A wie Apfel - Pfälzer Warenkunde

Äpfel haben in Deutschland die größte wirtschaftliche Bedeutung beim Obst und sind unter Verbrauchern die beliebteste Obstsorte. Zu Recht, denn die runden Früchte lassen sich in der Küche sehr vielseitig einsetzen. Zudem sind sie ein besonders gesunder Snack für zwischendurch.



Frau Dr. Schlich, theoretisch gibt es mehrere Tausend Apfelsorten. Dennoch bekommt man im Handel meist nur eine Handvoll. Woran liegt das?

Dr. Michaela Schlich: Die Zahl der Apfelsorten weltweit wird auf 20.000 geschätzt. In Deutschland werden erwerbsmäßig 70 Sorten genutzt, wobei nur etwa 30 eine echte Marktrelevanz haben. Im Lebensmitteleinzelhandel werden in der Regel sogar nur sieben Sorten angeboten. Dazu gehören Granny Smith, Golden Delicious, Gala, Braeburn, Jonagold, Elstar und die sogenannten „Clubsorten“ wie Pink Lady. Für einen professionellen Anbau mit guter, gleichbleibender Qualität sind nicht alle Apfelsorten gleichermaßen geeignet. Apfelbäume, die klassisches Tafelobst liefern, sind in der Regel so gezüchtet, dass die Früchte eine einheitliche Größe haben und das Obst leicht zu ernten ist. Ausgewählte Neuzüchtungen stellen zudem geringe Ansprüche an Boden und Klima und liefern verlässliche Erträge. Damit bestimmen diese Sorten auch den Markt.

Warum sind Ihrer Meinung nach Neuzüchtungen wie Pink Lady so populär geworden?

Clubsorten unterliegen einer zentralen Kontrolle und werden von wenigen Produzenten mit eigenem Markennamen und geschütztem Markenzeichen unter Lizensierung in den Handel gebracht und sehr stark beworben. Bei Verbrauchern kommt die Sorte Pink Lady aufgrund der gleichbleibenden Qualität und dem Geschmack gut an. Allerdings ist diese Neuzüchtung anfälliger für Apfelkrankheiten und Schädlinge, was den erhöhten Einsatz von Pestiziden zur Folge hat. Mir persönlich schmeckt der Apfel zu „künstlich“ und ich finde diesen Trend bedenklich für die Apfelvielfalt. Pink Lady wird außerdem aus Übersee importiert, denn die Sorte reift in Deutschland meistens nicht aus.

 

Was sollten Verbraucher bei der Lagerung von Äpfeln beachten?

Äpfel reifen nach der Ernte noch nach und bilden das sogenannte Reifegas Ethen (umgangssprachlich als Ethylen oder veraltet als Äthylen bezeichnet). Daher sollten beispielsweise Bananen und Birnen, Brokkoli, Blumenkohl oder Tomaten nicht in der Nähe von Äpfeln gelagert werden. Zum Lagern sollte man die Äpfel auf Papier oder Holzborden verteilen und regelmäßig auf braune Stellen und Fäulnis kontrollieren – so lassen sie sich mehrere Wochen lagern. Fehlt der Platz zur richtigen Lagerung, bieten verschließbare Kunststoffbeutel mit ein paar kleinen Luftlöchern eine gute Alternative.

Ist es richtig, dass man gerade beim Apfel die Schale mitessen sollte?

Unbedingt! Denn in und unter der Schale sitzen die meisten Mikronährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und insbesondere auch wertvolle Ballaststoffe wie Pektine. Äpfel (ein Apfel wiegt etwa 150 g) enthalten eine Vielzahl von Nährstoffen und zum Beispiel 119 mg pro 100 g Kalium und 12 mg pro 100 g Vitamin C (zum Vergleich: Birne 4,6 mg). Der wertvolle Inhaltsstoff Quercetin liegt mit 4,9 mg pro 100 g in ernährungsphysiologisch relevanter Konzentration vor (zum Vergleich: Birne 0,8 mg). Dieses Flavonoid wirkt als Antioxidans und Radikalfänger im Organismus und kann verschiedenen Krankheiten, wie zum Beispiel Gicht, positiv entgegenwirken.

 

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