Pfalz persönlich – von der Pfarrerin bis zum Teegärtner

Fünf Pfälzer im Kurzporträt: eine Pfarrerin, ein Sternekoch, ein Bierbrauer, ein Teegärtner und eine Künstlerin stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche und gute Ideen gibt es hier viele.


Mechthild Werner, Pfarrerin und Reformationsbotschafterin

„Wenn auch Luther nie in Speyer war, am Rhein hätte es ihm gefallen. Und im Biergarten nebenan“, sagt Mechthild Werner, gebürtige Neustädterin und Speyerer Neubürgerin mit einem Schmunzeln. „Luther wusste Bier, Wein und ein offenes Wort zu schätzen. Wie ich als Pfälzer Protestantin.“ Die 55-jährige Pfarrerin plant derzeit die Aktivitäten der Evangelischen Kirche der Pfalz zu 500 Jahren Reformation. Sie arbeitet zwischen Kanzel, Kamera und Mikrofon und in größeren kirchlichen Projekten. Werner ist freie Hörfunkautorin, war Sprecherin des „Wort zum Sonntag“ in der ARD und liebt die Abwechslung. „Ich spreche auf Kirchentagen vor 500.000 Menschen oder singe mit Fünfen im strömenden Regen im Landauer Kirchenpavillon himmelgrün. Beides ist wunderbar. Und mit den Pfälzern ist gut singen und leben.“ Nach vielen Umzügen und Wahlheimaten genießt die Pfarrerin nun den Sonnenuntergang an der Haardt oder am Rhein ganz neu. 

 

Text: vp | Foto: view – die agentur | Kontakt: reformation2017.evpfalz.de

Manfred Schwarz, Sternekoch

Er ist zurück in der Pfalz: Sternekoch Manfred Schwarz erfüllt sich mit seinem neuen Restaurant „Schwarz“ einen Traum. Der 1956 geborene Küchenkünstler arbeitet seit März in Kirchheim an der Weinstraße erstmals in einer eigenen Immobilie.  „Die besten Winzer, tolle Produkte und lebensfrohe Menschen. Die Pfalz boomt“, sagt Schwarz. Er freut sich darüber, wieder in der Region zu sein, wo er zwischen 1989 und 2003 im Deidesheimer Hof viele Gäste des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl bekochte. Nach fast 30 Jahren müsse er sich nichts mehr beweisen: „Ich will frei von der Leber weg kochen. Eine ehrliche, moderne Küche zu einem bezahlbaren Preis anbieten.“ Klassiker möchte der Kochkünstler neu interpretieren. So gibt es unter anderem einen Saumagen à la Schwarz. Er wird über Holzkohle gegrillt. Der Gourmet-Bereich mit zweimal vier und zweimal zwei Plätzen wird durch ein Bistro und einen Außenbereich mit 40 Plätzen ergänzt.

 

Text: dot | Foto: view – die agentur | Kontakt: schwarz-restaurant.de

Sascha Gallo, Bierbrauer

Sein erstes selbstgebrautes Bier war ein dunkles, sehr süffig und gut stark. Vor drei Jahren hat der Landauer Sascha Gallo mit dem Bierbrauen angefangen. Zum Hobbybrauer wurde er durch ein anderes Gerstengetränk: den Whisky. Beim Whisky Club Landau lernte er Dominik Rödel, Gerd Barthel und Andreas Lehr kennen, mit denen er das soziale „BierProjekt Landau eG“ startete. „Dabei geht es uns um den Spaß am Brauen, nicht um Profit. Wir möchten den Menschen die traditionelle, handwerkliche Braukunst näherbringen. Als Genossenschaft sind wir für jeden offen. Wir bieten zum Beispiel auch Braukurse an“, erzählt Gallo. Die ersten selbstgebrauten Biere „waren so lecker, dass sie uns unter der Hand weggetrunken wurden“, berichtet der 36-jährige Bäckergeselle. Das BierProjekt – mit tierischen Biernamen wie White Flamingo (Weizenbier) oder Erdmännchen (Landauer Hell) – hat mittlerweile in der Küglermühle in Siebeldingen eine Heimat gefunden. Für den gebürtigen Hessen Sascha Gallo ist die Pfalz seit fast 20 Jahren sein Zuhause.

 

Text: ayß | Foto: view – die agentur | Kontakt: bierprojekt-landau.de

Christian Weiß, Teegärtner

Die Pfalz mit ihren guten Böden biete beste Anbaubedingungen, sagt Christian Weiß (33), gelernter Landschaftsgärtner in vierter Generation. „Das ist nicht zuletzt ein Grund für unsere neue Wahlheimat.“ Zusammen mit seiner Verlobten Jessica Schönfeld baut der gebürtige Rheinländer in der zweiten Saison Teekräuter auf ihrem „Schönfeld“ in Ruppertsberg an. „Ich habe mich nach dem Studium der Getränketechnologie meiner Wurzeln besonnen und wollte wieder mit beiden Beinen im Grünen stehen. Aromatische Kräuter und Tee hatten mich schon lange gefesselt“, erzählt Weiß. Die Aufgaben lassen sich gut mit denen eines Weinbauern vergleichen – von der Aufzucht der Jungpflanzen, über die Sorte, die Ernte und die behutsame Verarbeitung. Genuss heißt für Weiß, „für einen Moment die Zeit anhalten, mit wachem Auge das Spiel der Natur beobachten“. An der Pfalz schätzt das Paar außerdem „Land und Leute, wie man so schön sagt. Und das Wetter, das uns so viele tolle Weinfeste schenkt.“

 

Text: ayß | Foto: view – die agentur | Kontakt: schoenfeld-tee.de

Doris Gaab-Vögeli, Künstlerin

„Die Weinnase von der Weinstraße“ – das Strichmännchen mit der roten Nase und dem roten Zipfel hat die Neustadter Künstlerin Doris Gaab-Vögeli schon zu Schulzeiten entwickelt. „Eine Aufgabe hat es aber erst vor etwa zehn Jahren bekommen“, erzählt die 64-Jährige. Nämlich als sie eine normale Kunstaustellung in einem Weingut spannender gestalten wollte. Seitdem erlebt die Weinnase im Cartoon alles, was mit Wein zu tun hat: Liebe, Genuss, Entspannung ... „Was die Figur in unserer bunten und überlagerten Zeit so auszeichnet, ist ihre Einfachheit, die wenigen Striche und Farben.“ In einigen Pfälzer Weingütern, zum Beispiel im Weingut Stachel in Maikammer, sind die Genuss-Abenteuer der Weinnase auf Leinwand zu bewundern. Für Gaab-Vögeli bedeutet Genuss, mit Freunden Wein zu trinken, gutes Essen  genießen und in der Natur unterwegs zu sein. „Ich liebe deshalb unsere Pfalz. Die Menschen sind sehr offen, sehr zugänglich und hier kann man so viel Spaß haben.“

 

Text: ayß | Foto: view – die agentur | Kontakt: Telefon 06327 960281

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