Pfalz persönlich – von der Familien-Köchin bis zum Schreinermeister

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Ruth Trinkel, Familien-Köchin

„Ich koche aus dem Bauch heraus und nicht mit der Briefwaage.“ Für Ruth Trinkel aus Laumersheim (Kreis Bad Dürkheim) sind Rezepte und Kochbücher, die sie zwar gerne sammelt, am Ende reine Inspiration. Trotzdem oder vor allem deshalb, so kommentiert ihr Mann Fritz schmunzelnd, schmeckt es bei ihr immer. Ruth Trinkel, 1931 in Rheingönheim geboren, hat schon als Mädchen bei der Oma und der Mutter Kochen gelernt. Seit ihrer Heirat bekochte sie die Familie. Auch die Mitarbeiter im Landmaschinen-Betrieb profitierten am Mittagstisch von ihrer Leidenschaft fürs Kochen. Da es über den Verkauf und den Service Kontakte ins Ausland gab, kamen viele Anregungen in Sachen Rezepte hinzu. Nach wie vor probiert Ruth Trinkel vieles aus. Frisch gekocht wird das Mittagessen noch immer täglich, denn „Gewärmtes“ sei bei ihrem Mann verpönt. „Der Stabmixer ist mein einziges Küchengerät“, bekräftigt Ruth Trinkel, die beim Kochen ganz auf Töpfe und Pfannen, Schneebesen und Kochlöffel setzt. Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten gehören für sie immer dazu. Besonders beliebt sind ihre Maultaschen, Dampfnudeln mit einer und zwei Krusten sowie die Leberknödel. Und nicht zuletzt ihr Saumagen nach überliefertem Familienrezept. Er siedet rund drei Stunden und kommt dann als Ganzes in den Ofen. Serviert wird er traditionell mit Sauerkraut und frischem Brot.

Text: dot; Foto: view – die agentur

Nico Hofmann, Filmproduzent

Er zählt zu den bedeutendsten Filmproduzenten Deutschlands. Er ist Geschäftsführer der Ufa GmbH in Potsdam und seit 2015 auch Intendant der Wormser Nibelungenfestspiele. Und er ist Kurpfälzer mit vielfältigen Beziehungen zur Pfalz. Nico Hofmann, 1959 in Heidelberg geboren, wuchs in Mannheim auf. „Die Bindung ist extrem stark. Mein Vater stammt aus der Pfalz und wir sind als Kinder nahezu jedes Wochenende in der Pfalz gewesen“, erzählt Hofmann. Heute noch sei er fast jede Woche einmal in der Region, auch weil er viel mit dem ZDF in Mainz zu tun habe. Die Nibelungenfestspiele, die Inszenierung 2018 ist ab 20. Juli zu sehen, stellen für Hofmann eine Verbindungsachse zu vielen Freunden in der Region dar. Mit Blick auf die deutsche Geschichte, mit der sich Hofmann intensiv auseinandersetzt, interessieren ihn die Nibelungen als „Ursuppe aller Dramen und Mythen“. Nicht zuletzt deshalb denkt er auch über eine Verfilmung des Stoffs nach. Aus der historischen Debatte, ob der Schauplatz von Siegfrieds grausamem Kampf am Drachenfels bei Bad Dürkheim, in Odenheim im Kraichgau oder anderswo war, halte er sich raus. „Aber es ist ein Mythos, der alle berührt. Und dies ist, glaube ich, auch der Grund, warum die Nibelungenfestspiele das Einzugsgebiet in der ganzen Region erreichen“, meint Hofmann. Für ihn dürfe deshalb jeder Ort seine eigene Heldensage haben.

Text: dot; Foto: Bernward Bertram | Info: ufa.de, nibelungenfestspiele.de

Stefanie Krieg, Palzkind

Laufschuhe, ein Glas Wein und die Pfalz gehören für Stefanie Krieg einfach zusammen. Was mit regelmäßigen Wanderungen mit den Eltern begann, mündete für die aktive Sportlerin im Ultra-Trail auf dem Weinsteig. Das bisherige „Highlight der Läuferlaufbahn“ ist mit 100 Meilen und fast 6000 Höhenmeter zwischen Schweigen und Bockenheim zwar nichts für Einsteiger, doch für Stefanie Krieg war es trotzdem ein Einstieg. Denn beim Training für den Ultra-Trail kam die 1975 geborene Frankenthalerin auf die Idee, Pfälzer Genuss und Bewegung miteinander zu verbinden. „Der Weinsteig zeigt, was die Pfalz ausmacht. Nicht nur Waldautobahnen, sondern kleine Pfade und traumhafte Ecken“, erklärt sie. Ein Kurs als Beraterin für Deutschen Wein und die Ausbildung zur Kultur- und Weinbotschafterin, die im Juni 2018 abgeschlossen wird, kommen hinzu. Künftig will sie als „Palzkind“ – inspiriert von der Hymne „Die Palz unn ihr Kind“ der Pfälzer Rockband „Fine R.I.P“ – besondere Touren anbieten. Für „Normalos“ und für Sportler. So geht es bei Maikammer in einer Nachtwanderung über rund zwölf Kilometer mit dem Vollmond in den Sonnenaufgang. Aber auch Lauftouren zu Kultur und Natur, wie es sie in Städten bereits gibt, werden schon bald die Pfalz aus neuer Perspektive zeigen.

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: weinlandpfalz.eu

Philipp Kiefer, Winzer

„Ziel war zum einen, ein Netzwerk zu bekommen. Und zum anderen den Touristenort St. Martin um wertige Weine zu erweitern.“ So beschreibt Philipp Kiefer die Idee zur Véritable, die 2018 bereits zum neunten Male über 90 nationale und internationale Spitzenwinzer in der Pfalz in familiärer Atmosphäre im Aloisiushof zusammenbringt. Was 2010 mit 20 Winzern in zwei Räumen begann, ist heute eine renommierte Weinmesse, die sich nur an Fachbesucher richtet. Weinexperte Uwe Warnecke (siehe VielPfalz 3/2017) ist von Anfang an in der Organisation dabei. „Wenn man alles zusammenrechnet, ist eine Person das ganze Jahr über halbtags für die Véritable im Einsatz“, zeigt Philipp Kiefer den heutigen Aufwand auf. Der Winzer, von 2012 bis 2017 als Spitzentalent beim VDP Pfalz dabei, ist seit 2008 im Betrieb. Der 1980 geborene Pfälzer hat in Geisenheim studiert und zudem eine Lehre in den Weingütern von Winning und August Ziegler absolviert. Im von vier Familien geführten Betrieb in St. Martin (Kreis Südliche Weinstraße), der 22 Hektar bewirtschaftet, kümmert er sich vor allem um die Arbeit im Keller. Ein besonderes Faible hat Philipp Kiefer für das Topsegment. Hier sind ihm die Steillagen Kirchberg (Riesling, Pinot Noir) und Am Guckuckberg (Riesling, Pinot Noir, Sauvignon blanc) besonders wichtig. Und die Véritable sorgt mit für den Erfahrungsaustausch zwischen den Weinmachern.

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: aloiskiefer.de

Ralf Birmele, Schreinermeister

Die Idee mit den Lampen entstand eher zufällig, weil eine Freundin Ralf Birmele im Frühjahr 2017 fragte, ob er sich an einer Benefizveranstaltung für ein Kinderhospiz beteiligen wolle. Der Möbelschreiner aus Ellerstadt (Landkreis Bad Dürkheim) war spontan mit dabei. Mittlerweile hat der 1967 geborene Kreative, der 1992 seinen Meister und sich dann 1999 selbstständig machte, neben seiner Schreinerarbeit insgesamt elf Objekte gestaltet. Seine Werke, alle Unikate, präsentierte er kürzlich bei einer Vernissage in der Wachenheim Winebank. „Es geht darum, Licht, Natur und Kreativität miteinander zu verbinden“, erläutert Ralf Birmele die Idee hinter seinen Lampen. Seine Ideen um altes Eichenholz aus Pfälzer Abrisshäusern oder Scheunen, Sandstein, Stahl oder Eisen sowie moderne LED-Technik machen diese dann zu Kunstobjekten. Die Lampen können Vinotheken, Lounges oder Hotelfoyers effektvoll in Szene setzen. Bei manchen Objekten werden Pfälzer Reben mit eingepflanzt. In jeder Lampe steckt tagelange Arbeit. Ralf Birmele bearbeitet etwa die Stahlbleche mit Salzsäure, um Muster zu erzeugen. „Wenn es mir nicht gefällt, immer wieder von Neuem“, erklärt er. Veredelt und gekrönt werden die Objekte dann mit 24-Karat-Gold, Roségold in 23 Karat oder 999er Feinsilber. So glänzt dann die Riesling-Lampe gelbgold, die Weißburgunder-Leuchte silbergold oder das Blanc-de-Noir-Objekt roségold.

Text: dot; Foto: view – die agentur | Info: birmini.de

Mehr Pfalz persönlich:

Pfalz persönlich – von der Winzermeisterin bis zum Waldpädagogen

Pfalz persönlich – von der Winzermeisterin bis zum Waldpädagogen

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Theatermacherin bis zum Bewegungsfreund

Pfalz persönlich – von der Theatermacherin bis zum Bewegungsfreund

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Erzählerin bis zum Krippenbauer

Pfalz persönlich – von der Erzählerin bis zum Krippenbauer

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – vom Fotografen bis zur Gästeführerin

Pfalz persönlich – vom Fotografen bis zur Gästeführerin

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von Künstlern bis Feigenzüchter

Pfalz persönlich – von Künstlern bis Feigenzüchter

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

VielPfalz empfiehlt

Anzeigen