Pfalz persönlich – vom Winzer bis zum Extremsportler

Fünf Pfälzer im Kurzporträt: ein Winzer, eine Tierärztin, ein Sammler, eine Feinschleckerin und ein Extremsportler. Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten


Andreas Schäffer, Winzer

Das Hambacher Schloss ist in vielen Szenen im Hintergrund zu sehen. Dies war in den ersten beiden Folgen des ARD-Fernsehfilms „Weingut Wader“ so. Und es wird in den nächsten beiden Teilen (Sendetermine: 22. und 29.11., jeweils 20.15 Uhr) wieder so sein. „Hambach und die Pfalz müssen im Mittelpunkt stehen“, beschreibt Andreas Schäffer das Ziel, das er verfolgte. Schäffers Weingut in Hambach war nicht nur einer der Drehorte. Mit der TV-Serie ist der 1962 geborene Winzer, der den Betrieb zusammen mit seinem Sohn Johannes in sechster Generation führt, auch zum doppelten Fachberater geworden. Zum einen stand er Autorin Bernadette Feiler für Fragen zur Verfügung, als diese das Drehbuch verfasste. Zum anderen wurde Schäffer später auch am Set zum Berater. „Jeder Schauspieler will sicher sein, dass er in Szenen hinterher für Fachleute nicht unprofessionell rüberkommt“, erklärt Schäffer. So musste beispielsweise eine Sequenz nochmals gedreht werden, weil ein Darsteller den Refraktometer nicht richtig hielt. „Das Filmteam, das pro Folge jeweils 23 Drehtage vor Ort war, hat hier auch die unkomplizierte Hilfsbereitschaft der Pfälzer geschätzt“, erzählt Schäffer, der auf unserem Foto ein Barriquefass säubert. Die Rückmeldung am Ende: So wie wir hier aufgenommen worden sind, so war es noch nie. Neben der Serie selbst war dies Werbung pur für die Pfalz, Neustadt, Hambach und das Weingut.

Text: dot | Foto: Kai Mehn | Info: daserste.de, schaefferwein.de

 

Doris Dühr-Bien, Tierärztin

Doris Dühr-Bien führt in der Südpfalz ihre eigene Kleintierpraxis. Privat schlägt ihr Herz in ganz besonderem Maß für landwirtschaftliche Nutztiere, die im Bereich Tierschutz keine große Lobby haben. Ganz anders in Böchingen bei Landau: Auf ihrem Gnadenhof kümmert sich Dühr-Bien um alte, kranke oder aus schlechten Haltungsbedingungen gerettete Ponys, Esel, Maultiere und Rinder. Seit einem Praktikum in einem Schlachthof für Kälber während ihrer Ausbildung sei sie Vegetarierin und setze sich für die großen Vierbeiner ein, erzählt die Tierärztin. Dühr-Bien geht es um viel mehr als nur um das Tierwohl: „Meine Hoftiere sind Botschafter für alle in respektlosen Haltungssystemen gequälten Nutztiere. Bei Begegnungen mit ihnen auf unserem Hof, auf den Koppeln im Modenbachtal oder bei unseren Eselwanderungen können die Menschen erfahren, dass auch diese Tiere Gefühle und einen eigenen Charakter haben. Hat man das einmal erlebt, betrachtet man seine Umwelt respektvoller.“ Allein zweieinhalb Stunden pro Tag nimmt das Misten und Füttern der insgesamt 25 Tiere in Anspruch. Dühr-Bien wird hierbei unter anderem von ihrem Mann unterstützt. Trotzdem arbeitet sie weiterhin in Vollzeit als Tierärztin – und das muss sie auch, denn sie finanziert ihren Gnadenhof fast ausschließlich privat. Wer helfen möchte, kann spenden, eine dauerhafte Unterstützung bedeutet hingegen die Übernahme einer Tierpatenschaft.

Text: swa | Foto: Norman Krauß | Info: eselpferdehof.de

 

Wolfgang Freisberg, Sammler

Ein Möbelstück hat es ihm ganz besonders angetan: der Stuhl. Wolfgang Freisberg, 1932 in Ludwigshafen geboren, war ursprünglich Polsterer und Raumausstatter. Später führte er das Unternehmen Freisberg Wohnbedarf in Ludwigshafen und Mannheim. Die Leidenschaft rund ums Thema Wohnen ist in seiner Familie weit verbreitet, schon seine Großmutter hatte ein Möbelgeschäft. „Stühle faszinieren mich besonders, weil sie am häufigsten im Haus sind. Pro Mensch immer mindestens ein Stuhl“, beschreibt Freisberg den Hintergrund dafür, dass er bis heute Stühle sammelt. In seinem privaten Museum in Obrigheim stehen sie – zusammen mit Tischen, Kunstwerken und Lampen – meistens mit diversen Infos auf Tafeln neben-, hinter und durcheinander. Hier finden sich Raritäten wie der erste serienmäßig aus Gusseisen hergestellte Stuhl der Welt. Oder Stühle aus Glasfaser erinnern daran, dass – so Freisberg – immer, wenn es ein neues Material gab, auch Stühle daraus produziert wurden. In der Sammlung, die Exponate aus der ganzen Welt enthält, steht ein Shaker-Stuhl von 1860 neben einem von Walter Gropius aus dem Jahr 1911/1912. Stolz ist Freisberg darauf, dass er zusammen mit der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ ein großes Poster mit den modernen Klassikern der Geschichte des Stuhls produziert hat.

Text: dot | Foto: Dostal

 

Simone Koob-Lösch, Feinschleckerin

Sie liebt Bacon, Märkte und ihre Heimat. Sie sprüht vor Energie und Kreativität. Und sie kennt sich über den elterlichen Bäckereibetrieb mit genussvollen Lebensmitteln sowie dem Verkauf derselben bestens aus. Vor einigen Monaten ist die Lehrerin und Ergotherapeutin schließlich ihrem Herzen gefolgt und hat ihr eigenes Label „Die Feinschleckerei“ gegründet. Als Fleischliebhaberin überlegte sie, was man vor allem aus Speck Leckeres kreieren kann. Mit ein bisschen Experimentierfreude entstanden rasch die ersten deftigen Schleckereien. „Das Bacon-Birne-Chutney war von Anfang an ein absoluter Verkaufsschlager“, sagt die 42-Jährige aus Hochdorf-Assenheim. Ganz gleich, ob Salsiccia-Fenchel-Chutney – ihre persönliche Lieblingssorte – oder ein veganes Tomaten-Rosmarin-Chutney, die Vorderpfälzerin stellt alles in liebevoller Handarbeit selbst her. „Die Zutaten hierfür kommen frisch aus meinem Garten oder soweit möglich von Bauern aus dem Ort und der Umgebung“, sagt die Jungunternehmerin. „Zudem habe ich einen Metzgermeister in Speyer gefunden, der mit mir gemeinsam neue Wurstkreationen entwickelt.“ Es gibt aber auch Aufstriche für süße Leckermäuler, wie Knuspermandel oder White-Chocolate-Macadamia. Ihre Aufstriche und Chutneys weckt Simone Koob-Lösch selbst in kleine Gläser ein und beklebt sie mit selbst entworfenen Etiketten – alles in Handarbeit. Und vielleicht finden dann auch schon bald weitere neue Sorten, wie Whisky-Bacon-Jam, Saumagen-Weißkraut-Chutney oder Himbeer-Eierlikör ihren Weg in die Gläschen ...

Text: utg | Foto: Norman Krauß | Info: feinschleckerei.de

 

Christoph Fuhrbach, Extremsportler

„Durch meine Reisen bin ich noch mehr Pfälzer im Herzen geworden.“ Christoph Fuhrbach, 1970 in Frankenthal geboren, wollte nach dem Studium der Theologie die Welt kennenlernen. Er fuhr 1998 von Frankenthal aus los. Immer nach Osten. Mit seinem Mountainbike kam er dann 1999 wieder in Frankenthal an. Seine Leidenschaft fürs Radfahren ist geblieben. Fuhrbach nimmt an Langstrecken-Radrennen teil und startete schon im Trikot von Misereor oder Renovabis. Seinen Sport verbindet er so mit seinem Engagement für mehr Gerechtigkeit in der Welt. Dafür setzt er sich auch in seinem Beruf als Weltkirche-Referent im Bistum Speyer ein. „Es hat mich politisiert, als ich sah, wie manche Menschen im Überfluss leben und immer noch nicht genug haben und in anderen Ländern Menschen das Lebensnotwendige fehlt. Mir kam und kommt unsere Welt krank vor“, erinnert sich Fuhrbach. So wurden bei ihm, der früher auch als Berg- und Marathonläufer für den TV Hatzenbühl aktiv war, Beruf und Sport immer mehr eins. Fuhrbach lebt heute in Neustadt an der Weinstraße und legt fast alle seine Arbeitswege mit dem Rad zurück. Auf rund 25.000 Kilometer kommt er so im Jahr. Ansonsten trainiert er zu Hause nur an der Kalmit, der höchsten Erhebung im Pfälzerwald. „Ich fahre immer nur hoch und runter, weit über 500 Mal im Jahr“, erzählt er.  Die Kondition aus über 400.000 Höhenmetern geben dem „Pfälzer und Erdenbürger“ Kraft für sein Ziel, ein Bewusstsein für die Herausforderungen der Welt zu schaffen.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: voll-das-leben.net, bistum-speyer.de

 

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