Pfalz persönlich – von der Musikerin bis zum Schauspieler

Fünf Pfälzer im Kurzporträt: eine Musikerin, ein Maschinenbauer, ein Organisationstalent, eine Ideengeberin und ein Schauspieler. Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Petra Fluhr, Musikerin und Kochbuch-Initiatorin

Pünktlich zum 100. Geburtstag der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz teilen die Musiker des Orchesters ihre Lieblingsrezepte mit dem Publikum. „Hier kocht nicht nur der Chef“ heißt das neue Kochbuch, das Petra Fluhr initiiert und realisiert hat. Die 1959 in Ludwigshafen geborene Musikerin spielt Oboe und zählt seit 1984 zum Orchester. „Die Intention hinter dem Buch ist nicht in erster Linie das Kochen“, berichtet sie. „Es ist vor allem für unser Publikum gedacht, das traditionell die Nähe zu uns Musikern sucht und furchtbar gerne hinter die Kulissen schaut“. Neben Rezepten und Illustrationen sind auf 120 Seiten persönliche Geschichten von Musikern sowie kleine Gedichte, Aphorismen oder Satirisches eingeflochten. „Es gab schon Rückmeldungen, wonach sich einige köstlich amüsiert haben sollen“, erzählt Fluhr schmunzelnd. Für sie als Musikerin war das Projekt ein kleines Abenteuer. „Es hat mich gereizt, einmal etwas zu machen, was ich vorher noch nie getan habe“. Es gab zahlreiche Sitzungen mit dem eigens dafür angeheuerten Computerlehrer, Kampf mit dem Layout und nächtelange Arbeit an den Texten. Als Musikerin sei sie es gewohnt, dass ihre Arbeit „auf Nimmerwiederhören verhallt“. Die Tatsache, dass man sein Werk hinterher in Händen hält und immer wieder darin blättern kann, ist für Fluhr deshalb eine ganz neue Erfahrung.

Text: dot | Foto: dot | Info: staatsphilharmonie.de

Stefan Braun, Maschinenbauer

„Erst wenn man weggeht, kann man nach Hause kommen.“ Stefan Braun, Geschäftsführer der Braun Maschinenbau GmbH in Landau, bezeichnet die Pfalz als „meine Heimat“. Nach Hause in die Pfalz kommt er oft. Denn sein Unternehmen, das zu den führenden Herstellern von Spezialmaschinen für Wein- und Sonderkulturen zählt, ist mittlerweile in 28 Ländern weltweit aktiv. Der 1962 geborene Maschinenbauer stammt aus Burrweiler (Landkreis Südliche Weinstraße), wo sein Vater das Unternehmen 1958 in einer Dorfschmiede gründete. Braun begann dort nach externer Tätigkeit 1994 als Mitarbeiter und übernahm 2002 den elterlichen Betrieb, der im November 2015 nach Landau umzog. Besonders stolz ist er auf die Markteinführung des Vineyard Pilot Assistant (VPA). Mit Hilfe eines am Traktor angebauten Laser-Scanners erfolgt eine permanente automatische Positionierung der Arbeitsgeräte zum Weinstock. Übergeordnetes Ziel ist es, durch eine effiziente Unterstockbearbeitung den Herbizid-Einsatz stark zu reduzieren.  Kürzlich ist Braun mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Er verbindet in seinem Unternehmen auch Wissenschaft und Praxis, indem er vielen Studenten Abschlussarbeiten ermöglicht. „Ich möchte die Pfalz auch nach außen tragen“, unterstreicht er. Zum „Heimat“-Programm für seine Kunden gehören deshalb Besuche auf dem Hambacher Schloss, Weinproben und Pfälzer Spezialitäten immer mit dazu.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: braun-maschinenbau.de

Lucienne Bernhardt, Organisatorin von Frauensache’n

Seit mehr als einem Jahr organisiert Lucienne Bernhardt „Frauensache’n“. Das ist der prägnante Name jener pfälzischen Modemärkte, auf denen ausschließlich Dinge angeboten werden, die Frau so braucht: Kleidung, Kosmetik, Accessoires, und zwar als Neu- und Secondhandware. „Ich wollte mich gerne selbstständig machen. Deshalb habe ich die Chance ergriffen, als jemand gesucht wurde, der die Organisation der Frauenflohmärkte übernimmt“, erzählt die 19-Jährige. Ihr Ziel war es, die Märkte in mehren pfälzischen Städten zu etablieren. Das ist ihr auch gelungen. Denn neben Kaiserslautern, dem Ursprungsort von „Frauensache’n“, gibt es nun auch Modemärkte in Landau und Bad Dürkheim. Die To-Do-Liste für solch eine Aufgabe ist lang und die Zeit, die Lucienne Bernhardt investiere, könne sie nicht hochrechnen, sagt sie. Denn das Ganze macht sie in ihrer Freizeit. Hauptberuflich lernt die Westpfälzerin seit vergangenem Sommer Kauffrau im E-Commerce. Sie selbst stammt aus Weilerbach und lebt in Kaiserslautern. Die Stadt möge sie besonders, weil Kaiserslautern eben nicht typisch städtisch sei: „Es gibt hier Wohngebiete, die sehr schön ländlich wirken.“ Einen Ausgleich zum Off- und Online-Handel findet Lucienne Bernhardt beim Bouldern in der Halle oder beim Spazierengehen im Pfälzerwald.

Text: ayß | Foto: Norman Krauß | Info: frauen-flohmarkt.info

Selina Liebel, Ideengeberin Naturerlebniszentrum Hauenstein

Wilde Zutaten, selbst gepflückt: für die vegane Küche in der Gaststätte des Schützenvereins. Selina Liebel und ihr Mann Simon starten in die zweite Saison mit ihrem Naturerlebniszentrum in Hauenstein. Aufgebaut haben sie es in den Räumlichkeiten des Schützenvereins St. Georg. „Wir haben drei Jahre nach einem passenden Ort dafür gesucht, denn wir wollten auf jeden Fall richtig ins Grüne, in den Pfälzerwald“, erzählt Selina Liebel. „Und zu einem Naturerlebniszentrum passen vegane Gerichte, die selbst, frisch, saisonal, zucker- und überwiegend glutenfrei zubereitet sind.“ Das Zentrum sei für alle bereichernd, ganz gleich, wie man sich ernähre. Es sei ein Treffpunkt, wo man sich austauschen könne. Nicht nur Wanderer, die auf dem Kastanienweg oder dem Schusterpfad in Hauenstein vorbeikommen, schätzen dieses Angebot. So hatte das Ehepaar Anfragen von Firmen, Schulen und Jugendgruppen für Ausflüge in die Natur mit anschließendem Lagerfeuer und gemeinsamen Essen. Neu sind die Übernachtungsmöglichkeiten in Tipis oder unter freiem Himmel in Hängematten. Die Diplom-Modedesignerin und der gelernte Zimmermann haben zuvor in einem Umweltzentrum gearbeitet und sind auf dem Aktivspielplatz bei Esslingen als Jugendleiter aktiv. Menschen für die Natur zu begeistern, Wissen weiterzugeben, bewusst und im Einklang mit der Umwelt zu leben – darin sehen sie nun ihre Lebensaufgabe.

Text: ayß | Foto: Norman Krauß | Info: naturerlebniszentrum.com

Peer Damminger, Schauspieler und Leiter der KiTZ Theaterkumpanei

„Wenn wir schlecht wären, ließen sie es uns spüren“, sagt Peer Damminger. Mit „sie“ sind die Kinder und Jugendlichen in den Zuschauerreihen der KiTZ Theaterkumpanei aus Ludwigshafen gemeint. „Meine Partnerin Bärbel sagt immer, Kinder seien ein unverstelltes Publikum.“ Das sei ein Grund, warum er es seit 25 Jahren Spaß und Herausforderung zugleich betrachte, ausschließlich Kindertheater zu machen. Der andere liege darin: „Die Kinder bringen uns ein großes Vertrauen entgegen, weshalb es unsere Aufgabe ist, ihre Seele und ihr Gehirn sinnvoll und gesund zu füttern.“ Seit 31 Jahren gehört Peer Damminger dem damals in Frankenthal gegründeten Ensemble an, mit dem er schon zahlreiche Preise im Bereich Theater verliehen bekam. 16 Stücke hat die KiTZ Theaterkumpanei im Repertoire. Seit 2020 gibt es in ihrer Aufführungsstätte, dem Theaterladen im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim, eine freie Sonntagsvorstellung pro Monat. „Das Konzept basiert auf unserer Überzeugung, dass der Zugang zur Kunst frei und unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen sein sollte“, betont Damminger. 1965 in Kirchheimbolanden geboren, in Frankenthal aufgewachsen, zog es ihn der (Theater-)Liebe wegen nach Ludwigshafen. Auch wenn es dem Ensemble guttue, deutschlandweit zu spielen und für seine Stücke „super Resonanz“ zu erhalten, möchten sie hier nicht weg: „Ich liebe die Pfalz, weil es hier eine so schöne abwechslungsreiche Landschaft gibt. Ich könnte nicht ohne die Weinberge und den Pfälzerwald leben.“

Text: ayß | Foto: Petra Feldmann | Info: theaterkumpanei.de

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