Pfalz persönlich – vom Fotografen bis zur Gästeführerin

Menschen im Kurzporträt: Sie stehen für die Vielfalt der Pfalz. Denn regionale Produkte, kreative Küche oder gute Ideen gibt es hier viele. Dahinter stehen immer besondere Persönlichkeiten.


Harald Kröher, Fotograf

Spektakulär – dieses Wort benutzt Harald Kröher (62) gerne. Für türkisblaue Gebirgsbäche in der Schweiz, für Fotoaufnahmen, für andere Künstler, für Winzersekt und für seine Heimat rund um Pirmasens. „Mich fasziniert, welche Ruhe diese Region ausstrahlt. Die schönsten Stunden sind für mich, wenn ich morgens mit meinen Hunden im Pfälzerwald unterwegs bin“, schwärmt Kröher. Mit 55 Jahren hat sich der Diplom-Ingenieur als Fotograf selbstständig gemacht, nachdem ihn die Fotografie schon viele Jahre begleitet hatte. „Ich bin begeisterter Menschenfotograf, brauche aber gleichzeitig auch die Distanz zu Menschen und diese Suche ich mir in der Natur.“ Die Königsdisziplin sei es, Mensch und Landschaft in Einklang zu bringen.

Sein Fotografie-Wissen hat Kröher bereits in rund 650 Workshops in vielen Ländern Europas weitergegeben. Harald Kröher ist auch der Initiator und künstlerische Leiter der Pirmasenser Fototage, die vom 20. Oktober bis 5. November zum fünften Mal Profi-Fotografen und Amateure locken (Termintipp auf Seite 32). „15.000 Besucher hatten wir bei den letzten Fototagen 2014. Ich möchte mit dem Event meiner Heimat etwas zurückgeben.“

Text: ayß | Foto: Hanne Kröher | Info: stileben-online.de

Inge Schäfer, Likör-Spezialistin

Es liegt ihr wohl im Blut, denn schon die Mutter hat Likör aus vielen selbst gesammelten Kräutern, Lakritz und Kandiszucker gemacht. Inge Schäfer, 1949 in Leinsweiler (Südliche Weinstraße) geboren, ist so etwas wie eine Likör-Spezialistin. Über 15 verschiedene Sorten produziert sie im Weingut Schäfer mit Brennerei. Angefangen hat sie in den 1990er-Jahren mit Holunderblütenlikör. „Aus Interesse habe ich immer mehr ausprobiert. Manches ist auch nichts geworden“, erzählt Inge Schäfer. Geklappt hat es aber mit Kastanienblütenlikör, einem „sehr eigenständigen Produkt“ mit leichtem Bitterton.

Von Ende Mai bis Mitte Juni zieht sie in der Mittagszeit – ausschließlich bei strahlendem Sonnenschein – los, um Blüten zu pflücken. Diese werden dann mit Schnaps so angesetzt, dass das Blütenaroma erhalten bleibt. Das Geheimnis? Zum einen der milde, klare Schnaps, der im eigenen Haus gebrannt wird. Zum anderen die Methode, die auf jegliche Aromastoffe verzichtet und ganz auf die Natur setzt. „Meine Mutter hat alles aus dem Bauch heraus gemacht. Ich habe eigene Rezepte entwickelt“, beschreibt Inge Schäfer den einzigen Unterschied zur mütterlichen Vorgehensweise.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: ferienweingut-schaefer.de

Anke Vogel, Südwestpfalz-Gästeführerin

„Ich bin mit Leib und Seele Südwestpfälzerin.“ Anke Vogel, 1962 in Pirmasens geboren, brennt für ihre wunderschöne Region. Die medizinisch-technische Assistentin interessiert sich in der Heimat vor allem für Natur und Geschichte. 2007 hat sie fast ein Jahr lang jedes Wochenende nochmals die „Schulbank“ gedrückt. Seitdem ist Anke Vogel – zertifiziert über den Bundesverband – in ihrer Freizeit als Gästeführerin in der Südwestpfalz aktiv.

Parallel bildete sie sich 2014 bis 2015 zur Fachkraft für Natur- und Umweltkunde weiter. Verschiedene Touren stehen regelmäßig auf dem Programm. Derzeit unter anderem die Rodalber Nachtwächterführung. Als Eheweib, das sich auf die Suche nach dem verschollenen Mann macht, führt Anke Vogel die Teilnehmer entlang der Sehenswürdigkeiten in der südwestpfälzischen Gemeinde. Eine Station ist auch bei der Skulptur der Grünesputschefraa (Foto). Diese erinnert an die Zeit, in der Rodalber Frauen um 1900 Grünesputsche (Suppengrünes) auf dem Pirmasenser Markt verkauften.

Spannende Geschichten und Schauspieleinlagen machen den eineinhalb bis zwei Stunden langen Spaziergang (Termine auf den Websites) abwechslungsreich und unterhaltsam. Ein „Trunk und die deftige Speis des Nachtwächters“ setzen noch dazu einen kulinarischen Schlusspunkt.

Text: dot | Foto: Horst Zinke/bzart-photograhpy.de | Info: g-ig.de, südwestpfalz-gästeführungen.de

Robert Straßner, Organisationstalent beim Pfälzerwald-Verein

Eigentlich wollte er nach dem Schritt in die Ruhephase der Altersteilzeit auch kein Ehrenamt mehr übernehmen. Doch 2012 kam es für Robert Straßner, geboren 1950 in St. Martin, mit dem Einstieg beim Pfälzerwald-Verein (PWV) ganz anders. „Heute ist es fast ein Vollzeitjob“, erläutert der mittlerweile zweite Vorsitzende des PWV Maikammer-Alsterweiler. Besonders wichtig ist ihm das gute Miteinander im Verein. Ohne die mehr als 100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre nämlich die Totenkopfhütte, beliebte Station für unzählige Wanderer und Radfahrer, nicht am Leben zu erhalten.

Robert Straßner steht manchmal an der Kasse, wirkt aber ansonsten viel im Hintergrund. Er kümmert sich um die Organisation der Abläufe sowie um die Technik. Zu seinen Arbeiten zählen einerseits das Aufstellen der Dienst- und Einsatzpläne, die Kalkulation der Preise, die Klärung von Entlohnungsfragen oder die Prüfung, ob Verordnungen umgesetzt und eingehalten werden. Andererseits geht es um Reparaturen auf dem Spielplatz, das Sichern der Wasserversorgung oder ums Tauschen von defekten Lampen. Alles dient in der als barrierefrei zertifizierten Hütte einem Ziel: Die Gäste sollen sich wohlfühlen und neben erfrischenden Getränken „schnell und günstig ein gutes Essen“ erhalten.

Text: dot | Foto: Norman Krauß | Info: pwv-maikammer.de

Gerd Hauser, Ausstellungsorganisator und Künstler

Es ist ein wirklich rundes Jubiläum: die 100. Ausstellung in der ehemaligen Synagoge in Weisenheim am Berg, die von Gerd Hauser initiiert und eingerichtet ist. Seit 29 Jahren engagiert er sich im Förderkreis Ehemalige Synagoge, organisiert Veranstaltungen und ist parallel selbst künstlerisch tätig. Gerd Hauser, 1941 in Mußbach geboren, hat eine ganze Reihe von Besonderheiten entwickelt. So besucht er potentielle Aussteller vorher in deren Atelier. Seit 2009 bietet er Finissagen an, bei denen einige Objekte ausführlich besprochen werden. Pro Ausstellung erhalten mindestens zwei Klassen der örtlichen Realschule Plus 90-minütige Erläuterungen, bei denen Hauser die Lehrer einbezieht. Jeder Künstler bekommt hier eine 100-Euro-Gabe als Wertschätzung für seine Bemühungen um die Ausstellung.

Außergewöhnlich ist, dass Gerd Hauser nach jeder Ausstellung an die Künstler einen ausführlichen Abschlussbericht übergibt. Seine eigenen künstlerischen Arbeiten sind – zusammen mit Werken weiterer Künstler – zum 24. Mal bei den Offenen Ateliers in Weisenheim am Berg (28. und 29. Oktober) zu sehen. Und zum Jubiläum: Vom 11. bis 26. November werden Werke des Informel-Künstlers Ralph Gelbert gezeigt, der sein Atelier in Neustadt-Königsbach hat. Titel: Les paradis artificiels.

Text: dot | Foto: view – die agentur | Info: ehemalige-synagoge-weisenheim.de

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