E wie Erdbeere - Pfälzer Warenkunde

Von Ende April bis weit in den August hinein hat die Erdbeere in der Pfalz Saison. Durch das milde Klima gedeiht sie hier prächtig und wird deutschlandweit mit am frühesten reif. So locken derzeit überall Obststände, Hofläden oder gar Felder zum Selbstpflücken mit der aromatischen, knallroten Leckerei. Interessantes zu der in Deutschland heiß geliebten „Scheinfrucht“ verrät Ernährungswissenschaflerin Dr. Michaela Schlich im Interview.


Frau Dr. Schlich, Erdbeeren haben gerade Hochsaison. Woran erkennt man als Verbraucher Früchte von hoher Qualität?

Michaela Schlich: Die Früchte sollten kräftig rot sein, prall und ohne Druckstellen und aromatisch duften. Außerdem sollten die Stiele frisch und grün sein und die Kelchblätter kräftig grün und nicht welk. Erdbeeren reifen übrigens nicht nach, daher besser keine Früchte mit hellem Rand oder sogar grünlichen Stellen kaufen.

 

 

Stichwort Regionalität: Im Prinzip kann man beim Discounter ganzjährig Erdbeeren aus südlichen Ländern kaufen. Warum lohnt es sich, auf die heimischen Früchte zu warten?

Die Qualität heimischer Früchte ist in der Regel besser als die importierter Ware. Regionale Erdbeeren reifen an der Pflanze unter optimalen Freilandbedingungen. Und wir Verbraucher können dem Wachstum und der Reifung auf den Feldern vor unserer Haustür quasi zusehen und uns auf die Erdbeersaison freuen. Die Früchte können unter diesen Bedingungen Aroma und Inhaltsstoffe bestmöglich entwickeln. Die Druckempfindlichkeit der Früchte erschwert den Transport, was ebenfalls gegen importierte Ware spricht. Zudem fallen importierte Früchte bei der Lebensmittelkontrolle oft durch erhöhte Fungizid- und Pestizidwerte auf.

Wann ist denn der perfekte Erntezeitpunkt im Hinblick auf das Aroma und wie sollte man nach dem Pflücken mit der Erdbeere umgehen? 

Frühmorgens zu ernten bedeutet, dass der Vitamin-C-Gehalt noch relativ hoch ist und die Früchte schön frisch  sind. Boden und Früchte sollten nicht zu nass sein, denn Erdbeeren sind relativ nässe- und druckempfindlich. Kurz vor dem Verzehr sollte man die Früchte in stehendem, kaltem Wasser waschen. Übrigens sollte man Erdbeeren rasch nach der Ernte oder nach dem Kauf verzehren. Denn sie verlieren sehr schnell ihr frisches Aroma, danach bilden sich Fehlaromen. Zudem bauen sich die  Inhaltsstoffe nach dem Pflücken sehr schnell ab. Notfalls können Erdbeeren im Kühlschrank unter trockenen Bedingungen auch ein bis zwei Tage gelagert werden – dann am besten im Gemüsefach, in einer locker abgedeckten Schüssel. 

Botanisch betrachtet sind Erdbeeren gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Was bedeutet das?

Erdbeeren gehören zu den Scheinfrüchten und hier speziell zu den Sammelnussfrüchten. Sie entstehen aus  einer einzelnen Blüte, die aber viele separate Fruchtblätter besitzt. Aus jedem Fruchtblatt wird ein Früchtchen, im Fall der Erdbeere sind das die braunen „Nüsschen“ auf der Außenhaut. Die Erdbeere ist demnach eine  saftige Scheinfrucht, bestehend aus dem roten, gereiften Fruchtknoten und den kleinen Nüsschen.

Sind Erdbeeren eigentlich gesund?

Erdbeeren sind Lebensmittel, die wenig Energie (150 Kilojoule/35 Kilokalorien) liefern, dabei aber jede Menge  wichtige Nährstoffe enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt ist mit 57 Milligramm pro 100 Gramm höher als bei  Zitronen. Bei den Mineralstoffen kann sie mit einem höheren Kaliumgehalt im Vergleich zum Apfel sowie mit einem höheren Fluorgehalt im Vergleich zur Himbeere aufwarten.

Noch mehr Warenkunde:

S wie Spargel - Pfälzer Warenkunde

S wie Spargel - Pfälzer Warenkunde

Spargelfreunde sehnen den April herbei. Denn je nach Witterung beginnt die Erntesaison für Spargel i...

S wie Sauerkraut - Pfälzer Warenkunde

S wie Sauerkraut - Pfälzer Warenkunde

Ob auf Weinfesten, im heimischen Kochtopf oder im Gourmetrestaurant – Sauerkraut gehört einfach zur...

H wie Hausmacher – Pfälzer Warenkunde

H wie Hausmacher – Pfälzer Warenkunde

Die Pfälzer Leberwurst gehört auf jeden Hausmacherteller. Ob sie geschmacklich herausragend ist, hän...

M wie Mehl – Pfälzer Warenkunde

M wie Mehl – Pfälzer Warenkunde

Mehl ist ein unentbehrliches Nahrungsmittel. Es wird vor allem aus den Getreidearten Weizen, Roggen,...

S wie Speiseeis – Pfälzer Warenkunde

S wie Speiseeis – Pfälzer Warenkunde

Eis am Stiel, im Becher, in der Waffel: 7,9 Liter hat jeder 2016 im Schnitt weggeschleckt. Dabei las...

VielPfalz empfiehlt

Anzeigen