Pfälzer Spuren im Wüstensand

Schlangenbeschwörer und Wunderheiler. Kashbas und Moscheen. Tajine-Gerichte und Pfefferminztee. Marokko ist ein farbenfrohes und lebendiges Land. Für Meisterkoch Paul Bocuse gehört die dortige Küche – neben der französischen und chinesischen – zu den raffiniertesten der Welt. Olivenöle und Gewürzmischungen sorgen für ganz spezielle Geschmacksnoten. Bei "Pfälzer auf Tour" geht es diesmal um Frankenthaler Umwelttechniker, die bei der Käseproduktion in Marokko helfen.


Teepause: Erich Dexheimer (links) und Geschäftspartner Khattabi

 

Am Rand der Sahara, etwa 60 Kilometer östlich von Marrakesch, produziert die Molkerei Sodipol Sarl diverse Käsesorten aus Ziegen- und Kuhmilch. Dort, inmitten von Kaktusfeigenfeldern, entsteht derzeit quasi ein Stück Pfalz. Die Frankenthaler Firma Dexheimer Umweltsysteme steuert als Generalunternehmer die Projektierung und Realisierung einer Abwasservorbehandlungs- und Kläranlage. In der Wüste ist Wasser noch wertvoller als anderswo. Deshalb ist es, so betont Senior-Chef Erich Dexheimer, für die Molkerei besonders wichtig, dass ihr mit Fetten und Lab hochbelastetes Abwasser in Trinkwasserqualität für den Nutzungskreislauf erhalten bleibt. Mit dem Projekt wird zum einen Bewässerung von Feldern ermöglicht. Zum anderen entstehen als Nebenprodukte Strom, Biogas und Feststoffe als Biodünger.

Die Anlage, die voraussichtlich Ende 2016 in Betrieb genommen werden soll, wurde 2015 bei einer Pizzafabrik in Trier abgebaut und weiterverkauft. Dexheimer Umweltsysteme koordiniert nun die Wiederinbetriebnahme in Marokko. Das 1987 gegründete Unternehmen, das weltweit operierte, ist mit seinen Mitarbeitern nach wie vor am Markt aktiv. Der Seniorchef unterstützt dabei das Team.

Ansonsten hat er mindestens zwei Leidenschaften: gutes Essen und Sport. Dexheimer spielte in der Jugend Hockey und war bei der TG Frankenthal Trainer im Jugendbereich. Hockey, Fußball, Handball oder Schwimmen – er ist an allen Sportarten interessiert. Allerdings „eher vom Sessel aus“, wie er augenzwinkernd anmerkt. Ähnlich verhält es sich mit dem Kochen. „Ich bin Hobbyeinkäufer, kein Hobbykoch“, hebt Dexheimer darauf ab, dass er ganz besonders gerne Märkte besucht. Lebensmittel aus biologischem Anbau sind ihm besonders wichtig. Den gefüllten Einkaufskorb übergibt er seiner Ehefrau Marliese. Sie sorgt dann dafür, dass immer Leckeres auf den Tisch kommt.

 

Erich Dexheimer, der dieses Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, liegt das Marokko-Projekt am Herzen. Dies hat wohl auch damit zu tun, dass er ein absoluter Genießer ist. „Ich habe schon immer gut und gerne gegessen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Der Pfälzer aus Überzeugung glaubt, dass dies mit den Genen seiner Mutter zusammenhängt. Denn er stammt aus einer Wirtsfamilie, die in Bad Dürkheim und Worms Lokale betrieben hat. Nicht zuletzt deshalb freut er sich schon jetzt wieder auf Käseprodukte aus „seiner“ marokkanischen Molkerei.

Text: Dostal / Fotos: Dostal/privat


Mitten in der Wüste: ein Molkesee

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