Pfalz persönlich – vom Kochperfektionist bis zur Gärtnerin

Fünf Menschen im Kurzporträt: eine Staudengärtnerin, eine Unverpackt-Verfechterin, ein Kochperfektionist, eine Kulturmanagerin und ein Weinexperte. Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche und gute Ideen gibt es hier viele.


Benjamin Peifer, Kochperfektionist

Ab Mitte Juli will er an seine mit einem Michelin-Stern gekrönte Küche aus dem Neustadter „Urgestein“ anknüpfen. „Gegen mehr wehre ich mich nicht“, legt Benjamin Peifer sich die Latte für das Projekt Selbstständigkeit selbst hoch. Wo der 1986 in Speyer geborene Koch-perfektionist mit seiner Freundin Bettina Thiel den Schritt wagt, ist bis Mitte Juni ein Geheimnis, das für Gesprächsstoff sorgt. Er bleibt jedoch seiner Pfalz treu. Das Autokennzeichen, so viel sei verraten, wechselt von NW zu DÜW. Der Restaurantname „Intense“ ist dagegen nicht nur bekannt, sondern Programm. Peifer, von japanischer Kochphilosophie begeistert, setzt künftig auf die Tradition „Omakase“. Hierbei überlässt der Gast dem Koch die Auswahl. In der Pfalz könne man dies mit Omas „s’werd gesse, was uff de Disch kummt“ beschreiben. Dies hat für Peifer vor allem mit Vertrauen zu tun. Denn wenn der Koch Timing und Menüfolge bestimme, helfe dies, das Ziel zu erreichen: „Den Gästen immer das Beste zu servieren, was wir können.“ Und so wird auch das Thema Wein „immer und immer wieder vorkommen“. Peifer nennt das Restaurant Intense deshalb auch „High-End-Weinstube“.

Text: dot | Foto: view - die agentur | Kontakt: restaurant-inten.se

Heike Mack, Unverpackt-Verfechterin

„Weniger ist mehr“, das ist Heike Macks Motto. „Das bezieht sich auf alles, eben auch auf die Verpackung“, sagt die 52-Jährige. Sie eröffnete im März den ersten pfälzischen verpackungsfreien Laden in Landau. Das Geschäft sei gut angelaufen, sie habe Kunden in jeder Altersgruppe, wobei noch viel Handlungsbedarf bestehe, damit es bei den Leuten Klick mache und sie sich mit Nachhaltigkeit und Ressourcenverschwendung auseinandersetzten. Mack bietet Lebensmittel und andere Haushaltsprodukte ohne Verpackungen an. „Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz.“ Sie selbst habe schon lange unbewusst Nachhaltigkeit gelebt. Angefangen beim selbst Kochen bis zum Aufbau eines Schulgartens. Die gelernte Bäckereifachverkäuferin ist Ur-Landauerin und liebt an der Region besonders das Bodenständige und die vielen Handwerksbetriebe. Genuss ist für sie, was alle Sinne anspricht, und hängt davon ab, wie liebevoll etwas hergestellt oder gehandhabt wird.

Text: ayß | Foto: view - die agentur | Kontakt: unverpackt-landau.de

Melanie Grabner, Staudengärtnerin

Sie ist mit den roten, runden Supermarkttomaten aufgewachsen und die haben ihr gar nicht geschmeckt. Damals hat sie beschlossen, in ihrem eigenen Garten bunte, echte und leckere Tomaten anzubauen. Heute hat die 41-Jährige zwischen 150 und 200 eigene Tomatenpflanzen. Das ist eine unglaubliche Vielfalt an seltenen und samenfesten Sorten. Aus Spaß wurde Hobby, wurde Sammelleidenschaft, wurde Berufung. Ob im Garten, als Buchautorin, bei Vorträgen oder auf Märkten: Tomaten bestimmen Melanie Grabners Jahresablauf. Die gebürtige Hessin kam des Berufes wegen in die Pfalz. Seit 2006 lebt sie in Böhl. „Ich liebe total die Natur und die Naturgeräusche. Besonders die leisen Töne.“ Für sie ist es eine besondere Harmonie, wenn sie Pflanzen und Insekten, Vögeln und Kröten einen Raum geben kann und dabei zusieht, wie sich alles entfaltet. Baden in Naturgewässern oder nachts unter freiem Sternenhimmel schlafen – das sei purer Genuss. 

 

Text: ayß | Foto: view - die agentur | Kontakt: lilatomate.de

Suzette Yvonne Moissl, Kulturmanagerin

„Ausgeleuchtete Burgen sind Kopfkino.“ Einzigartige Spielstätten in der gesamten Pfalz bilden für Suzette Yvonne Moissl eine der drei tragenden Säulen beim Festival Palatia Jazz. Es geht 2017 bereits zum 21. Male über die Bühne(n). Die Klosterruine Limburg (Foto) bei Bad Dürkheim ist auch diesmal wieder dabei. Für die Kulturmanagerin gehören beim Konzept das Jazzkulinarium mit seinen besonderen Speisen und Weinen sowie – nicht zuletzt – die Künstler selbst immer mit dazu. Hier setzt Moissl auf international bekannten Künstler und Nachwuchs – eine Mischung, die in einem Umkreis von 100 bis 150 Kilometern wegweisend war und ist. „Der Jazz, den man bei uns hört, geht an Bauch und Herz“, sagt die 1960 in Kanada geborene und in München aufgewachsene Veranstalterin. Vor 22 Jahren kam sie in die Pfalz. „Die Vielfalt macht die Vielfalt aus“, freut sich Moissl über Offenheit, Neugier, Interesse und ein Übermaß an Freundlichkeit in der Pfalz. 

Text: dot | Foto: view - die agentur | Kontakt: palatiajazz.de, s-y-m.de

Uwe Warnecke, Weinexperte

Begonnen hat alles mit einem der besten Rieslinge der Welt, einem Clos Sainte Hune aus dem elsässischen Trimbach. Verkostet wurde er von Uwe Warnecke zusammen mit Philipp Kiefer in Deidesheim. Dabei wurde die Idee geboren, Spitzenwinzer aus der ganzen Welt in die Pfalz zu holen. Anno 2017 ist Véritable, eine reine Weinfachmesse, bereits zum siebten Male im Aloisiushof in St. Martin zu Gast. Mit von der Partie sind 94 Spitzenwinzer aus 41 Anbaugebieten in zehn Ländern. Initiator und Organisator Warnecke hat so eine attraktive Plattform für Winzer geschaffen, die dort Sommeliers, Gastronomie, Hotellerie und der Fachpresse ihre besten Weine präsentieren. Warnecke, 1961 in Braunschweig geboren, hat nach vielen Stationen in der Spitzengastronomie – unter anderem von 1988 bis 1990 im „Schwarzen Hahn“ im Deidesheimer Hof – die Pfalz zu seiner Heimat gemacht. „Ich fühle mich hier sauwohl und mag die Offenheit“, sagt der Weinexperte, der derzeit seinen ersten eigenen Wein ausbaut. Unterstützt wird er von Philipp Kiefer. Und natürlich ist es ein Riesling – diesmal aus der Pfalz.

Text: dot | Foto: gliglag.de/kgp.de | Kontakt: uwe-warnecke.com, veritable.de

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