vielfalt der regionalen Produkte möglich, noch kreativer zu sein, wenn „alte Rezepte in die Neuzeit geholt werden“. Die Tester der Gourmet-Bibel Michelin hat die „sehr aufwendige“ (Zitat) Kochkunst von Hedi Rink auf Anhieb überzeugt. Im Frühjahr 2017 übernahm sie die Regie in der Urgestein-Küche. Im November gab es gleich einen Stern. Hedi Rink ist damit die erste und einzige Sterneköchin in der Pfalz. „Ein emotionaler Moment. Ich konnte es kaum glauben“, so die 1972 geborene gelernte Köchin, die zusätzlich eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau absolviert hat. In diesem Beruf arbeitete die aus Bitburg stammende Hedi Rink bis 2009. Erst danach begann sie im Urgestein, zunächst als Souschef, wieder zu kochen. Heute trägt jedes Menü komplett ihre Handschrift, denn sie kocht mit einer Unterstützung alleine. „Wie kriegen die das hin?“, sollen sich Hedi Rinks Gäste fragen, die sie immer wieder überraschen will. Einen Stern müsse man sich erarbeiten. Neben Fleiß und Konstanz komme es, so Hedi Rink, dabei vor allem auf die Produktqualität an. Und hier hilft die Vielfalt der Pfalz.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: restaurant-urgestein.de

Dieter Keck, Whisky-Enthusiast

Nach Schottland ist vor Schottland für Dieter Keck, den Vorsitzenden der Whisky-Freunde Pfalz. Bald 100 Mitglieder hat der 2013 gegründete Verein mit Sitz in Böhl-Iggelheim mittlerweile und zählt damit zu den größten in Deutschland. Die vielfältigen Aktivitäten für die Mitglieder reichen von Tastings über zwei Whisky-Wanderungen pro Jahr bis hin zu eigenen Abfüllungen. „Ich bin schottisch im Herzen“, beschreibt der 1966 geborene Keck seine Leidenschaft. Für den „echte Böhler Bu“, im Hauptberuf Gärtnermeister in der BASF, haben Pfälzer und Schotten „einen Spirit“. Dieser reicht für ihn bis zum jeweils „harten Dialekt“. Mindestens zweimal pro Jahr tourt Keck mit Gleichgesinnten durch Schottland, wo ihn die große Weite und Ruhe in einem eigentlich kleinen Land fasziniert und immer wieder begeistert. Und natürlich der Whisky. Infiziert wurde er 2005 durch einen Zufall. Wegen der Schwangerschaft seiner Frau führte eine Urlaubsreise nicht wie geplant in den Nordwesten Kanadas, sondern nach Schottland. Schon 2008 organisierte Keck seine ersten Tastings. Diese Verkostungen hat er inzwischen offiziell als Gewerbe angemeldet. Mehr als 100 hat er bereits veranstaltet, etwa für Volkshochschulen oder Supermärkte. Diese Tätigkeit sieht der Whisky-Enthusiast „nicht als Beruf, sondern als Berufung“.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: whiskytastings-pfalz.de, whiskyfreundepfalz.de

Judith Ziegler-Schwaab, Pfalz-Botschafterin

Judith Ziegler-Schwaab, Pfalz-Botschafterin

Mit dem Blick über St. Martin in die Rheinebene hat sich ihr im Alter von drei Jahren „die Welt eröffnet“. Auch heute liebt sie noch diesen Platz am St. Martiner Wingertsberg, an dem das Foto entstand. Über die Jahrzehnte ist Judith Ziegler-Schwaab (geb. 1957) mittlerweile jedoch zur Pfalz-Botschafterin par exellence geworden – als Journalistin, Autorin und Kulturschaffende. Wie ein roter Faden zieht sich dabei das Thema Wein durch ihre vielfältigen Aktivitäten, weshalb sich Judith Ziegler-Schwaab selbst auch gerne als Weinpfälzerin bezeichnet. Beispiele sind Weinproben mit besonderem geschichtlichen Bezug, die Präsentation ihres Filmbuches „Wildwest am Rhein“ bei Kino Vino oder die Idee zur Marke „WellVINess“, der ersten Verbindung von Wein und Wellness, die mittlerweile von Pfalzmarketing übernommen wurde. Jetzt freut sich Judith Ziegler-Schwaab darüber, dass gerade ihre neueste Erfindung offiziell als Marke eingetragen worden ist: „SlowVINess – quality time, quality wine“. Mehrere Bausteine verbinden – einzeln oder kombiniert – Wege zu mehr Achtsamkeit mit moderatem Weingenuss. Eine Idee, so Judith Ziegler-Schwaab, die sich ergänzend zu bestehenden Angeboten im Tourismus, in Weingütern oder der Spitzengastronomie unterschiedlich einsetzen lässt. Das übergeordnete Ziel: Genuss und inneres Gleichgewicht in der Slowregion Pfalz.

Text: dot | Foto: Norman Krauß |

Erwin Schottler, Bewegungsfreund

„Der Donnersberg ist mein Kraftwerk. Ich laufe dort immer wieder hoch, um aufzutanken.“ Erwin Schottler, 1950 in Kirchheimbolanden geboren, hat seine Leidenschaft zur Berufung gemacht. Der Naturmensch nutzt das Nordpfälzer Bergland und den Pfälzerwald nicht nur für sich selbst, sondern augenzwinkernd auch als „größtes Fitness-Studio der Welt“ für seine Kunden. Denn Bewegung gehört zu seinen Seminaren, Workshops und Coachings seit Ende 2010 immer mit dazu. Selbst dann, wenn es ihn einmal in einen Seminarraum verschlägt. „Wertschätzung schafft Wertschöpfung. Menschen verursachen alles, deshalb ist der Umgang mit ihnen entscheidend“, beschreibt Erwin Schottler sein Credo. Er will seinen Kunden aus Wirtschaft und Politik „das Rüstzeug für die Zukunft“ geben. Schottler, früher unter anderem Polizist und Personenschützer, ist sich sicher, dass die Zeit reif ist für die Dinge, die er auf seine Art vermittle. Wer werteorientiert handle, sei am Ende erfolgreicher als andere. Über Nordic Walking („Skilauf ohne Ski“) kam Erwin Schottler, der auch Ausbilder des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) ist, zur Bewegung. Schon 1986 hat er mit der ersten Pfälzer Wanderschule die Weichen in diese Richtung gestellt. An der Pfalz schätzt er, neben der Tatsache, dass alles ohne große Distanzen erreichbar ist, vor allem „die große, große Vielfalt“.

Text: dot | Foto: view – die agentur | Info: donnersberger.de

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