Pfalz persönlich – von der Winzermeisterin bis zum Waldpädagogen

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Tanja Huber, Winzermeisterin

Weinbau ist ihre Leidenschaft – und Wein sowieso. Die Winzermeisterin aus Herxheim am Berg, die zusammen mit ihren Eltern als Genossenschaftswinzer 43 Hektar bewirtschaftet, hat sich schon immer neben der Arbeit für den Weinbau engagiert. Als Weinprinzessin von Herxheim (2010 bis 2012), der Urlaubsregion Freinsheim (2012 bis 2014) und der Pfalz (2015 bis 2016). Seit Herbst 2017 hat Tanja Huber nun die Leitung des Arbeitskreises Weinbau Pfalz in der Landjugend Rheinhessen Pfalz übernommen. „Gut, dass man mitreden kann. Es geht schließlich um unsere Zukunft“, beschreibt die 1992 geborene Winzerin die Ziele für sich und ihr Team. So sollen Positionspapiere zum Weinbaugesetz oder zur Düngemittelverordnung erarbeitet werden. Wichtig ist ihr mit Blick auf Ausbildungsmöglichkeiten auch der Kontakt zum Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) und dem Weincampus – beide in Neustadt an der Weinstraße. Aber auch der Spaß kommt bei Partys oder bei der Realisierung von Theaterstücken nicht zu kurz. An der Pfalz liebt Tanja Huber „die Vielfalt, die Herzlichkeit und die Landschaft“. So überrascht es nicht, dass sie lieber draußen im Wingert als im Keller arbeitet. „Ein Bürojob ist nicht meins. Da war die Winzerlehre die logische Konsequenz“, erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Text: dot | Foto: view – die agentur| Info: lj-rheinhessenpfalz.de

Harald Potsch, Eismacher

Erdbeer-Basilikum, Zwiebel-Honig oder Apfel-Meerrettich. Eissorten gibt es bei Harald Potsch mehrere Hundert – ganz klassisch oder experimentell. Nicht immer auf einmal, doch übers Jahr an vielen Standorten auf Weinfesten, bei Betriebsfeiern oder anderen Veranstaltungen. Ende 2017 hat sich der 1969 in Ludwigshafen geborene Industriefach- und Betriebswirt entschlossen, in Deidesheim „Harry’s EiZ-Manufaktur“ zu gründen. Ein neuer Lieferwagen wurde speziell umgebaut und mit der EiZ-Maschine ausgerüstet, die das Eis „veredelt“. Seit März ist er damit unterwegs. „Bei rund 80 Events bin ich schon jetzt fest gebucht“, freut sich Harald Potsch. In der Pfalz und weit darüber hinaus ist er derzeit der einzige, der das System – es stammt aus Brandenburg – einsetzt. Die Basis ist Eis aus Milch oder Joghurt sowie eine laktosefreie und vegane Variante aus Bio-Reismilch. Hinzu kommen Früchte, Schokolade, Öl, Gewürze, Nüsse, Kräuter und vieles mehr. „Ich setze ganz auf regionale Produkte. Und da hat die Pfalz mehr als genug zu bieten“, erläutert Harald Potsch sein Konzept. Er ist davon überzeugt, dass die „individuelle Zubereitung aus natürlichen Zutaten vor den Augen der Eisfreunde“ ankommen wird. Das breite Angebot an Obst, Gemüse und anderen Produkten aus der Pfalz setze dabei der Kreativität kaum Grenzen.

Text: dot | Foto: view – die agentur | Info: eiz-manufaktur.de

Christian Götz, Senf-Hersteller

„Nur wo Gutes reinkommt, kommt Gutes raus.“ Für Christian Götz aus Burrweiler ist es ganz einfach, guten Senf zu machen. Insgesamt 23 verschiedene Sorten – alle in überwiegend handwerklichen Produktionsschritten hergestellt – stellt er zusammen mit seiner Frau in der Senf-Manufaktur in Burrweiler her. Der regionale Bezug zur Pfalz ist ihm bei der Auswahl der Zutaten besonders wichtig. Riesling-Senf, Pfälzer-Feigen-Senf, Honig-Senf und viele weitere unterstreichen dies. Christian Götz, der in den 80er-Jahren als Pionier bei der Bundeswehr in Speyer und später als Techniker im Vertrieb in der Trinkwasserbranche gearbeitet hat, wagte 2016 den Schritt in die Selbstständigkeit. Nicht zuletzt weil es keinen Senf gab, der seinen Ansprüchen genügte. Kochen ist seine Leidenschaft: Schon mit 13 Jahren schaute er der Oma gerne über die Schulter in die Kochtöpfe. Kochbücher verschlingt er geradezu. „Ich probiere gerne aus, auch in Garküchen. Und im Restaurant bestelle ich, was ich nicht kenne“, erzählt Christian Götz. Diese Experimentierfreude kommt ihm auch beim Senfmachen zugute. Seinen Senf setzt er selbst gerne als Würzmittel ein – in der Salatsoße oder im Gulasch mit Senfsoße. Für Christian Götz ist der Senf aus Burrweiler „eine Erweiterung aus der Region für die Region“.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: goetzen-senf.de

Ludwig Mesel, Dauerläufer

Zehnmal fiel bisher der Startschuss zum Marathon Deutsche Weinstraße. Und zehnmal war Ludwig Mesel bei dem Genusslauf über die volle Distanz dabei. Diesmal – im April 2018 – bei der elften Laufveranstaltung hat er sich nun für den Halbmarathon angemeldet. Mit seinen bald 83 Jahren dürfte er einer der ältesten Starter sein. „Eigentlich wollte ich schon 2016 nur die Halbdistanz laufen. Es war aber kein Startplatz mehr frei. Dann habe ich halt den Ganzen gemacht“, erzählt Ludwig Mesel mit einem Schmunzeln. Erst in den 70er-Jahren hatte der Winzer mit dem Laufen begonnen, weil ihm sein Arzt, mit Blick auf ein paar Kilo zu viel, Bewegung empfohlen hatte. Was mit kleinen Läufen rund um den Bad Dürkheimer Herzogweiher begann, führte zu Marathonzeiten unter drei Stunden, vielen Erfolgen bei Seniorenmeisterschaften im Berglauf auf Deutschland-, Europa- und Weltebene. „Fast jeden Sonntag steht ein Wettkampf auf dem Programm“, sagt Ludwig Mesel, der drei- bis viermal pro Woche trainiert, um weitere Medaillen und Urkunden für sich und seinen Laufclub zu sammeln. In seiner Altersklasse vermisst er manchmal nur die Gegner. Im Sommer plant der Dauerläufer, der sich auch mit Gymnastik fit hält, nochmals eine Alpenüberquerung. Ohne Wandern und Laufen geht es für ihn einfach nicht. Ludwig Mesel ist sich sicher: „Wenn man sich nicht mehr bewegt, geht es rückwärts.“

Text: dot | Foto: Henning Schneehage | Info: laufclub.de

Werner Zell, Waldpädagoge

„Ein besonderer Reiz ist das Feedback, wenn Kinderaugen leuchten.“ Forstwirtschaftsmeister Werner Zell arbeitet seit 2001 als zertifizierter Waldpädagoge. Der 1961 in Kaiserslautern geborene Zell lebt in Heßheim und arbeitet im Forstamt Otterberg. „Wir wollen den Menschen die Natur nahebringen“, beschreibt er das Ziel, das er und rund 100 weitere Waldpädagogen in Rheinland-Pfalz verfolgen. Tages- und Mehrtagesprogramme werden für Kindergärten, Schulen und Universitäten angeboten. Auch Lehrerfortbildungen gehören dazu. Eine besondere Kooperation hat das Forstamt Otterberg seit Jahren mit der Enkenbacher Hans-Zulliger-Schule. An einem steilen Hang im Landschaftsschutzgebiet am Schallenbrunner Weiher sind 200 Edellaubhölzer gepflanzt worden. Regelmäßig kümmern sich die Mitglieder der Umwelt-AG zusammen mit Zell darum, dass die 2013 dort gepflanzten Esskastanien, Mehlbeeren und Winterlinden gedeihen. Damit Rehe, Wildschweine und Co. die Bäumchen nicht abfressen, hat man ein Hordengatter zum Schutz errichtet. „Die AG ist freiwillig, deshalb sind hier alle mit großem Engagement dabei“, lobt Zell erfreut die Mitarbeit der Schüler. Das Projekt wird so zu einer doppelten Investition in die Nachhaltigkeit. Die Schüler erhöhen mit ihrer Arbeit den Baumbestand und eignen sich dabei noch Naturwissen an.

Text: dot | Foto: view – die agentur | Info: otterberg-wald.rlp.de

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