Pfalz persönlich – von der Weinkönigin bis zum Gitarrenbauer

Fünf Pfälzer im Kurzporträt: die Pfälzische Weinkönigin, der Mann mit den Eseln, ein Gitarrenbauer, eine Künstlerin und ein Fleischexperte Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten


Meike Klohr, Pfälzische Weinkönigin und Hobbybäckerin

Seit Anfang Oktober 2018 repräsentiert Meike Klohr als Pfälzische Weinkönigin die Region und natürlich auch deren Weine. Die gebürtige Mußbacherin studiert Weinbau und Oenologie und arbeitet derzeit beim Weingut Mussler in Bissersheim. Bereits von 2012 bis 2014 konnte sie Erfahrungen als Weinhoheit, nämlich als Mußbacher Weinprinzessin, sammeln. Neben dem Thema Wein, dem sie sich voll und ganz widmet, zählt Backen in der Freizeit zu einem ihrer liebsten Hobbys. In einem „Mehrgenerationen“-Haus mit Eltern und Großeltern aufgewachsen, hat sie bereits früh der Oma in der Küche über die Schulter schauen können. Von ihr hat sie einige Tipps, Tricks und natürlich auch Rezepte übernommen, wie beispielsweise einen Mandarinen-Schmand-Kuchen mit Schokostreuseln.

Beim Backen kann Meike Klohr entspannen und abschalten. „Gerne überrasche ich Freunde und Verwandte mit selbstgebackenen Kreationen“, verrät sie. Ihr absoluter Lieblingskuchen ist der so genannte Feuerwehrkuchen mit einer roten Kirschfüllung, Streuseln und Schlagsahne obendrauf. In der Weihnachtszeit gehören Plätzchen für sie einfach dazu und so steht sie mit Mama und Schwester in der Küche, backt unter anderem Buttergebäck, Terrassenplätzchen mit selbstgemachter Marmelade, Anis- und auch Spritzgebäck. Dabei darf natürlich auch die Weihnachtsmusik nicht fehlen, die sie schon seit Kindertagen kennt.

Text: sct | Foto: Kai Mehn | Info: pfaelzische-weinkoenigin.de

Helmut Drumm, der Mann mit den Eseln

„Wenn ich die Haustür aufmache, schaue ich meinen Eseln in die Augen.“ Lola, Fritz, Lilly und Lotte weiden direkt an dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in Erdesbach. „Das Areal ist weitläufig und abwechslungsreich mit Streuobstwiese, Steilhang, Büschen – einfach allem, was die Esel mögen“, erklärt Helmut Drumm (65), der im Landkreis Kusel als der Mann mit den Eseln bekannt ist. Mit seinen Tieren ist er auf Bauern- und Weihnachtsmärkten und bietet geführte Eselswanderungen an. Zum Beispiel für Familien, Kindergärten, Geburtstage, Genussmenschen oder beim Jugendferienprogramm. 2006 hat sich der pensionierte Polizeibeamte mit Lola und Fritz einen Kindheitstraum erfüllt. Lola gebar ein dreiviertel Jahr später Lilly und damit nie ein Esel allein zurückbleiben muss, gesellte sich noch Lotte hinzu. Helmut Drumm schätzt an der Westpfalz die offene, freie Landschaft, die unheimlich schönen Blicke in die Ferne und die Abwechslung. Eine seiner Lieblingsstrecken ist der Veldenz-Wanderweg. Sein Eselquartett kennt nicht nur das Kuseler Musikantenland, sondern Helmut Drumm unternimmt mit den Tieren auch Mehrtageswanderungen, etwa an der Deutschen Weinstraße. 2017 überquerte Drumm in Erinnerung an seine verstorbene Frau mit Lola, Fritz, den Hütehunden Emil und Maja sowie einigen Begleitern die Alpen, um nach 125 Kilometern Fußmarsch in Tisens (Südtirol) einzukehren. Eine logistische Herausforderung und ein unvergessliches Ereignis.

Text: ayß | Foto: view - die agentur | Info: 0176 47357960

 

Jens Ritter, Gitarrenbauer

Prince, Lady Gaga, Phil Lesh oder George Benson haben eines gemeinsam. Sie spielten alle schon E-Gitarren oder Bässe von Jens Ritter. Der 1972 geborene gelernte Maschinenbauer ist im Bad Dürkheimer Stadtteil Seebach aufgewachsen und lebt quasi in der ganzen Welt. Sein Zuhause ist jedoch Deidesheim, wo die Instrumente in seiner Manufaktur entstehen. Zum Gitarrenbauen gekommen ist Ritter, weil er in der Jugend kein Geld für eine eigene Gitarre hatte. Selbst ist der Mann, hat er sich damals gedacht und einfach losgelegt. „Mein Ziel war es, vom Brett bis zum ersten Ton alles selbst zu machen“, erinnert er sich. Nach über 20 Jahren sind Ritters Instrumente heute bei Musikern rund um den Globus gefragt. „Die Pfalz ist die perfekte Basis für meine Arbeit. Deshalb wollte ich, obwohl es mich immer wieder raus aus Deutschland zieht, noch nie von hier weg“, erklärt Ritter und verweist auf seine Verbundenheit zur Natur und zum Holz. Diese unterstreicht er mit dem Projekt „The Pechstein“, das mit Initiator Kirk Bauer, Küfermeister Ralf Mattern und von-Winning-Geschäftsführer Stefan Attmann realisiert wurde. Der Gitarrenkorpus aus Pfälzer Eiche lagerte im Weingut von Winning, wie ein überdimensionaler Holzchip, in Pechstein-Riesling in einem Fass aus Pfälzer Eiche. Die Pechstein-Gitarre (unser Bild) und der Wein aus dem Fass werden bis zum 23. Dezember versteigert. Der Erlös geht zu 100 Prozent an die Kinderkrebshilfe..

Text: dot | Foto: privat | Info: thepechstein.com, ritter-instruments.com

 

Sonja Bittlinger, Künstlerin

Wenn sie auf der Suche nach Inspiration für ihre einzigartigen Bilder ist, findet Sonja Bittlinger häufig Anregungen in der Natur. „Wenn man mit offenen Augen durch die Pfalz geht, entdeckt man immer wieder etwas Neues.“ Zum Beispiel verwitterte, rostige Weinbergspfähle, an denen die Reben angebunden sind. Auch im Mühlhofener Wald, in der Nähe ihres Ateliers in Billigheim-Ingenheim (Landkreis Südliche Weinstraße), sammelt sie Naturmaterialien, wie Baumrinde oder Blätter, die sie in ihre Bilder einarbeitet. Diese bestehen aus mehreren Schichten, unter anderem verwendet Sonja Bittlinger Papier, Kalk oder Lehm für die Struktur. Gerade im Sommer ergeben sich beim schnellen Trocknen dieser Materialien häufig Risse, die sie dann mit Farben oder Pigmenten hervorhebt. Innerhalb des künstlerischen Prozesses kratzt sie oft auch einige Stellen aus ihren Bildern wieder heraus und überarbeitet sie. Es ist „die Schönheit der Spuren des gelebten Lebens“, die sich in ihren Bildern widerspiegelt, wie sie auch in der Natur häufig zu finden ist. Sonja Bittlinger hat als gelernte Floristin die kreative Arbeit mit Naturmaterialien schon immer gerne ausgeübt. Mit der Malerei hat sie in der Elternzeit begonnen und inzwischen in ihrem Haus ein eigenes Atelier eingerichtet. Anfangs malte sie nur für sich selbst, inzwischen hat sie bereits erfolgreich an überregionalen Wettbewerben teilgenommen und mehrere eigene Ausstellungen in der Region zusammengestellt.

Text: sct | Foto: Norman Krauß | Info: malart-sonja.jimdo.com

 

Walter Adam jr., Fleischexperte

Er hat die Ausbildungen als Koch und Metzger absolviert. Im Jahr 2019 ist er seit 25 Jahren Metzgermeister. Und das, obwohl er sich bis seinem 15 Lebensjahr nicht einmal vorstellen konnte, ein Tier zu schlachten. „Ich habe Viecher immer geliebt. Das tue ich auch heute noch, doch ich bin ein Verfechter des Selbstschlachtens geworden“, betont Walter Adam jr., der 1971 im südpfälzischen Herxheim als Metzgersohn geboren wurde. „Fleisch ist nicht gleich Fleisch“, verweist er auf fünf für ihn entscheidende Qualitätsfaktoren: Züchtung, Fütterung, Haltung, Transport und eben die Schlachtung. „Ich habe Tiere aus der Region und verarbeite selbst“, erklärt der Metzger, der sich als Botschafter für Produkte aus der Pfalz versteht, wo es „gutes Gras, gutes Futter und damit gutes Fleisch gibt“. Seit 2016 ist Adam auch Obermeister der Fleischer-Innung Südliche Weinstraße-Landau-Germersheim. Eine weitere Aufgabe hat er künftig an der Fleischakademie Augsburg. Als Dozent vermittelt er Wissen um exotische Fleischsorten wie etwa Büffel, Elch, Strauß, Känguru oder Krokodil. Die Thematik ist dort ab Januar 2019 Bestandteil der Ausbildung. „Ich bin nie stehen geblieben. Deshalb habe ich einen Kurs als Fleischsommelier belegt. Dabei entstand die Idee für das Ausbildungsangebot“, erzählt Adam. Bei seinen Kursen geht es nicht nur um Schnittführungen oder Cuts, sondern auch ums Verkosten. Deshalb wird regelmäßig gegrillt und gekocht.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: fleischer-suedpfalz.de

 

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