Pfalz persönlich – vom Sternekoch bis zum Kunsterzieher

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Tristan Brandt, Sternekoch

Sein Bezug über den Rhein zur Pfalz ist flüssiger Natur. „Wir haben dort die besten Weine vor der Tür. Wenn das Gute so nah liegt, dann setzt man auch darauf.“ Für Tristan Brandt, derzeit einziger Zwei-Sterne-Koch in der Metropolregion, versteht sich von selbst, dass eine breite Auswahl an Pfälzer Weinen im „Opus V“ die Karte ziert. Seit Kurzem wird im Lokal in den Mannheimer Quadraten ein 2016er Riesling Sekt Brut ausgeschenkt, der diese flüssige Beziehung besonders verstärkt. Denn der Sekt aus der Weinlage Siebeldinger Königsgarten vom Wein- und Sektgut Wilhelmshof trägt den Namen „Tristan Brandt“ und ist nur hier zu haben. Ein vierköpfiges Team wählte den Sekt mit viel Mineralität und knackiger Säure bei einer Blindverkostung von zwölf Sekten aus, um ihn zur Hausmarke zu machen. Im August konnte Tristan Brandt, der 1985 in Mainz geboren wurde, mit seinem Team auf fünf Jahre Spitzengastronomie im Hause Engelhorn anstoßen. 2014, schon ein Jahr nach dem Start, strahlte der erste Stern über den Quadraten. 2016 kam der zweite dazu, der 2017 „verteidigt“ wurde. Brandt, der unter anderem bei den Drei-Sterne-Köchen Harald Wohlfahrt, Dieter Müller und Christian Bau „lernte“, reizte es besonders, dass er in Mannheim die Chance hatte, das Restaurant selbst zu planen. Viele seine Kreationen werden übrigens auf Keramik von Ingrid Zinkgraf aus Leinsweiler serviert. Noch ein Bezug zur Pfalz. 

Text: dot; Foto: view - die agentur | Info: engelhorn.restaurant

 

Jaqueline Fritz, Extremsportlerin

Die Alpen hat sie zusammen mit ihrem Mischlingshund auf einem Bein und zwei Krücken überquert. Im Stubaital absolvierten sie und Loui die „Seven Summits“ – sieben Gipfel, davon vier 3000er, mit über 110 Kilometern und 21.000 Höhenmetern. Noch niemandem vor ihr ist dies gelungen. Jaqueline Fritz, geboren 1985, stammt aus Impflingen und lebt in Birkenhördt in der Südpfalz. Schon immer war sie beim Reiten, beim Luftgewehrschießen und beim Ballett sportlich aktiv. Beim Tanzen, das sie auf Leistungsniveau betrieb, passierte es im Alter von 15 Jahren: Bänderriss am Sprunggelenk. Die Leidensgeschichte danach endete mit der Amputation. Heute betreibt die gelernte Grafikdesignerin eine Werbeagentur. Und sie ist als Mutmacherin unterwegs, die anderen in schwierigen Situationen helfen will. So hält sie Vorträge in Reha- und Krebskliniken sowie integrativen Schulen. Sie absolviert Messe- und Fernsehauftritte oder wirkt in Werbespots für Kameras, Bergschuhe und Sportbekleidung mit. Für ihren Extremsport trainiert Jaqueline Fritz in der Pfalz. Vor allem rund um Bad Bergzabern und Landau sowie am Felsenmeer an der Kalmit. Unser Foto entstand am Lauterschwaner Rappenfels. „Die Pfalz ist absolut Heimat für mich“, sagt Jaqueline Fritz und freut sich, dass hier Geselligkeit, das Freizeitangebot und ein „wunderschöner Lebensraum für Mensch und Tier“ perfekt miteinander verbunden werden.

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: facebook.com/BergsteigenEinbeinig/

 

Renate Hoyer, Künstlerin

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Wenn man so möchte, spricht jedes Kunstwerk von Renate Hoyer eine eigene Sprache. „Ich habe bewusst keine Wiedererkennungsmerkmale, denn ich möchte nicht in eine einzige Kunstschublade gesteckt werden. Vielmehr bin ich immer auf der Suche nach etwas Neuem“, sagt die 67-Jährige. Ein Gutschein für einen Kurs an der europäischen Kunstakademie in Trier weckte die Leidenschaft für kreatives Gestalten. 13 Jahre, viele Kurse, Stile und Techniken später „habe ich mich gewaltig gesteigert und lege keinen Wert mehr darauf, nur ein schönes Bild zu erschaffen, sondern auch ein aussagekräftiges“. Die Farbenliebhaberin ist Mitglied in drei Kunstvereinen und betreut als Art-Net-workerin Künstler in einer Galerie. Auf unserem Foto sitzt Renate Hoyer an der historischen Waschtreppe am Glan in ihrem Heimatort Nanzdietschweiler. „Die Waschtreppe stammt aus dem Jahr 1879. Hier wuschen die Frauen des Dorfes auf den Steinen die Wäsche. Das Dorfleben spielte sich am Fluss ab“, berichtet die Künstlerin, die sich in der hügeligen Westpfalz richtig wohlfühlt und sich für ihre Region gesellschaftlich engagiert. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Ganz ohne Worte geht es dann aber doch nicht: „Das Weinen des Himmels lässt Neues erblühen“ lautet der Titel des Kunstwerkes an Renate Hoyers Seite. Dies könne auf viele Situationen im Leben angewendet werden und bedeute, nach Krieg komme Frieden, nach Regen komme Sonnenschein, nach Trauer wachse Hoffnung.

Text: ayß; Foto: view – die agentur | Info: renatehoyer.de

 

Markus Penn, Genießer und Hobbykoch

Er bezeichnet sich als Pfälzer Genussmenschen. Markus Penn, 1970 im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim geboren, kann seine Hobbys – guten Wein, gutes Essen und vor allem das Kochen –  auch ein Stück weit mit der Arbeit in Verbindung bringen. Als ehrenamtlicher Beigeordneter kümmert er sich in Neustadt an der Weinstraße seit September 2017 unter anderem um die Themenfelder Tourismus und Volkshochschule. Quasi nebenbei ist Markus Penn als Aufsichtsratsvorsitzender der Tourist, Kongress- und Saalbau GmbH zuständig für einen Genussmittelpunkt im Herbst: den Saalbau. Hier steht Jahr für Jahr neben der Wahl der Deutschen und der Pfälzischen Weinkönigin traditionell die Große Pfalzweinprobe der Weinbruderschaft der Pfalz auf dem Programm. Kochen ist für Markus Penn „ein Stück Entspannung und Entschleunigung“. Dabei will er immer wieder Neues ausprobieren. Deshalb holt er sich, wenn er essen geht, immer wieder Inspiration. So hat er vor Kurzem einen Tintenfisch Sous-vide gegart. „Mir hat dies in einem Restaurant supergut geschmeckt, da wollte ich es selbst ausprobieren“, erzählt der Kochfan begeistert. Er hat hohe Erwartungen: „Wenn ich irgendwo essen gehe, muss es besser sein als bei mir.“ Doch vor der Kreativität in vielen Restaurants hat er großen Respekt. Die Pfalz sei eben eine Genussregion.

Text: dot; Foto: Kai Mehn | Info: neustadt.eu

 

Florian Peris, Kunsterzieher und Künstler

Florian Peris‘ Kunst verspricht indirekte Direktheit: Komplexe Einfachheit. Tiefgründige Oberflächlichkeit. „Meine Kunst kann auf den ersten Blick unterhalten und danach in eine Ernsthaftigkeit umleiten“, erklärt der Objektkünstler aus Ilbesheim. Seit mehr als 20 Jahren widmet er sich der im Allgemeinen wenig beachteten Oberfläche von Tetra Paks und anderen Supermarktverpackungen. „Ich entlarve Verkaufstricks und weise auf zu hochwertig produzierte Verpackungen hin.“ Dabei hält er den gestalterischen Eingriff möglichst gering. Als Freund schöner Wortspiele nennt Peris die Werkreihe „l’art par l’art.“ (Kunst aus Supermarktartikeln), was bewusst an „l’art pour l’art“ (Kunst als Selbstzweck) erinnert. Mit der Zeit kam eine zweite Kunstreihe aus Abfallmaterialien hinzu. Tiere und Fabelwesen entstehen aus „objets trouvés“ (gefundenen Dingen). Berufung ist jedoch, wie er sagt, die Kunst in der Schule. Als Ausbilder für Kunstlehrkräfte ermutigt er seine Referendare, auch im Schuldienst ihre Kunst als Unterstützung und Ausgleich weiter zu verfolgen. „Es ist schwierig, aber wichtig, einen Weg zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und dem Schulalltag zu finden.“ Für den Kunstmarkt sei man als Lehrer kaum mehr interessant, dafür „habe ich die Freiheit, die Kunst zu machen, die ich möchte und nicht die, die der Markt vorschreibt“. Die Pfalz zeichnen für ihn die „rebendurchflutete Landschaft und lebensfreudige Menschentrauben“ aus.

Text: ayß; Foto: Norman Krauß | Info: peris-art.de

 

Mehr Pfalz persönlich:

Pfalz persönlich – vom Musiker bis zur Naturpädagogin

Pfalz persönlich – vom Musiker bis zur Naturpädagogin

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Familien-Köchin bis zum Schreinermeister

Pfalz persönlich – von der Familien-Köchin bis zum Schreinermeister

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Winzermeisterin bis zum Waldpädagogen

Pfalz persönlich – von der Winzermeisterin bis zum Waldpädagogen

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Theatermacherin bis zum Bewegungsfreund

Pfalz persönlich – von der Theatermacherin bis zum Bewegungsfreund

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

Pfalz persönlich – von der Erzählerin bis zum Krippenbauer

Pfalz persönlich – von der Erzählerin bis zum Krippenbauer

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Kü...

VielPfalz empfiehlt

Anzeigen