Pfalz persönlich – vom Musiker bis zur Naturpädagogin

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Ralf R. Rudolph, Musiker und Eisenbahnfan

„Beides hat mit Metall zu tun.“ Schmunzelnd antwortet Ralf Rudolph auf die Frage, wie die Leidenschaft für Musik und Eisenbahnen zusammenpassen. „Den Reiz macht aber wohl eher der Kontrast aus“, ergänzt Rudolph, der seit 1984 als Berufsmusiker in der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Tuba spielt und an der Musikhochschule Saarbrücken eine Professur innehat. Auch im „Rennquintett“ sorgte er mit seinem Spiel und seinen Arrangements seit vielen Jahren mit für den richtigen Ton. Rudolph, 1962 in Neustadt an der Weinstraße geboren, lebt auf der Hambacher Höhe. Schon als Kind hat er gerne Musik gemacht – und mit der Modelleisenbahn gespielt. Mit elf Jahren wurde er Mitglied in der Neustadter Gruppe der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte. Heute ist er der ehrenamtliche Leiter des Eisenbahnmuseums in Neustadt. In dieser Funktion trägt er auch die organisatorische und finanzielle Verantwortung für den Fahrbetrieb des historischen Kuckucksbähnels. Als gelernter Dampflokführer steuert er das beliebte Dampfross regelmäßig – immer im Zusammenspiel mit einem Heizer und einem Zugführer. „Gelebte Physik“ nennt Rudolph das Eisenbahnfahren und freut sich, dass es für ihn, der durch seinen Beruf viel herumkommt, mit dem Kuckucksbähnel durch die geliebte Pfalz geht. 

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: eisenbahnmuseum-neustadt.de 

Bettina Weber, Försterin

„Er stellt eine markante Art dar, ist nicht schädlich und ganz besonders schön.“ Für Försterin Bettina Weber spielt der Hirschkäfer eine wichtige Rolle, seit sie 2010 im Zuge einer sogenannten Verkehrssicherheitsmaßnahme bewusst auf ihn gestoßen ist. Damals mussten in Rumbach (Kreis Südwestpfalz) alte, knorrige Eichen am Ortsrand entfernt werden, die morsch geworden waren. Liegende Eichen, die Bodenkontakt haben und ausreichend Sonne abbekommen, sind wie geschaffen für den wärmeliebenden Hirschkäfer. Als Revierleiterin in Rumbach ist Bettina Weber unter anderem verantwortlich für den Gemeindewald. Am Rande des Naturschutzgebietes Königsbruch gibt es bis zu 350 Jahre alte Eichen und Buchen. Hier entsteht im Zuge des EU-Projektes Life Biocorridors eine Altholzinsel, in der nun die Natur alleine Regie führen kann und auch der Hirschkäfer in den Alteichen ein Zuhause findet. Er ist mit einer Größe von bis zu neun Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 16 Gramm der größte Käfer in Mitteleuropa. „Man stößt aber nicht nur im Wald, sondern auch im Garten auf ihn“, erklärt Bettina Weber. Wer – beispielsweise beim Brennholzmachen – auf ein Hirschkäfernest stoße, solle dies auf einer speziell eingerichteten Internetseite melden. Dann kann dem Käfer geholfen und die Art geschützt werden.

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: hirschkaefer-suche.de

Edith Brünnler, Autorin

„Schreiben ist ein Ausflug in eine andere Welt.“ Edith Brünnler, die sich ihre Ideen gerne im „Wahnsinn des Alltags“ holt, zieht sich dazu regelmäßig zurück. Sie will alleine sein, wenn sie ihre häufig satirischen Gedanken zu Papier beziehungsweise in den Computer bringt. Den Gegensatz bilden viele Lesungen und Vorträge in der Rhein-Neckar-Region und der Pfalz, etwa am Lutherplatz in Ludwigshafen (unser Foto) oder im Schifferstadter Schreiwer Hais’l. „Das Reizvolle ist die Reaktion des Publikums, die ich einfach brauche“, freut sich Edith Brünnler. Die 1953 im Hemshof geborene Autorin hat mittlerweile sechs Bücher veröffentlicht – zwei davon in pfälzischem Dialekt. Ein weiteres Werk in Pfälzisch folgt im Herbst 2018. „Im Dialekt kann man plakativer schreiben“, sagt Edith Brünnler, die auf heitere Art zum Nachdenken anregen will. Hauptsächlich verfasst sie Kurzgeschichten – die ernsten in Hochdeutsch, die heiteren im Dialekt. Gedichte und Raps auf Pfälzisch kommen hinzu. Edith Brünnler, die mit ihrem Mann in Ludwigshafen-Edigheim lebt, ist mehrfache Preisträgerin im „Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe“. Die mathematisch-technische Assistentin, die in der IT-Branche arbeitete, hat 2001 als Autorin zu schreiben begonnen. Sie knüpfte so an Kinderzeiten mit Wortspielen und ersten eigenen Gedichten an. Schon damals hatte Schreiben viel mit Phantasie zu tun.

Text: dot; Foto: Norman Krauß | Info: edith-bruennler.de 

Harald Schauß, Tierpark-Leiter

„Nur ein dummer Vogel fliegt den ganzen Tag.“ Harald Schauß, Inhaber und Leiter des Wildparks Potzberg, ist leidenschaftlicher Berufsfalkner. Er erklärt, dass Fliegen für die sogenannten „Könige der Lüfte“ nicht Freiheit bedeutet, sondern Kampf um Leben und Tod. Es gebe weltweit immer weniger Plätze, an denen Tiere unbedrängt vom Menschen leben können. Im Tierpark, in dem unter anderem auch Rentiere, Elche und Murmeltiere beobachtet werden können, sieht Schauß „eine Arche Noah, in der jeder Mensch willkommen ist“. Über 200 Greifvögel von rund 40 Arten haben in Föckelberg (Landkreis Kusel) ihre Heimat. Mehr als 80 Jungtiere sind mittlerweile nachgezogen worden. „Der Stolz und der eigene Wille der Vögel ist das Faszinierende. Sie sind nicht böse und aggressiv“, betont Schauß. Zu sehen ist er hier mit dem Publikumsliebling der Flugvorführungen, Weißkopfseeadler-Dame Hera. Mit Tieren könne man nur arbeiten, wenn man ihr Vertrauen genieße. Schauß, 1966 in Trippstadt geboren, hat den früher kommunalen Wildpark 1999 übernommen, wo er heute auch Ausbilder für Zootierpfleger ist. Zuvor arbeitete er in der Forstwirtschaft. Eines seiner Ziele ist es, zu vermitteln, dass der Respekt vor den Mitmenschen und der Umwelt der wahre Wert des Lebens ist. Dies ist ihm so wichtig, weil „wir Menschen uns von der Natur und Realität extrem entfernen“.

Text: dot; Foto: view – die agentur | Info: wildpark.potzberg.de 

Ina Schmitt, Natur- und Wildnispädagogin

Wildnispädagogik will Menschen vermitteln, wie sie sich in der Natur wieder heimisch fühlen können. Sie sollen die Natur schätzen und achten lernen. Ina Schmitt, „echte Pfälzerin aus Kaiserslautern“ und 1964 geboren, ist ausgebildete Natur- und Wildnispädagogin. Eine Kundin hat sie 2015 auf den Begriff „Waldbaden“ aufmerksam gemacht. „Shinrin-Yoku“ kommt ursprünglich aus Japan und steht für gesunden Aufenthalt im Wald. „Man wird im Wald heil. Man kommt zu sich und zum Wesentlichen“, erklärt Ina Schmitt, die tief in das Thema eintauchte. Parallel zu ihrem ersten Buch „Die heilsame Kraft des Waldes“, das gerade auf den Markt kommt, bietet sie diverse Kurse an. Sie will Menschen den „oft missbrauchten Begriff“ Nachhaltigkeit näherbringen. „Man muss seine Sinnespforten geöffnet haben und die Wahrnehmung schulen“, erläutert Ina Schmitt ihren Ansatz. Vorher im Marketing und Vertrieb tätig, ist sie so zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Denn schon ihre Großmutter brachte ihr in Kinderzeiten den Wald nahe. Und ihr Vater, ein Jäger, nahm sie mit zur Tierbeobachtung. So wurde der Pfälzerwald schon früh zu ihrem Lieblingswald. „Wenn ich den Pfälzerwald nicht habe, gehe ich kaputt“, sagt Ina Schmitt, die besonders „die stillen Wälder“ rund um Trippstadt und Elmstein schätzt.

Text: dot; Foto: view – die agentur | Info: waldbaden.org, mitinaunterwegs.de 

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