Familienrezept für Berliner

Vor allem in der Fasnachtszeit genießen wir sie gern in größeren Mengen: Berliner, Krapfen, Pfannkuchen, Fasnachtsküchle. So vielfältig wie die Namen sind heute auch die Varianten der in Fett ausgebackenen Leckerei. Hedwig Hauser aus Ludwigshafen verrät VielPfalz ihr Familienrezept für Berliner.



Zutaten (etwa 12 stück):

500 g Mehl
25 g frische Hefe oder ein Päckchen Trockenhefe
80 g Zucker
125 ml Milch
80 g zimmerwarme Butter oder Margarine
2 Eier
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von einer halben unbehandelten Zitrone
etwa 1,5 kg Butterschmalz, Pflanzenfett oder hoch erhitzbares Öl
Puderzucker zum Bestäuben
Marmelade zum Selbstbefüllen nach Belieben

Die Zubereitung

Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Vertiefung in der Mitte formen und die Hefe hineinbröckeln bzw. -streuen. Einen Esslöffel Zucker darüber geben. Die Milch lauwarm
erhitzen und gut die Hälfte davon über die Hefe gießen. Von der Mitte aus mit etwas Mehl zu einem Brei verrühren, bis die Hefe sich aufgelöst hat.

Den Vorteig zugedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen.

Dann den restlichen Zucker mit der übrigen Milch, der kleingeschnittenen Butter, den Eiern, dem Salz und der Zitronenschale in die Schüssel geben. Mit den Knethaken des Handrührgerätes oder einer Küchenmaschine so lange schlagen, bis der Teig Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst.

Zugedeckt erneut ca. 30 Minuten gehen lassen.


Den Teig auf ca. 70 g Mehl fingerdick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher oder Schälchen (ca. 8 cm Durchmesser) Kreise ausstechen. Auf eine leicht bemehlte Fläche legen und mit einem Geschirrtuch
abgedeckt noch einmal etwa 30 Minuten gehen lassen.

Das Fett oder Öl in einem hohen Topf oder einer Fritteuse erhitzen. Die Temperatur ist richtig, wenn am Holzstiel eines Kochlöffels kleine Bläschen aufsteigen. Die Berliner portionsweise ins heiße Fett legen und zugedeckt etwa 2 bis 2 ½ Minuten backen. Dann wenden und im offenen Topf in weiteren 3 Minuten fertig backen.

Die Berliner mit einem Schaumlöffel herausnehmen und zum Abtropfen auf Küchenkrepp legen.
Dick mit Puderzucker bestäuben.

Tipp: Wer mag, füllt sich die Berliner selbst, indem man durch eine Öffnung an der Seite etwas Marmelade reindrückt.

Die Bäckerin

Hedwig Hauser aus Ludwigshafen-Friesenheim nennt das Schmalzgebäck „Krapfen“, da sie aus Würzburg stammt und eigentlich nur kurz während ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Ludwigshafen bleiben wollte. Doch dann lernte sie hier ihren Mann kennen und lebt nun schon seit den Sechzigerjahren in der Pfalz.

Familientradition in Ludwigshafen

„Krapfen müssen frisch sein!“, sagt sie mit Überzeugung. Deshalb backt sie diese auch immer erst morgens am Faschingssonntag, denn am Nachmittag kommt die Familie zu Besuch. Diese Tradition pflegt die 78-Jährige seit vielen Jahren: Der Tisch wird mit Luftschlangen dekoriert, die mit Puderzucker bestäubten Krapfen kommen ungefüllt auf den Tisch und jeder darf sie nach Geschmack selbst füllen, beispielsweise mit Hagebuttenmarmelade.

Hedwig Hauser.
Hedwig Hauser.

Närrische Nascherei in der VielPfalz

Berliner, für die es bundesweit noch über 20 andere Wörter gibt, haben in der Fasnachtszeit Hauptsaison. Unsere Autorin Martina Nolte-Bohres zeigt in der VielPfalz-Ausgabe 1/2022, in welcher Vielfalt das Traditionsgebäck in der Pfalz vorkommt.

Hier können Sie die VielPfalz bestellen.

Fotos (der Reihe nach): istockphoto.com/Petra Schüller, itockphoto.com/René Pirker, Sigrid Alter

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