Wilde Zeiten in der Pfalz

Wildbret ist nicht nur eine Delikatesse, sondern auch gesund und umweltfreundlich in der Erzeugung - und es ist in der Pfalz ganzjährig regional verfügbar. Die Pfälzerwald-Pirsch, eine Aktion vom Haus der Nachhaltigkeit (HdN) in Johanniskreuz und VielPfalz, hat gezeigt, dass sich Wild auch für die Sommerküche und den Grill eignet.


Pfälzerwald-Pirsch: Naturerlebnis pur

Jagdhörner erklingen zur Begrüßung: Die Pfälzerwald-Pirsch beginnt wie eine richtige Jagd. Während HdN-Leiter Michael Leschnig begrüßt, gart jedoch schon die Rehkeule im Eisentopf. Burkhard Steckel, Leiter des Forstamtes Johanniskreuz, erläutert, warum die Jagd eine zwingende Notwendigkeit ist, wenn die Schäden durch zu hohen Wildbestand in der Forst- und Landwirtschaft zu groß werden. Wie viel und welches Wild in einem Revier erlegt werden muss, wird auf Grund des Wildbestandes und der Beurteilung von Wildschäden jährlich für die einzelnen Reviere durch die Jagdbehörden genau festgelegt. In der HdN-Outdoorküche werden neben der Rehkeule auch Rehrücken auf dem Grill sowie Wildschweinbratwürste und Wildburger zubereitet. Gestärkt folgt dann der Höhepunkt: Förster und Jäger nehmen jeweils einen Teilnehmer mit auf den Hochsitz. Gut drei Stunden lang dauert das Ansitzen, bei dem nahezu jeder das Wild in freier Natur beobachten konnte. 

Fotos: Michael Dostal

Ganzjährig regional verfügbar

Dass Wild nur saisonal erhältlich ist, ist ein Irrtum, mit dem Michael Leschnig vom Haus der Nachhaltigkeit aufräumen möchte. Denn gejagt werde das ganz Jahr über – nur die Intensität sei unterschiedlich. Da es für verschiedene Tierarten Schonzeiten gebe, sei lediglich nicht jede Fleischsorte durchgängig frisch verfügbar. Wildbret aus der Pfalz lässt sich folglich auch prima in der leichten Sommerküche zu vielen Gerichten verarbeiten. Als Filet, Steak zum Grillen oder als Hackfleisch für Burger.

Bezugsquellen und Rezepte

Um Wildfreunden die Suche nach lokalen Bezugsquellen zu erleichtern, hat das Haus der Nachhaltigkeit eine Übersicht über Forstämter mit Wildverkauf in der Pfalz zusammengestellt. Auf wild-auf-wild.de gibt es außerdem eine Suchfunktion, mit der Interessierte Anbieter in ihrer Nähe finden können.

Wenn es darum geht, Wildfleisch in sommerlichen Gerichten zu verarbeiten, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ein paar Anregungen gefällig? Kein Problem! Wie wäre es beispielsweise mit Rehkeule im Heubett, einem der Gerichte, die bei der Aktion Pfälzerwald-Pirsch gekocht wurden? Oder probieren Sie doch mal die Rotwild-Paprika-Bulette mit frischem Gartengemüse. Alle Genießer, die die italienische Küche lieben, werden von den Crespelle mit Wildhack-Bolognese begeistert sein.

Fotos: Michael Dostal, Günther d. Klein/Landesjagdverband Rheinland-Pfalz, Deutscher Jagdverband

Informationsquellen

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz: ljv-rlp.de

Deutscher Jagdverband: wild-auf-wild.de

Haus der Nachhaltigkeit: hdn-pfalz.de

Landesforsten Rheinland-Pfalz: wald-rlp.de

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